Samstag, 12. Oktober 2013

Eingewöhnt

Ihr wundert euch sicher, warum die alte Grummelmama hier nichts mehr schreibt. Meine Facebook Follower wissen es schon:  Ich bin in der Kita-Eingewöhnung mit dem Mäuschen. Und alle, die sowas schon durch haben, wissen genau, was das bedeutet. Nämlich stundenlanges Rumsitzen in überhitzen Räumen, in denen zu allem Überfluss (und als wäre nicht alles schon schlimm genug) auch noch wildfremde Kleinstkinder herumspringen.

Wie kam es überhaupt dazu? Da wir hier leider weit ab von Gut, Böse und Familienanschluss wohnen und ich deshalb niemanden habe, der hin und wieder ein paar Stunden das Mäuschen nehmen kann, während ich tun kann, was eine Grummelmama vormittags so tun muss, haben wir schon bei der Maus beschlossen, relativ früh eine Kita zu suchen. Das große Glück ist, dass direkt im Nebenhaus zwei Kleinkindergruppen untergebracht sind, die auch noch Platz für uns hatten! So war die Maus mit 18 Monaten fällig - und das Mäuschen nun schon mit zarten 13. Richtig wohl war und ist mir nicht bei der Sache, da ich sie schon noch sehr klein finde, aber sie meisterte diese Woche mit mir zusammen dort richtig gut, was meine von schlechtem Gewissen geplagte Mutterseele doch etwas beruhigte. Sie findet es toll, spannend und super - und ich steure auf den Moment zu, an dem ich guten Gewissens die Kita verlassen und mich Haushalt, Arbeit und einem bisschen Nichtstun widmen kann.

So eine Eingewöhnung ist übrigens eine ganz spezielle Sache. Für eine Grummelmama wie mich ist sie in etwa wie ein Indoorspielplatzbesuch, den man mit Spaßbad und Babymassage kombiniert hat. GRAU-EN-VOLL.

Man kommt morgens an, möglichst später als alle anderen, damit man den unnötigen "Ach, ihr seid die Neuen!" Gespräche der anderen Eltern ausweichen kann. Schuhe ausziehen, Hausschlappen an und rein in die gute, auf ca. 40°C geheizte Stube. Großes Hallo seitens der Erzieher, die sich "totaaaaaaaal" freuen, dass das Mäuschen auch wieder da ist. Mäuschen düst nach drei Sekunden Schüchternheit ab ins Nebenzimmer zum Kastanienspielen. Und die arme Grummelmama? Setzt sich auf einen ergonomisch geformten Erzieherstuhl in die Ecke und versucht zu lesen.Versucht. Denn alle paar Sekunden kommt ein anderes verrotztes und hustendes Fremdkind vorbei und piekst einen mit Spielbesteck, bewirft einen mit bunten, vollgeschlotzten Plastikbällen oder will auf meinen Schoß klettern.
(Im Grunde könnte man die Eingewöhnungszeit auch "Keimgewöhnungszeit" nennen. Unglaublich, dass man diese Zeit lebend überstehen kann.)
Wenn die kleinen Bazillenschleudern einen dann mal in Ruhe lassen, kommt eine der drei Erzieherinnen zu einem, um ein pädagogisch wertvolles Erst-, Zweit- oder Drittgespräch zu halten. "Ja, das mache ich zu Hause auch so". "Nein, davon halte ich ehrlich gesagt nicht viel". "Ja, das kann sie schon". "Nein, das tut sie nicht".

Ein Ratschlag an alle Ersteingewöhnenden: Vertretet UNBEDINGT eure Meinungen. Nur weil die Damen und Herren eine Ausbildung oder gar ein Studium hinter sich haben, das sie dazu befähigt, eure Kinder zu betreuen, kennt NUR ihr eure Eingewöhnungsbrut und deren Gewohnheiten, Vorlieben - und vor allem deren wunde Pünktchen. Ich habe bei der Eingewöhnung mit der Maus damals den Fehler gemacht, nicht die Grummelklappe aufzumachen, wenn mir etwas schräg vorkam und das Ende vom Lied waren 4 (!) komplette, furchterregende Wochen der schieflaufenden Eingewöhnung. 

Aber weiter im Ablauf: Es geschieht nun das, was ich als schlimmste Folter der Elternzeit empfinde und immer empfunden habe. Der Singkreis mit Namensrunde, an dem ich natürlich teilnehmen muss, damit das Mäuschen auch "entspannt reinfinden kann". Überhaupt muss alles "entspannt" passieren. Nur leider geben einem die Erzieherinnen nichts von ihren Entspannungsdrogen ab. Nie!
Nachdem die niesenden Zwerge genug niedliche, entspannte Lieder gesungen und Chaos in der Gruppe verbreitet haben, wird wieder aufgeräumt und zum Zwischensnack geblasen. Man glaubt kaum, wieviel Zeit bei den einfachsten Tätigkeiten vergehen kann, wenn sie mit 10 Kleinstkindern erledigt werden müssen. Nach dem Snack, der gefühlte Stunden dauerte, wird gewickelt. Ganz entspannt ein Kind nach dem anderen. Ich unterdrücke derweil Würgereflexe, weil ich schon nicht auf die Ausscheidungen meiner Kinder stehe, braune Windelfüllungen von Fremdzwergen jedoch in höchstem Maße widerlich finde.
Nach der Operation Wickeltisch beschließt man, doch einen Spaziergang zu machen. Im Klartext bedeutet das, dass 10 Kleinstkinder zum Rausgehen bewegt und vorher angezogen werden müssen. Nach gefühlten Stunden und Toilettengängen der Erzieher und meiner Wenigkeit geht es dann tatsächlich auch los.
Im Anschluss an einen unfassbar öden Spaziergang geht es wieder zurück in die Gruppe. Wenn es gut gelaufen ist, darf ich mir einen Kaffee besorgen und mich vor die Gruppentür verziehen. Nur ich, mein Buch und ein Kaffee. Klingt göttlich. Doch leider beginnt meist zu diesem Zeitpunkt die Wickelrunde der Nebengruppe, die leider keinen eigenen Wickeltisch im Gruppenraum hat und mit allen Kindern nach und nach entspannt über den Flur in den Baderaum laufen muss. Also kommt auch hier ständig ein Fremdkind vorbei, das mich hustend und verrotzt mit Spielbesteck piekst, mit bunten, vollgeschlotzten Plastikbällen bewirft oder auf meinen Schoß klettern will. Auf dem Gang ist es übrigens viel zu kalt und ich warte darauf, mit einer Lungenentzündung dieser Kleinkindergartengeisterbahn zu entkommen.
Zurück in der Gruppe folgen dann wieder pädagogisch wertvolle Gespräche der Erzieher, die ganz begeistert sind, wie toll das Mäuschen das alles meistert - was mich wohl am allermeisten freut, da der Moment absehbar wird, an dem ich nicht mehr dieser unerträglichen Eingewöhnungsentspannung ausgesetzt bin.

Was soll ich noch sagen? Das Mäuschen ist krank und gestern nicht in die Kita gegangen, die erhoffte Lungenentzündung hat mich nicht ereilt, nur ein hundsgewöhnlicher Schnupfen - und ich hoffe und bete, dass nächste Woche die letzten Tage des Eingewöhnens angebrochen sind und das Mäuschen alleine Tag für Tag die für mich unerträgliche Langeweile eines Kleinkinderkitavormittags durchlaufen kann. Ganz entspannt natürlich.

Sonntag, 6. Oktober 2013

INFO

Liebste Grummarcesible-LeserInnen,

heute findet unser Grummarcesible Day leider nicht statt, da Sarah aus persönlichen Gründen nicht kann. Und ein Selbstgespräch meinerseits wäre zwar lustig, würde aber doch nicht den Sinn der Sache erfüllen. Wir holen das nach, versprochen.

Inmarcesible und Grummelmama wünschen euch allen noch ein tolles Restwochenende und eine gute neue Woche!

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Es (spiel)platzt der Kragen

Jeder, der mich ab und an liest, weiß, dass ich kein großer Freund des Spielplatzkosmos bin. Was aber nicht heißt, dass ich mich mit meinen Kindern dort nie blicken lasse. Im Gegenteil. Wir sind sehr oft dort zugange - und wie schon erzählt, gehöre ich eher zu den abseitsstehenden Handymüttern, die sich von anderen Nicht-Handy-Müttern fernhalten. Gestern stand ich also fernab von Gut und Böse beim Kinderwagen und bewachte das schlafende Mäuschen. Himmel und Menschen hatten sich wegen des schönen Wetters dort versammelt und es wimmelte nur so von dreckigen Kindern, verklebten Babys und schwatzenden Müttern. Ein Bild des Grauens für mich.

Aber darum soll es ja heute gar nicht gehen.
Ich stand also beim Kinderwagen und beobachtete die Maus. So wie immer, denn ob Handy oder nicht - ich lasse meine Kinder nie aus den Augen. Sie hatte großen Spaß beim Tunnelrutsche rutschen und rannte wieder und wieder den staubigen Berg hoch, um ein weiteres Mal mit einem schrecklich quiekenden Geräusch die Sause zu machen. Unten standen - wie immer - ein paar besonders spaßige Gesellen, die keine Freude am Rutschen, wohl aber am Sandwerfen und Stöckereinstecken hatten. Große, diabolische Freude. Neben mir im Sand saß ein etwa sechs Monate altes Baby, das trotz kalter Temperaturen keinen Body trugt (was mir auch noch nie begegnet ist in diesem Alter), in Ruhe Sand futterte und sich seines Lebens freute. Direkt neben dem Baby hielten es zwei Achtjährige für eine super Idee, mit einem Riesenast auf den Sand zu schlagen. Soweit das Szenazio.

Ich beobachtete relativ angespannt und argusäugig sowohl das Rutsch- als auch das Riesenastgeschehen, bis letzters mit zu bunt wurde. Mit supergrummeligem Fremdmuttergesicht wies ich die zwei Asthelden drauf hin, dass es doch eher uncool wäre, das Baby mit dem Ast zu erschlagen, so dass die beiden sich genervt und verschämt trollten. Ob das Baby überhaupt eine Mutter oder einen Vater dabei hatte, war mir nicht ersichtlich. Vielleicht war es auch heute alleine unterwegs, hatte sich robbend zum Spielplatz geschleppt oder war mit dem Bus angereist, in dem es möglicherweise seinen Body gegen eine Fahrkarte eingelöst hatte. Wer weiß das schon genau?

Nachdem ich diese Gefahrenquelle für wildfremde Winzlinge gebannt hatte, widmete ich mich wieder meiner rutschenden Quiektochter. Ein paar arme Rutscher bekamen schon eine nicht unbeachtliche Menge Sand ins Gesicht und in die Augen und ich schaute mich - wie immer - nach den Müttern der Wurfterroristen um. Gefühlte 100 Frauen standen ziemlich abseits in Grüppchen, schlürten Kaffee und tauschten sich über Gott und die Welt aus - nur keine schien zu diesen Rotzgören zu gehören. Ich beschoss, die kleinen Randalebrüder und -schwestern mit ein paar meiner gefürchteten "Hör sofort damit auf, sonst..."-Blicken zu beschießen, was offensichtlich null fruchtete.
Und da passierte es: Die Maus kam unten aus der Röhre und bekam eine mit Perfektion gezielte Portion Sand mitten in die Augen. Riesen Geschrei ihrerseites, Lachen aufseiten der Terrorkinder - und eine Grummelmama, der in diesem Moment die Sicherung durchknallte. Ich rannte zur Rutsche, packte mein Kind, wischte ihm den Sand aus den Augen und brüllte zuerst die Attentäter an, warum sie eigentlich auf dem Spielplatz keinen anderen Spaß fänden, als anderen Kindern Sand und Stöcke auf und in den Kopf zu befördern und dass sie mich mal erleben sollten, wenn ich sowas nochmal mitbekäme!

Dann schnappte ich mir, die Maus unter den einen Arm geklemmt, den Buggy mit dem noch immer schlafenden Mäuschen und stürmte in Richtung der Quasseltratschmuttis. Unfassbar geladen brüllte ich in ihre Richtung, ob sie es eigentlich normal fänden, dass ihre Blagen ungestraft die ganze Zeit Mist anstellen könnten, ohne dass es hier irgendjemanden juckte - und dass ich entgültig die Schnauze voll davon hätte, dass hier keiner einschreitet, weil Klatsch und Tratsch und Kaffee scheinbar wichtiger seien, als auf seine Rotzgören aufzupassen. Dann stürmte ich wutschnaubend weiter und verließ unter ungläubigen Blicken und bösartigstem Kopfschütteln das Spielplatzgelände.

Tja. Ich bin nicht sicher, ob ich mich dort je wieder blicken lassen kann, ohne durch die Vogelfreiheit einer durchgeknallten Mutter größter Gefahr ausgesetzt zu sein. Aber ich würde es immer tun. Es ist wirklich unglaublich, wie wenig es die meisten Eltern kratzt, wenn Ludwig, Jette und Ben-Maximilian gezielt mit Stöcken in die Rutschröhe holzen, Sand hineinwerfen oder an anderer Stelle mit dreikäsehochgroßen Blechschaufeln oder mannslangen Ästen um sich schlagen. Antiautoritär mögen es die einen nennen - für mich ist das totalstes Desinteresse und eine Gefährdung für meine Quiekkinder. Oder lasst es mich kurz mit einem geliehenen Werbesloagan ausdrücken:

 Elite-Spielplätze.de: Ökodemiker & Muddis ohne Niveau.

Ein Nachtrag: Falls die Darstellung im verärgerten Eifer des Gefechts zu einseitig war, möge man mir verzeihen. Auch mein Kind ist kein Unschuldslamm. Quasi jedes Kind kann zum Spielplatzschreck mutieren und man darf schon in jungen Jahren den Gruppenzwang nicht unterschätzen - aber wenn sich MEIN Kind derartig benimmt, reicht mein oben beschriebener Blick meist aus, um dies sofort zu unterbinden. Und wenn nicht, verleihe ich dem Blick auch gerne Nachdruck, indem ich die Randalemaus aus dem Geschehen entferne. Danke. Weitermachen.

Sonntag, 29. September 2013

Bücherverbrennung 2013

Seit einiger Zeit tobt ja die Debatte um das Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen" - und gipfelt nun vorerst in einer ins Leben gerufenen Petition, die das Buch verbieten lassen soll. So weit, so gut.

Ich kenne dieses Buch nicht - und mit mir die meinsten anderen Mütter auch nicht, die diese Petition laut wetternd unterzeichnen. Zunächst ist mir nämlich nur eins suspekt. Ein Buch verbieten zu lassen. Es gibt so viele Bücher auf dem Markt, die ich für nicht gut, fragwürdig oder sogar schädlich halte - aber sie verbieten lassen? Wie sagt man doch so schön: Papier ist geduldig. Und mir erschließt sich einfach nicht, welchen Sinn es haben würde, solche Ratgeber zu indizieren. Über sowas sollten wir hinaus sein, finde ich.

Wie gesagt, ich habe dieses Buch nicht gelesen, habe es nie lesen müssen. Doch soweit ich mich informiert habe, geht es hier nicht darum, Wort für Wort einer Anweisung von zwei Menschen zu folgen, sondern eine Art Hilfestellung für Kinder zu finden, die wirkliche Probleme mit dem Einschlafen haben. Und noch mehr für ihre Eltern, die meiner Meinung nach meist die Hauptschuld tragen. Was auch gar nicht böse gemeint ist, ich kenne diese Art Schuld nur zu gut. Schließlich kämpft doch das ganze Leben lang unsere Vernunft gegen das, was das Herz sagt. Doch die Grundhaltung, einem Baby die Chance zu geben, sich ans Einschlafen alleine zu gewöhnen, finde ich nicht fragwürdig, sondern okay. Niemand verlangt von den Eltern, ihr Kind stundenlang schreien zu lassen, ohne ihm Sicherheit und Geborgenheit zu geben. Alle paar Minuten zu ihm zu gehen, um ihm genau das zu vermitteln, ist doch auch das, was das Buch rät? Auch vom "Versuch abbrechen" ist dort häufig die Rede, wie ich las? Aber darum soll es mir auch gar nicht gehen und am allerwenigsten möchte ich hier für dieses fragwürdige Werk eine Lanze brechen - den auch ICH bin nicht der Meinung, so ein Training oder Programm könne helfen. Ich denke nur, dass ein Verbot eines solchen Werkes sicher nicht die vielen Eltern verhindert, die ihr Baby tatsächlich eiskalt und ohne mit der Wimper zu zucken stundenlang schreien lassen, bis es müde und entmutigt vollkommen entkräftet einschläft. Wer die Grundhaltung zu einem solchen Verhalten hat, der wird es auch durchziehen, ohne ein solches Buch gelesen zu haben. Und ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass DIE Eltern, die so mit ihren Kindern umgehen, es gar nicht für nötig halten, Ratgeber zu befragen. Jede Mutter und jeder Vater, der sich die Mühe und Gedanken macht, sich in Büchern über die bestmögliche Weise der Erziehung informieren zu wollen, hat meiner Meinung nach Grips genug, um abstrahieren und abwägen zu können, was er liest und tut.

Ein bisschen geht es mir mit diesem Buch wie mit der ganzen Diskussion über Lebensmittellügen und Werbeverbote. Wer ernsthaft jahrelang glaubte, Milchschnitte sei gesund für sein Kind, weil auf dem Verpackungsbilchen ein Glas Milch und Honig abgebildet sind, dem ist weder mit Werbeverboten noch mit Kalorienampeln zu helfen. Wer erst durch fettgedruckte Hinweisschilder erfährt, dass Chips dick machen, der wird keine noch so detaillierten Nahrungsmittelangaben verstehen. Wer plötzlich total überrascht war, dass der Granulattee vom lieben Claus fast komplett aus Zucker besteht, dem helfen auch keine Produktverbote weiter. Nicht, dass ich all das unwichtig, gut oder unterstützenswert finde. Aber es ist doch so: Auf der einen Seite wird dem Verbraucher totale Eigenständigkeit unterstellt und vorausgesetzt, auf der anderen Seite ist man der Meinung, Aufklärung für Doofe starten zu müssen, um die Nahrungsmittelwelt sicherer zu machen. Was denn jetzt?

Auf jeden Fall sollte man aufhören, alles nur in Schwarz oder Weiß unterteilen zu wollen. Es gibt noch mehr auf dieser Welt als Eltern, die ihr Baby vernachlässigen und solche, die es zu sehr betüddeln. Jedes Kind ist anders und brauch andere Arten der Erziehung und Zuwendung - und ebenso sind es die zugehörigen Eltern. Jede liebende Mutter und jeder fürsorgliche Vater wird sein Kind gut genug einschätzen können, an dieser einen Stelle nicht mehr auf ein Buch zu hören, wenn er oder sie das Gefühl bekommt, es schade seinem Baby. Und kein Buch der Welt wird das ändern können - denn ein Buch zwingt niemanden zu etwas. Zum Glück.

Und am Schluss möchte ich mich noch Heinrich Heine (1817) anschließen, der einmal sagte:

„Das war ein Vorspiel nur. Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“


Und nach diesem dramatischen Blogpostfinale noch ein Hinweis ganz anderer Art! Heute ist Sonntag, heute ist Grummarcesible Day! Wen es interessiert, der möge heute bei der lieben Sarah auf Inmarcesible zu Gast sein und lesen, was unsere Woche so brachte.

Dienstag, 24. September 2013

Forum Mamarum

Vor meiner ersten Schwangerschaft meldete ich mich voll motiviert und hormonell schwer verwirrt in einem großen Mamaforum im Internet an. Schnell fand ich auch die für mich passende Gruppe von Frauen, die wie ich schnellstens schwanger werden wollten. Ich freute mich wie eine Schneekönigin! Es dauerte eine Weile, bis ich die ganzen internen Kürzel für Ereignisse verstand, mit denen ich bis dato nichts zu tun gehabt hatte:
  • ES = kein Roman mit einem mordlustigen Clown, sondern der Eisprung, der mit vielen Tricks perfekt  vorhergesagt werden kann
  • NMT = diese drei unscheinbaren Buchstaben können sogar zwei Bedeutungen haben: für die Hibblerinnen ist es der Nicht-Menstruations-Tag, für die Verhüterinnen der Normal-Menstruations-Tag
  • SS = nicht die Schutzstaffel der NSDAP (die mich in einem Mamaforum auch wirklich sehr verwirrt hätte), sondern einfach die Schwangerschaft
  • Hibbeln = tue ich normal, wenn ich dringend muss, aber nicht kann - soll hier aber die Tätigkeit von Frauen beschreiben, die darauf warten, endlich schwanger zu werden
  • ZS = keine ehemalige saudi-arabische Billigfluggesellschaft, sondern etwas noch Schlimmeres - die zwei Buchstaben kürzen das unschöne Wort Zervixschleim ab
  • ÜZ = nicht die niedliche Abkürzung eines schweizerischen Altherrennamens, sondern schlicht für den Übungszyklus. In diesem Zyklus wird nichts anderes "geübt", als schwanger zu werden - und zwar nicht durch profanen Sex, sondern durch Herzeln
  • ET = kein süßer Alien-Langfinger, sondern das, was all dem Abkürzungshorror endlich die Krone aufsetzen soll: der Entbindungstermin
Diese und zahlreiche andere Neuheiten der Sprachwelt jenseits meines Horizontes lernte ich also brav und konnte schnell ebenso über Tempi-Kurven und ZS-Ausprägungen fachsimpeln wie die alten Mama-Hasen. Soweit, so lustig. Als ich dann überraschenderweise schon im ersten ÜZ schwanger wurde, wechselte ich euphorisch in die passende Gruppe Frauen, die im gleichen Monat wie ich ET hatten. Zunächst war all das auch wirklich noch nett, informativ und spannend. Gleichgesinnte zu finden hat für mich immer den AA-Charakter (ja, ich meine die Anonymen Alkoholiker und nicht etwa einen "Absoluten Anovulationszyklus"):
"Hallo. Meine Name ist Grummelmama und ich bin Hibblerin." "Hallo, Grummelmama."
Zuerst ist es toll, sich unter ähnlich tickenden Menschen zu befinden, aber schnell artet diese Art Gruppenkuscheln auch aus.

Nach einigen Wochen hatte ich das Forum jedoch durchschaut. Und mit ihm die Mütter, die sich dort so tummeln. (Und nicht nur dort, wie ich viel später erst rausfinden sollte)

Im Grunde ist so ein Forum ganz einfach erklärt. Es gibt das Klischee der Übermutter und das der Rabenmutter - und für eins der beiden musst du dich entscheiden. Und dann gibt es da noch die Hauptthemen, die wieder und wieder und wieder (und wieder) durchgekaut werden und regelmäßig zu den schlimmsten Zickenkriegen führen, die ich jemals miterleben durfte:
  • Rauchen in der Schwangerschaft
  • Alkohol in der Schwangerschaft
  • Impfen oder nicht
  • Gehfreis und Türhopser
  • Ohrlöcher bei Babys und Kleinkindern
  • Richtige und falsche Bauchtragen
  • Stillen
  • Schlaferziehung
Diese Themen und ihre Abwandlungen findet man jeden Tag - und die Tragik daran war, dass ich mich viel zu oft auf sie einließ. Ich kann gar nicht sagen, wieviel kostbare Lebenszeit ich drauf verwendete, meine Ansichten zu vertreten, mich zu streiten und mich auf unnötige Diskussionen mit wildfremden Menschen einzulassen, die vom Thema ungefähr so viel Ahnung haben wie eine Stubenfliege von Kurvendiskussionen. Es ist unfassbar, auf wieviel Dummheit, Ignoranz und Unwissenheit man in einem solchen Forum treffen kann. Unfassbar, unheimlich und ungelogen unerträglich. Leider brauchte ich mehrere Jahre, um mich gänzlich aus dieser anstrengenden Welt herauszuhalten und im Stillen für mich zu klären, dass ich weder eine Raben-, noch eine Übermutter bin und keinen inneren Auftrag mehr verspürte, das Leben und die Meinungen anderer zu ändern.

Es gibt einfach Dinge auf dieser Welt, speziell wenn es um Babys und Kinder geht, die für mich keine Diskussionen mehr zulassen. Im Gegenzug dazu ist es aber auch unter aller Kanone, regelmäßig zu vergessen, dass man im Internet mit Menschen und nicht nur mit Nicknames und Pseudonymen zu tun hat und auf eine derart respektlose Weise mit jemandem kommuniziert, wie man es nicht einmal mit seinem schlimmsten Feind tun würde.

Fazit von all dem ist: Frauen untereinander sind anstrengend - und wenn diese dann noch frustrierte Hibblerinnen oder gar schwanger sind, gibt es kein Halten mehr. Jede weiß es besser und ist die Tollere, selbst wenn sie noch gar keine Ahnung hat, was du eigentlich willst. Und ich kann nur jeder Frau, die Kinder hat oder möchte, raten: Mach einen großen Bogen um Mütter- und Schwangerenforen und lerne stattdessen das Stricken oder eine Fremdsprache. Aber was rede ich? Ihr hört sowieso nicht auf mich. Und warum? Weil wir Frauen das brauchen. Irgendwie liegt all das doch in unserem Blut - und Hand auf's Mutterherz:
Es gibt Tage, an denen ist es durchaus entspannend, seinen Frust und seine Aggressionen in einem Streitgespräch über Bauchtragen wegdiskutieren zu können - so unbefriedigend es am Ende auch ausfallen wird.


Sonntag, 22. September 2013

Grummarcesible Day (1)



K: So, Sarahlein, dann ist heute also der große Tag! Unser erster offizieller Grummarcesible Day. Magst du dich vielleicht kurz vorstellen für die Leserinnen und Leser meines Blogs, die dich noch nicht kennen – wobei das sicher nicht so viele sind?

   S: Katja, jetzt übertreibst Du aber etwas ;)
   Ich heiße Sarah und bin 31 Jahre alt. Im Juni habe ich meinen Traummann geheiratet und im Juli kamen    
   unsere Kinder Lena und Paul zur Welt. Seitdem lebe ich meinen Traum von einer schrecklich spießigen   
   Familie.

K: Du hast noch euren Hund Anton vergessen – der gehört doch unbedingt dazu zur perfekten Spießigkeit! Unfassbar, dass wir jetzt schon beide Ü30, Eheweiber und Mütter sind, oder? Also mein Hirn ist nicht wirklich gereift seit damals, als wir uns kennenlernten ;) Und deins auch nicht, sonst hättest du dich nie auf dieses Projekt hier mit mir zusammen eingelassen.

   S: Stimmt, der gehört natürlich auch dazu und macht das Spießer-Bild komplett! Naja, was heißt   
   gereift… Älter sind wir ja geworden, aber viel verändert haben wir uns wohl nicht, bis darauf dass wir  
   nun  Ehemänner und Kinder haben.

K: Aber mal im Ernst, ich freue mich riesig, das hier mit dir zu machen. Wenn uns beiden jemand vor ein paar Jahren prophezeit hätte, dass wir mal unsere Muddiblogs verknüpfen, hätten wir aber auch nur laut und hysterisch gelacht, oder?

   S: Wir haben sowieso immer viel gelacht und deshalb mag ich Dich so: man kann mit Dir lachen und   
   ernsthafte Gespräche führen und ich komme mir bei Dir nie verrückt vor. Wenn andere die Hände über  
   den  Kopf schlagen würden bei manch verqueren Gedankengängen nimmst Du diese ernst, tust, als seien  
   sie völlig normal und dann lachen wir wieder gemeinsam darüber. Du bist toll! (ich höre jetzt auf, das soll
   hier ja keine Liebeserklärung werden, musste aber mal gesagt werden!)

K: Och, da werde ich ja jetzt ganz rührselig, Sarah! Ja, wir passen schon gut zusammen… <3 Na gut, dann fangen wir einfach mal direkt an! Was war denn dein himmlischstes Hoch diese Woche?

   S: Diese Woche war mein himmlischstes Hoch am Mittwoch. Wir hatten einen Termin in der   
   Frühförderstelle (unsere Babys sind leider schon in der 34. Schwangerschaftswoche zur Welt   
   gekommen),   wo der Arzt, der auch beim Kaiserschnitt dabei war, beurteilen sollte, ob eine  
   Frühförderung  für die Kleinen notwendig ist. Er untersuchte Paul und Lena und kam zu dem   
   Entschluss, dass beide keine besondere Förderung brauchen und absolut zeitgerecht entwickelt sind. Wir  
   sind total erleichtert und glücklich, dass wir ganz gesunde Babys haben, die zwar einen frühen, aber keinen 
   schlechten Start ins Leben hatten.

K: Hey, das ist ja voll toll! Die beiden sind echte Helden! Und es macht doch auch allen Zwillingsschwangeren richtig Mut zu sehen, dass es auch ganz normale Nach-Schwangerschafts-Verläufe gibt! Ich bin irre stolz auf die beiden Gürkchen! Ein tolles Hoch!

   S: Ja, ich hoffe, es kann einigen Frühchen-Eltern vielleicht etwas Mut machen.

K: Ganz bestimmt! Mein himmlischstes Hoch diese Woche war gestern, als das Wetter endlich wieder etwas schöner wurde und zum ersten Mal seit langem die Sonne wieder durch die Wolken kam. Ich weiß, dass ich meine Follower bei Facebook sicher schon mit meinen negativen Wetterposts nerve, aber diese graue Herbstsuppe macht mich wirklich traurig und depressiv. Ich bin einfach viel motivierter und optimistischer, wenn wenigstens ab und an die Sonne durch ein kleines Stück blauen Himmel schaut! Und so konnten wir dann auch gestern zum dritten Mal diesen Monat abgrillen – ich hoffe allerdings noch auf ein viertes oder gar fünftes Mal, denn so eine Grillsaison will ja standesgemäß und höchst zeremoniell beendet werden! Schließlich bin ich Saarländerin und stamme somit ab vom Volk der „Trinker und Schwenker“ („Am Grill stehn vill – nur am Schwenker steht der Denker“). Aber genug hiervon – saarländische Grilleigenschaften sind ja nicht Thema unserer Blogs. Schade eigentlich… 

   S: Wir können ja auch gerne mal übers Grillen bloggen! Ich wusste gar nicht dass Du so eine Grilleule  
   bist. Aber ich wusste, dass Du den Herbst und Winter gar nicht magst. Magst Du denn Weihnachten?  
   Oder dieses eiskalte, frische Schneewetter?

K: Oh ja, das würde mir gefallen! Klar, Sommer und Grillen gehören für mich total zusammen, das ist die schönste Zeit, wenn wir im Garten mit den Kindern und unseren liebsten Nachbarn und Freunden (ich nenne hier keine Namen, aber bezeichnen wir sie mal liebevoll als „die Ös“) die Abende grillend, futternd und Cocktails schlürfend verbringen (natürlich erst, wenn die Kinder schlummern). Weihnachten mag ich, weil die ganze Familie zusammen ist – aber sagen wir so: Es würde mich nicht stören, fiele es in den Frühling oder gar in den Sommer. Nein, ich mag auch keinen Schnee, egal welches Wetter oder welche Temperaturen ihn begleiten. Da mache ich dann meinem Grummelmamanamen alle Ehre.

   S: Ok, keinen Herbst und Winter für die Grummelmama! Das hört sich echt toll an, ich bin neidisch auf  
   Eure Sommerabende. Kein Wunder dass Du den Sommer so vermisst. Ich habe nun etwas mehr  
   Verständnis für Deine Grummelwetter-Postings!
 
K: Eines Tages grillen wir zusammen, versprochen! Was war denn nun dein teuflischstes Tief diese Woche?

   S: Mein teuflischstes Tief war am Freitag: Mein Mann organisierte mit seinen Mitgesellschaftern einen  
   Firmen-Event. Das ganze fand in Köln statt. Wir sind letztes Jahr im September ins Ruhrgebiet gezogen, 
   meiner Heimat, vorher haben wir 4,5 Jahre in Köln gelebt. Natürlich war klar, dass ich zuhause bleibe. Die 
   Veranstaltung war alles andere als babygerecht und ging bis spät in die Nacht. Es war das erste Mal, dass 
   ich bei etwas wirklich gerne dabei gewesen wäre, seitdem die Kinder da sind. Versteht mich nicht falsch, 
   ich hätte ebenso ungern die Kinder bei jemand anderem gelassen um dabei sein zu können, obwohl es   
   zum Glück Menschen gibt, denen ich sie anvertrauen würde. Es war mehr die Erkenntnis: Sarah, das geht 
   jetzt nicht mehr. Vieles ist nun komplizierter, bedarf genauer Planung. Selbstverständlich wusste ich das 
   alles vorher, aber als es dann so weit war, hat es mich doch etwas getroffen. Der Abend alleine warjedoch 
   toll! Ich habe ihn genossen. Paul hat geschlafen und Lena war hellwach, lag auf meinem Schoß und wir  
   haben Musik gehört. Es war kein wirkliches Tief, eher ein Ankommen in der Mama-Realität.

K: Da musste ich jetzt ein bisschen lachen, denn dieses Ankommen kenne ich nur zu gut. Es gab bei mir auch immer wieder Momente, in denen ich erkennen musste, dass es nicht mehr so läuft wie früher. Ehrlich gesagt passiert mir das sogar heute noch hin und wieder…*seufzt* Aber ich kann dich gut verstehen, ich hätte die Kinder auch nicht „abgegeben“, denn genießen kann man so einen Abend dann sowieso nicht mehr. Das erlaubt unsere arme, geschundene, wenn auch oft gestresste und genervte Mamaseele gar nicht am Anfang! 

   S: Na Du machst mir ja Hoffnung! Jetzt bist Du dran, was war Dein teuflischstes Tief?

K: Tut mir leid, ich sollte öfter lügen, was? :) Mein teuflischstes Tief diese Woche war am Mittwoch. Ich hatte gerade die Maus ins Ballett gebracht und lief mit dem Mäuschen im Kinderwagen aus der Ausfahrt des Gebäudekomplexes, in dem das Tanzstudio ist – als ich zuerst nur eine Frau „Haaaaaalt, Stooooopp!“ brüllen hörte, das nicht auf mich bezog und im nächsten Augenblick nur noch mitkriegte, dass mich ein VW-Bus erwischte. Die gute Frau war total hektisch, weil zu spät und keinen Parkplatz vorm Eingang gefunden, rückwärts aus der Ausfahrt gefahren und hatte mich und Mäuschen schlichtweg nicht gesehen. Mich erwischte sie am Arm und an der Hüfte – und was viel erschreckender und grauenvoller in dem Moment war – den Kinderwagen volle Breitseite, so dass die Räder der linken Seite unter der Stoßstange hingen. Ich riss in Panik den Buggy unter dem Auto hervor und dem Mäuschen ist nichts passiert. Uns beiden nicht. Die arme Fahrerin war total fertig mit sich und der Welt und hatte sicher einen noch schlimmeren Schrecken bekommen als ich. Aber als der erste Schock vorbei war, kamen eben die Gedankenmonster à la „Was wäre gewesen, wenn ich nicht den Kinderwagen, sondern den klapprigen Buggy genommen hätte, wie ich ursprünglich wollte?“, oder „Was, wenn die Frau nicht so schnell gebremst, sondern in Panik Bremse und Gas verwechselt hätte?“. 
Die Erkenntnis des Tages: „So schnell kann es gehen“, und man darf, kann und will sich gar nicht vorstellen, was alles passieren kann, wenn Auto gegen Kind gewinnt…

   S: Oh man, wie krass! Warum hast Du mir nicht eher davon erzählt? Das war ja ein wirkliches Tief, ich  
   hoffe Du hast den Schreck verdaut und das Gedankenmonster verscheucht?

K: Habe ich nicht? Ich glaube, ich wollte den Schreck schnell verdrängen und es ist ja auch nichts passiert… Ja, mittlerweile ist es wieder ok, aber den Tag danach hatte ich immer ein panisches Gefühl, sobald ich ein Auto um mich herum hörte. 

   S: Nein, hast Du nicht Ja das glaube ich Dir! Ich hoffe nächste Woche gibt es maximal ein "Tiefchen" für 
   Dich.

K: Das hoffe ich auch... Hey, da sind wir dann schon am Ende! Das war dann unser erster gemeinsamer Post. Hat Spaß gemacht! Ich übernehme mal frech das Schlusswort, da unser erster Grummarcesible Day heute auf meinem Blog startet, worüber ich mich sehr freue!

Nächste Woche geht es auf Inmarcesible dann weiter mit unseren himmlischsten Hochs und teuflischsten Tiefs. Ich bin schon ganz gespannt auf die neue Woche und wünsche Sarah und allen Leserinnen und Lesern einen tollen Septemberausklang!

Freitag, 20. September 2013

20 Dinge (1)

Aus mehreren aktuellen Anlässen wollte ich einmal folgende Liste erstellen und mit euch teilen.

20 Dinge, die Kinder einfach besser können als wir:
  1. an der Bettdecke immer genau SO ziehen, dass nur noch der Bezug oben hängt, während unten das ganze Deckenchaos klumpt (Uaaaaaah!)
  2. den Trinkbecher immer so nahe an die Tischkante stellen, dass er von selbst und wie von Geisterhand runterfällt
  3. ganz normal über den Badezimmerteppich laufen und ihn dabei derartig verknautschen, dass die Tür nicht mehr richtig aufgeht (Nochmal uaaaaaaah!)
  4. Schokobrötchen so verputzen, dass Nutella bis zu den Ohren klebt (Konnte ich auch früher, ist aber im Laufe des Erwachsenwerdens verloren gegangen)
  5. nach zwei Minuten Malkunst alle Finger bunt haben (Wie schaffen die das?)
  6. einen eben geputzen Spiegel binnen Sekunden in den Vor-Putz-Zustand zurückversetzen (Kinder kennen den für uns unsichtbaren Putzreset-Knopf. Wobei, Männer können ihn auch manchmal sehen)
  7. immer dann vergessen, wie man Schuhe anzieht oder wo die Jacke liegt, wenn die Erwachsenen es unglaublich eilig haben (Wobei, Männer können... Ihr wisst schon.)
  8. Verkäufer mit Blicken bezirzen und so immer kleine Geschenke bekommen
  9. an einem Tag Frikadellen total toll finden und sie am nächsten Tag hassen
  10. gefühlte 100 Stofftiere im Bett lagern und trotzdem noch selbst ein Schlafplätzchen finden
  11. richtig fiese Sachen sagen und tun - und Erwachsene trotzdem damit zum Lachen bringen
  12. unschöne Wahrheiten charmant verkaufen
  13. mit wenig Mühe und Aufwand die tollsten Geschenke herstellen (Zumindest, wenn die Verwandtschaft sich nicht traut, die Wahrheit zu sagen, weil sie 12) nicht mächtig ist)
  14. auf einem freien Platz den einzigen Baum finden und mit dem Bobbycar dagegenbrettern
  15. mit den Gummistiefel genau SO in Pfützen treten, dass das Wasser hineinlaufen kann
  16. sich Knoten IN die Haare kämmen (Auch eine Kunst!)
  17. kleinste Spielsachen nach GANZ hinten unter's Sofa schaffen, ohne auch nur in der Nähe davon gespielt zu haben
  18. ein Brot so essen, dass das ganze Zimmer verkrümelt ist (Männer?)
  19. alle Minen von gerade gespitzen Stiften in Rekordzeit wieder abbrechen
  20. beim Händewaschen das ganze Badezimmer unter Wasser setzen und es nicht gewesen sein (it's magic!)