2014... Irgendwie passt diese Bezeichung dem Jahr noch nicht. Geht es euch auch so, dass man erst einige Wochen braucht, bis man den neuen Jahresnamen verinnerlicht hat? Bisher klingt "2014" noch so futuristisch für mich, so nach Zukunftsvisonen und schwebenden Autos oder spacigen Flugobjekten... Der vierte Januar ist heute. Und das Wetter ist grau und regnerisch, viel zu warm und bisher war der Winter hier total schneelos, bis auf einen einzigen Tag, der etwas gepudert startete. Mich stört es nicht, die Tage werden langsam wieder länger und wir steuern (optimistisch gedacht) auf den Frühling zu.
Aber eine Sache kommt mir doch ewig vor. Die Zeit, in der Maus und Mäuschen nun schon zu Hause sind. Ohne Kindergarten, ohne Kita. Sind es Wochen? Monate? Gar ein Jahr schon? Immerhin gingen sie zuletzt 2013 morgens beide aus dem Haus. 2 Wochen Ferien plus vorherige Krankheits-Zuhausebleiberei von immer mindestens einem Kind. Langsam geht es an die Substanz und ich bin mehr als nur froh, dass der Mann so eine Geduld hat. Mit den Kindern UND mir.
Noch 3 Mal schlafen, dann ist endlich Öffnungstag! Wie ein kleines Kind freue ich mich darauf! (Darf man den Vergleich hier überhaut anführen?) Kein pupstillionstes Mal dieselben Hörspiele anhören, kein Playmobil, kein Lego, kein Mandalamaniamalmarathon mehr! Kein permanentes "Mama, das Mäuschen hat...", kein "Mamaaaaaaaaaa, Mäuschen soll....", kein "Boaaaaaaaaaaa, Mäuschen! Mamaaaaaaaaaaa!". Keine gelangweilte fast 5jährige mehr, die nach rund um die Uhr bespielt werden nicht mehr weiß, was sie mit sich selbst anfangen soll. Kein renitentes Trotzphasen-Mäuschen mehr, das scheinbar nichts anderes mehr machen möchte, als Dinge, die es nicht darf. So gar nicht darf. Nie. Kein Zeit totschlagen bis Abendessen mehr, das schon vormittags anfängt. Kein Bilderbuchbilderbenennen mehr auf dem Teppich im Wohnzimmer, auf dem mit Sicherheit eine Grummelmama-Hintern-Furche zu sehen sein wird, wenn die Woche zu Ende geht.
Es wird still sein. Nur ich, mein Kaffee und mein PC. Ich werde schreiben können, hoffentlich den ein oder anderen Euro verdienen dürfen - und nicht reden müssen.
Ich will nicht mehr reden. Kennt ihr das? Ich KANN meine Stimme nicht mehr hören, WILL sie nicht mehr hören. Will nicht mehr immer und immer wieder die gleichen Sätze raushauen müssen. Tag für Tag. Stunde für Stunde. Heute weiß ich, warum meine Eltern immer diesen doofen "Am besten nehmen wir es auf Langspielplatte auf"-Spruch so oft anführten. Heute müsste man das natürlich auf CD brennen oder auf den MP3-Player kopieren, aber das Prinzip bleibt das gleiche. Ich habe mittlerweile sogar das Gefühl, dass mein Hirn nicht mehr richtig arbeitet, keine ordentlichen und sinnvollen Gedankenabfolgen mehr zusammenbringt. Daran wollte ich euch auch gleich mit diesem Post teilhaben lassen. Es ist kein roter Faden mehr möglich, "The roter Faden has left the Grummelbrain". Vastehta?
Genug des Ringens von Verzweiflung und Hoffnung. Denn ein Gutes hat die ganze Ferien-Sache ja auch: Die Bazillen und Viren blieben all die Tage und Wochen in ihren Brutstätten. Kein Husten, kein Schnupfen, kein Krabbelvieh auf Kinderköpfen. Ich kann sogar stolz und freudig vermelden, dass wir um unsere traditionelle vorweihnachtliche Magen-Darm-Grippe rumgeschippert sind! Und auch wenn ich weiß, dass Scharlach, Angina und Bronchitis es sich in den Puppenecken und Bauzimmern gemütlich gemacht haben und mit hibbeliger Vorfreude die Tage bis zur Öffnung zählen, es nicht erwarten können, sich endlich wieder mit den kindlichen, kleinen Immunsystemen anzulegen und in den meisten Fällen einen Sieg vermelden zu können, muss ich sagen: SO geht es ja auch nicht weiter. Denn so sehr ich meine Kinder auch liebe, umso mehr freue ich mich, wenn ich sie erst am Mittag wohlbespielt und ausgetobt aus ihren Kitas und Kigas abholen kann.
Oder um es mit Pink zu sagen:
GO AWAY, GIVE ME A CHANCE TO MISS YOU!
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Samstag, 4. Januar 2014
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Mittwoch, 13. November 2013
Mama Nervpiens: Unterarten
Während ich mal wieder in den Genuss einer Eingewöhnung gekommen bin und Stunde um Stunde auf meinem kleinen Stühlchen in der Ecke verbringem durfte, schweigend und beobachtend wie einst die Supernanny in der ersten Phase, konnte ich einige seltene Exemplare der Gattung Mama Nervpiens in ihrem natürlichen Umfeld studieren. In ihrem Kitajungesabgabeumfeld fühlen sich die sonst eher scheuen Wesen sehr wohl und präsentieren sich in ihren schönsten Farben und für ihre Art typischen Kindbringritualen:
1. Die HappyMom.
Besondere Merkmale: Breites, übertriebenes Grinsen; viel zu hohe, gewollt niedliche Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe ihrer Jungen an der Kitatür: Begrüßt mit einem unfassbaren Grisen alle anwesenden Kinder mit Namen und einem nicht enden wollenden "Hallooooooooooooooooooooooooooooooo", fragt jedes Kind (und sei es auch noch so klein und nicht antwortfähig) "Naaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, duuuuuuuuuuuuuuuuuuuu?", knutscht ihr Junges vor versammelter Mannschaft ordentlich ab und verabschiedet sich dann mit dem aufgeregten Ruf "Bis spätaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!" von allen.
2. Die MussWegMom
Besondere Merkmale: Hektischer Gesichtsausdruck; flüchtige, drängende Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Schiebt ihr Junges mit einem unsanften, aber bestimmten Schups in den Kitaraum, stößt einen kurzen Ruf aus, der etwa wie ein "Tschüssbisspäta" klingt und verschwindet sogleich wieder aus dem Umfeld der Kinder. Ihr eigenes Junges bleibt meist etwas ratlos und bedröppelt im Raum zurück und braucht etwas länger, um sich in den Spielalltag einzufinden.
3. Die FreizeitMom
Besondere Merkmale: Entspannter Gesichtsaudruck; plaudernde, fast zwitschernde Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Streift sich vorm Abgaberitual die eigenen Schuhe ab und wirft ihr emotionales Netz aus, um eine Erzieherin zu fangen. Gelingt ihr ein solcher Fang, wird dieser ohne Rücksicht auf andere Verpflichtungen mit langweiligen Geschichten des eigenen Jungen gelähmt, bis die Erzieherin sich von selbst aus dem Netz befreien und ohne Augenkontakt zu halten in einen anderen Raum entkommen kann. Das Junge dieser Art von Mom ist übrigens meist direkt nach dem Eintreten in den Raum in einer Spielecke verschwunden.
4. Die SchlechtesGewissenMom
Besondere Merkmale: Dackelblick, sehr leidend; nölende, depressive Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Klammert sich am eigenen Jungen fest und drück und herzt es immer wieder. Das Junge, soweit schon eingewöhnt, versucht sich meist erfolglos vom Momtier zu befreien und muss weitere Küsse, Drücker und Schlechtesgewissenumarmungen erdulden, bis es von einer aufmerksamen Erzieherin erlöst wird. Die Art von Mom muss meist von einer Erzieherin getröstet und mit den tollen Spielvorhaben für ihr Junges aufgemuntert werden, woraufhin sie von ihren dringenden Erledigungen erzählen darf. Das Loswerden dieser Art ist ähnlich schwer wie das der FreizeitMom.
5. Die EasyMom
Besondere Merkmale: Cooler Gesichtsausdruck; ruhige, aber bestimmte Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Begleitet das Junge noch in den Raum, tauscht kurz wichtige Infos mit der Erzieherin aus und verschwindet dann unauffällig und dem Jungen von weitem winkend wieder aus dem Raum. Diese Art Mom ist die bei Erzieherinnen beliebteste Sorte. In Kindergärten überwiegt diese Art, in Kleinkindergruppen ist sie jedoch nicht häufig anzutreffen.
6. Die HilflosMom
Besondere Merkmale: Panischer, angsterfüllter Gesichtsausdruck; zitternde, fragende Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Abgabe des Jungen ohne Unterstützung und gutes Zureden seitens der Erzieherin nicht möglich. Eine sehr unsichere Art, die diese Unsicherheit gerne unbewusst auf das Junge überträgt, welches dann schnell in panische Heulanfälle verfällt, was die Abgabesituation oft eskalieren lässt. Es ist bis heute nicht ganz geklärt, ob an diesem Verhalten hauptsächlich die Mom oder das Junge Schuld ist. Es wird vermutet, dass die Trennung nicht ganz vollzogen und akzeptiert wurde.
Zu welcher Art gehört ihr? Ich selbst springe gerne durch die verschiedenen Abgabemöglichkeiten, je nach Lust und Laune. Jedoch habe ich noch nie Nr. 1 ausprobiert - und habe es auch nicht vor!
Bis spätaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!
1. Die HappyMom.
Besondere Merkmale: Breites, übertriebenes Grinsen; viel zu hohe, gewollt niedliche Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe ihrer Jungen an der Kitatür: Begrüßt mit einem unfassbaren Grisen alle anwesenden Kinder mit Namen und einem nicht enden wollenden "Hallooooooooooooooooooooooooooooooo", fragt jedes Kind (und sei es auch noch so klein und nicht antwortfähig) "Naaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, duuuuuuuuuuuuuuuuuuuu?", knutscht ihr Junges vor versammelter Mannschaft ordentlich ab und verabschiedet sich dann mit dem aufgeregten Ruf "Bis spätaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!" von allen.
2. Die MussWegMom
Besondere Merkmale: Hektischer Gesichtsausdruck; flüchtige, drängende Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Schiebt ihr Junges mit einem unsanften, aber bestimmten Schups in den Kitaraum, stößt einen kurzen Ruf aus, der etwa wie ein "Tschüssbisspäta" klingt und verschwindet sogleich wieder aus dem Umfeld der Kinder. Ihr eigenes Junges bleibt meist etwas ratlos und bedröppelt im Raum zurück und braucht etwas länger, um sich in den Spielalltag einzufinden.
3. Die FreizeitMom
Besondere Merkmale: Entspannter Gesichtsaudruck; plaudernde, fast zwitschernde Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Streift sich vorm Abgaberitual die eigenen Schuhe ab und wirft ihr emotionales Netz aus, um eine Erzieherin zu fangen. Gelingt ihr ein solcher Fang, wird dieser ohne Rücksicht auf andere Verpflichtungen mit langweiligen Geschichten des eigenen Jungen gelähmt, bis die Erzieherin sich von selbst aus dem Netz befreien und ohne Augenkontakt zu halten in einen anderen Raum entkommen kann. Das Junge dieser Art von Mom ist übrigens meist direkt nach dem Eintreten in den Raum in einer Spielecke verschwunden.
4. Die SchlechtesGewissenMom
Besondere Merkmale: Dackelblick, sehr leidend; nölende, depressive Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Klammert sich am eigenen Jungen fest und drück und herzt es immer wieder. Das Junge, soweit schon eingewöhnt, versucht sich meist erfolglos vom Momtier zu befreien und muss weitere Küsse, Drücker und Schlechtesgewissenumarmungen erdulden, bis es von einer aufmerksamen Erzieherin erlöst wird. Die Art von Mom muss meist von einer Erzieherin getröstet und mit den tollen Spielvorhaben für ihr Junges aufgemuntert werden, woraufhin sie von ihren dringenden Erledigungen erzählen darf. Das Loswerden dieser Art ist ähnlich schwer wie das der FreizeitMom.
5. Die EasyMom
Besondere Merkmale: Cooler Gesichtsausdruck; ruhige, aber bestimmte Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Begleitet das Junge noch in den Raum, tauscht kurz wichtige Infos mit der Erzieherin aus und verschwindet dann unauffällig und dem Jungen von weitem winkend wieder aus dem Raum. Diese Art Mom ist die bei Erzieherinnen beliebteste Sorte. In Kindergärten überwiegt diese Art, in Kleinkindergruppen ist sie jedoch nicht häufig anzutreffen.
6. Die HilflosMom
Besondere Merkmale: Panischer, angsterfüllter Gesichtsausdruck; zitternde, fragende Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Abgabe des Jungen ohne Unterstützung und gutes Zureden seitens der Erzieherin nicht möglich. Eine sehr unsichere Art, die diese Unsicherheit gerne unbewusst auf das Junge überträgt, welches dann schnell in panische Heulanfälle verfällt, was die Abgabesituation oft eskalieren lässt. Es ist bis heute nicht ganz geklärt, ob an diesem Verhalten hauptsächlich die Mom oder das Junge Schuld ist. Es wird vermutet, dass die Trennung nicht ganz vollzogen und akzeptiert wurde.
Zu welcher Art gehört ihr? Ich selbst springe gerne durch die verschiedenen Abgabemöglichkeiten, je nach Lust und Laune. Jedoch habe ich noch nie Nr. 1 ausprobiert - und habe es auch nicht vor!
Bis spätaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!
Montag, 11. November 2013
Laternendings
Letzte Woche war es bei uns wieder soweit: Laternenfest im Kindergarten. UND in der Kita. Am selben Tag. Zur fast selben Uhrzeit. Hier bei uns heißt dieses Ereignis nicht St.Martin, es reitet niemand auf einem Pferd und es wird am Ende des Umzugs auch kein großes Feuer entfacht. Zu meiner Zeit (vor etwa 300 Jahren) war das noch so. Schöne, neue Welt.
Seit die Maus im Kindergarten ist, wurde keine einzige Laterne gebastelt. Zum Glück liebt sie aber ihr gutes Stück aus der Kita heiß und innig und weigerte sich sogar beharrlich, eine neue Laterne zu kaufen. Und nein, ich bastele keine Laternen mit meinen Kindern. Ich bin die Grummelmama. Die kann nicht basteln. Die kann nur fluchend Tonpapier durchs Zimmer werfen, das dann nicht wegsegelt, weil es an ihren Fingern kleben bleibt. Und keiner, wirklich KEINER will das erleben. Also kaufen wir - oder lassen basteln.
Das Mäuschen hingegen hat in der Kita mit ihren 14 Monaten tatsächlich eine Laterne zusammengeschustert, was ihre große Schwester auch schwer beeindruckte. Natürlich wurde ihr verheimlicht, dass das Mäuschen, genau wie sie selbst damals, lediglich ein paar Buntstiftstriche auf ein durchscheinendes Papiert kritzelte und der Rest von den Erzieherinnen erledigt wurde.
Um 17h sollte also das Fest in Mäuschens Kita starten, eine halbe Stunde später das der Maus. Also stiefelten der Mann und ich zusammen mit den Mäusen los, um mal so richtig Laterne zu feiern. Im Garten der Kita war schon eine Menge los, die Maus rannte gleich mit ihren alten Kollegen durch die Gegend und amüsierte sich, während das Mäuschen eigentlich nur eins tat: sich fragen, was zum Geier wir hier eigentlich wollten. Der Garten ihrer Kita voller fremder Leute, Mama, Papa und Schwester dabei, überall trugen fremde Kinder leuchtende Papierkugeln durch die Gegend und dann fingen die Erzieher auch noch an, ein Lied nach dem anderen in ein komisches Gerät zu singen, das ihre Stimmen total laut werden ließ. Und daneben stand ein großer Tisch voller Essen, das man aber nicht nehmen durfte. Und ständig wurde versucht, einem dieses leuchtende Ding in die Hand nötigen und einen damit zum herumlaufen zu bewegen. Voll blöd. Mäuschen wollte nur eins. Weglaufen. Egal wohin, nur schnell. Und da der Mann und ich das verhindern wollten, durfte sie auf dem Arm ihrem Ärger Luft machen. Als es dann endlich nach ewiger Singerei (von Liedern, die überraschend unfassbar viele Strophen hatten, die die Erzieher auch ungerührt ALLE durchzogen) zum kleinen Umzug durch den Garten gehen sollte, liefen wir ein bisschen zur Tarnung mit, um am Gartentörchen schnell die Biege zu machen. Schließlich hatten wir noch viel vor. Partyhopping der Grummelklasse.
Schwupps war das gestresste Mäuschen im Buggy und wir eilten den vielen Eltern mit belaternten Kindern hinterher zum anderen Nicht-Martins-Umzug. Mittlerweile war es ziemlich dunkel und die Maus freute sich wie doof, zu ihren Freundinnen zu stoßen und mit ihrer uralten Kitalaterne zu prahlen - die unter uns gesagt wirklich nicht mehr pralle aussieht, aber was macht das schon, wenn die Besitzerin ein gutes Ego hat?
Der Umzug des Kindergartens ist immer ein etwas größeres Event. Eine Ewigkeit ziehen sehr viele Eltern mit sehr vielen Kindern in der Kindergartengegend umher und singen (die gleichen Lieder wie in der Kita, nur mit schon wieder ganz anderen Strophen! Die sind doch alle frei erfunden!). Die Maus lief alleine mit ihren Freundinnen umher, ich mich mit dem Mann und dem Mäuschen eher im Hintergrund haltend. Das Mäuschen kapierte immer noch nicht, was das hier alles sollte, was man seinem Gesichtsausdruck auch bestens entnehmen konnte. Jetzt liefen da ganz viele Große und Kleine mit diesen Leuchtdingern immer im Kreis auf den Wegen, auf denen man sonst zum Einkaufen oder zum Mausabholen spazierte? Das wurde ja immer merkwürdiger!
Später ging es dann in den mit vielen Laternen erleuchteten Garten des Kinderhauses, wo wieder gesungen und dann endlich auch gegessen wurde. Das stimmte das Mäuschen denn auch kurz fröhlich. Den Mann allerdings weniger, denn es gab Schmalz- und Butterbrote. "Die Schmalzbrote sind selbstverständlich vegetarisch!". Dieser Satz der Kinderhausleiterin war es, der dem Mann den letzten Spaß nahm. Der Mann ist karnivor. Und ist überhaupt nicht amused bei der Kombination der Worte "Schmalz" und "vegetarisch". Daher schickte ich ihn und das Mäuschen kurzerhand nach Hause, bevor die Situation eskalieren konnte und suchte die drei einzigen Mütter, mit denen ich mich wirklich gut verstehe. Es sind auch Grummelmütter. Perfekt, oder? So wurde es dann auch noch echt lustig. Unsere Kinder waren in der Dunkelheit des Gartens verschwunden und wir hatten es uns dieses Jahr auch nicht mehr zur Aufgabe gemacht, hinter ihnen herzulaufen und aufzupassen. Komme, was wolle - wir wollten einfach unsere Ruhe, ein bisschen quatschen und viel zu süßen Kinderpunsch trinken. Neben uns stand ein Vater neben einem anderen dieser recht seltenen Spezies auf solchen Festen und sagte "Das ist ja die reinste Hölle hier! Wie kann meine Frau das nur jeden Tag mitmachen ohne verrückt zu werden?" und eine meiner Grummelmütter sagte laut "Das wird sie doch! Jeden Tag! Kapiert er das nicht?" - und wir lachten und lachten. Verzweifelt, zustimmend und vielleicht etwas übertrieben laut.
Und als die Maus und ich dann viel zu spät nach Hause schlenderten - wir waren mit die Letzten gewesen - merkte ich, dass es doch ein ganz witziger Tag gewesen war. Anstrengend, aber unterhaltsam. Und ich merkte, dass alles einfacher wird, wenn die Kinder größer werden. Und ein klitzekleines bisschen freue ich mich auf das nächste Laternenfest. Aber pssst, nicht verraten. Ich habe einen Ruf zu verlieren!
Seit die Maus im Kindergarten ist, wurde keine einzige Laterne gebastelt. Zum Glück liebt sie aber ihr gutes Stück aus der Kita heiß und innig und weigerte sich sogar beharrlich, eine neue Laterne zu kaufen. Und nein, ich bastele keine Laternen mit meinen Kindern. Ich bin die Grummelmama. Die kann nicht basteln. Die kann nur fluchend Tonpapier durchs Zimmer werfen, das dann nicht wegsegelt, weil es an ihren Fingern kleben bleibt. Und keiner, wirklich KEINER will das erleben. Also kaufen wir - oder lassen basteln.
Das Mäuschen hingegen hat in der Kita mit ihren 14 Monaten tatsächlich eine Laterne zusammengeschustert, was ihre große Schwester auch schwer beeindruckte. Natürlich wurde ihr verheimlicht, dass das Mäuschen, genau wie sie selbst damals, lediglich ein paar Buntstiftstriche auf ein durchscheinendes Papiert kritzelte und der Rest von den Erzieherinnen erledigt wurde.
Um 17h sollte also das Fest in Mäuschens Kita starten, eine halbe Stunde später das der Maus. Also stiefelten der Mann und ich zusammen mit den Mäusen los, um mal so richtig Laterne zu feiern. Im Garten der Kita war schon eine Menge los, die Maus rannte gleich mit ihren alten Kollegen durch die Gegend und amüsierte sich, während das Mäuschen eigentlich nur eins tat: sich fragen, was zum Geier wir hier eigentlich wollten. Der Garten ihrer Kita voller fremder Leute, Mama, Papa und Schwester dabei, überall trugen fremde Kinder leuchtende Papierkugeln durch die Gegend und dann fingen die Erzieher auch noch an, ein Lied nach dem anderen in ein komisches Gerät zu singen, das ihre Stimmen total laut werden ließ. Und daneben stand ein großer Tisch voller Essen, das man aber nicht nehmen durfte. Und ständig wurde versucht, einem dieses leuchtende Ding in die Hand nötigen und einen damit zum herumlaufen zu bewegen. Voll blöd. Mäuschen wollte nur eins. Weglaufen. Egal wohin, nur schnell. Und da der Mann und ich das verhindern wollten, durfte sie auf dem Arm ihrem Ärger Luft machen. Als es dann endlich nach ewiger Singerei (von Liedern, die überraschend unfassbar viele Strophen hatten, die die Erzieher auch ungerührt ALLE durchzogen) zum kleinen Umzug durch den Garten gehen sollte, liefen wir ein bisschen zur Tarnung mit, um am Gartentörchen schnell die Biege zu machen. Schließlich hatten wir noch viel vor. Partyhopping der Grummelklasse.
Schwupps war das gestresste Mäuschen im Buggy und wir eilten den vielen Eltern mit belaternten Kindern hinterher zum anderen Nicht-Martins-Umzug. Mittlerweile war es ziemlich dunkel und die Maus freute sich wie doof, zu ihren Freundinnen zu stoßen und mit ihrer uralten Kitalaterne zu prahlen - die unter uns gesagt wirklich nicht mehr pralle aussieht, aber was macht das schon, wenn die Besitzerin ein gutes Ego hat?
Der Umzug des Kindergartens ist immer ein etwas größeres Event. Eine Ewigkeit ziehen sehr viele Eltern mit sehr vielen Kindern in der Kindergartengegend umher und singen (die gleichen Lieder wie in der Kita, nur mit schon wieder ganz anderen Strophen! Die sind doch alle frei erfunden!). Die Maus lief alleine mit ihren Freundinnen umher, ich mich mit dem Mann und dem Mäuschen eher im Hintergrund haltend. Das Mäuschen kapierte immer noch nicht, was das hier alles sollte, was man seinem Gesichtsausdruck auch bestens entnehmen konnte. Jetzt liefen da ganz viele Große und Kleine mit diesen Leuchtdingern immer im Kreis auf den Wegen, auf denen man sonst zum Einkaufen oder zum Mausabholen spazierte? Das wurde ja immer merkwürdiger!
Später ging es dann in den mit vielen Laternen erleuchteten Garten des Kinderhauses, wo wieder gesungen und dann endlich auch gegessen wurde. Das stimmte das Mäuschen denn auch kurz fröhlich. Den Mann allerdings weniger, denn es gab Schmalz- und Butterbrote. "Die Schmalzbrote sind selbstverständlich vegetarisch!". Dieser Satz der Kinderhausleiterin war es, der dem Mann den letzten Spaß nahm. Der Mann ist karnivor. Und ist überhaupt nicht amused bei der Kombination der Worte "Schmalz" und "vegetarisch". Daher schickte ich ihn und das Mäuschen kurzerhand nach Hause, bevor die Situation eskalieren konnte und suchte die drei einzigen Mütter, mit denen ich mich wirklich gut verstehe. Es sind auch Grummelmütter. Perfekt, oder? So wurde es dann auch noch echt lustig. Unsere Kinder waren in der Dunkelheit des Gartens verschwunden und wir hatten es uns dieses Jahr auch nicht mehr zur Aufgabe gemacht, hinter ihnen herzulaufen und aufzupassen. Komme, was wolle - wir wollten einfach unsere Ruhe, ein bisschen quatschen und viel zu süßen Kinderpunsch trinken. Neben uns stand ein Vater neben einem anderen dieser recht seltenen Spezies auf solchen Festen und sagte "Das ist ja die reinste Hölle hier! Wie kann meine Frau das nur jeden Tag mitmachen ohne verrückt zu werden?" und eine meiner Grummelmütter sagte laut "Das wird sie doch! Jeden Tag! Kapiert er das nicht?" - und wir lachten und lachten. Verzweifelt, zustimmend und vielleicht etwas übertrieben laut.
Und als die Maus und ich dann viel zu spät nach Hause schlenderten - wir waren mit die Letzten gewesen - merkte ich, dass es doch ein ganz witziger Tag gewesen war. Anstrengend, aber unterhaltsam. Und ich merkte, dass alles einfacher wird, wenn die Kinder größer werden. Und ein klitzekleines bisschen freue ich mich auf das nächste Laternenfest. Aber pssst, nicht verraten. Ich habe einen Ruf zu verlieren!
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Samstag, 12. Oktober 2013
Eingewöhnt
Ihr wundert euch sicher, warum die alte Grummelmama hier nichts mehr schreibt. Meine Facebook Follower wissen es schon: Ich bin in der Kita-Eingewöhnung mit dem Mäuschen. Und alle, die sowas schon durch haben, wissen genau, was das bedeutet. Nämlich stundenlanges Rumsitzen in überhitzen Räumen, in denen zu allem Überfluss (und als wäre nicht alles schon schlimm genug) auch noch wildfremde Kleinstkinder herumspringen.
Wie kam es überhaupt dazu? Da wir hier leider weit ab von Gut, Böse und Familienanschluss wohnen und ich deshalb niemanden habe, der hin und wieder ein paar Stunden das Mäuschen nehmen kann, während ich tun kann, was eine Grummelmama vormittags so tun muss, haben wir schon bei der Maus beschlossen, relativ früh eine Kita zu suchen. Das große Glück ist, dass direkt im Nebenhaus zwei Kleinkindergruppen untergebracht sind, die auch noch Platz für uns hatten! So war die Maus mit 18 Monaten fällig - und das Mäuschen nun schon mit zarten 13. Richtig wohl war und ist mir nicht bei der Sache, da ich sie schon noch sehr klein finde, aber sie meisterte diese Woche mit mir zusammen dort richtig gut, was meine von schlechtem Gewissen geplagte Mutterseele doch etwas beruhigte. Sie findet es toll, spannend und super - und ich steure auf den Moment zu, an dem ich guten Gewissens die Kita verlassen und mich Haushalt, Arbeit und einem bisschen Nichtstun widmen kann.
So eine Eingewöhnung ist übrigens eine ganz spezielle Sache. Für eine Grummelmama wie mich ist sie in etwa wie ein Indoorspielplatzbesuch, den man mit Spaßbad und Babymassage kombiniert hat. GRAU-EN-VOLL.
Man kommt morgens an, möglichst später als alle anderen, damit man den unnötigen "Ach, ihr seid die Neuen!" Gespräche der anderen Eltern ausweichen kann. Schuhe ausziehen, Hausschlappen an und rein in die gute, auf ca. 40°C geheizte Stube. Großes Hallo seitens der Erzieher, die sich "totaaaaaaaal" freuen, dass das Mäuschen auch wieder da ist. Mäuschen düst nach drei Sekunden Schüchternheit ab ins Nebenzimmer zum Kastanienspielen. Und die arme Grummelmama? Setzt sich auf einen ergonomisch geformten Erzieherstuhl in die Ecke und versucht zu lesen.Versucht. Denn alle paar Sekunden kommt ein anderes verrotztes und hustendes Fremdkind vorbei und piekst einen mit Spielbesteck, bewirft einen mit bunten, vollgeschlotzten Plastikbällen oder will auf meinen Schoß klettern.
(Im Grunde könnte man die Eingewöhnungszeit auch "Keimgewöhnungszeit" nennen. Unglaublich, dass man diese Zeit lebend überstehen kann.)
Wenn die kleinen Bazillenschleudern einen dann mal in Ruhe lassen, kommt eine der drei Erzieherinnen zu einem, um ein pädagogisch wertvolles Erst-, Zweit- oder Drittgespräch zu halten. "Ja, das mache ich zu Hause auch so". "Nein, davon halte ich ehrlich gesagt nicht viel". "Ja, das kann sie schon". "Nein, das tut sie nicht".
Ein Ratschlag an alle Ersteingewöhnenden: Vertretet UNBEDINGT eure Meinungen. Nur weil die Damen und Herren eine Ausbildung oder gar ein Studium hinter sich haben, das sie dazu befähigt, eure Kinder zu betreuen, kennt NUR ihr eure Eingewöhnungsbrut und deren Gewohnheiten, Vorlieben - und vor allem deren wunde Pünktchen. Ich habe bei der Eingewöhnung mit der Maus damals den Fehler gemacht, nicht die Grummelklappe aufzumachen, wenn mir etwas schräg vorkam und das Ende vom Lied waren 4 (!) komplette, furchterregende Wochen der schieflaufenden Eingewöhnung.
Aber weiter im Ablauf: Es geschieht nun das, was ich als schlimmste Folter der Elternzeit empfinde und immer empfunden habe. Der Singkreis mit Namensrunde, an dem ich natürlich teilnehmen muss, damit das Mäuschen auch "entspannt reinfinden kann". Überhaupt muss alles "entspannt" passieren. Nur leider geben einem die Erzieherinnen nichts von ihren Entspannungsdrogen ab. Nie!
Nachdem die niesenden Zwerge genug niedliche, entspannte Lieder gesungen und Chaos in der Gruppe verbreitet haben, wird wieder aufgeräumt und zum Zwischensnack geblasen. Man glaubt kaum, wieviel Zeit bei den einfachsten Tätigkeiten vergehen kann, wenn sie mit 10 Kleinstkindern erledigt werden müssen. Nach dem Snack, der gefühlte Stunden dauerte, wird gewickelt. Ganz entspannt ein Kind nach dem anderen. Ich unterdrücke derweil Würgereflexe, weil ich schon nicht auf die Ausscheidungen meiner Kinder stehe, braune Windelfüllungen von Fremdzwergen jedoch in höchstem Maße widerlich finde.
Nach der Operation Wickeltisch beschließt man, doch einen Spaziergang zu machen. Im Klartext bedeutet das, dass 10 Kleinstkinder zum Rausgehen bewegt und vorher angezogen werden müssen. Nach gefühlten Stunden und Toilettengängen der Erzieher und meiner Wenigkeit geht es dann tatsächlich auch los.
Im Anschluss an einen unfassbar öden Spaziergang geht es wieder zurück in die Gruppe. Wenn es gut gelaufen ist, darf ich mir einen Kaffee besorgen und mich vor die Gruppentür verziehen. Nur ich, mein Buch und ein Kaffee. Klingt göttlich. Doch leider beginnt meist zu diesem Zeitpunkt die Wickelrunde der Nebengruppe, die leider keinen eigenen Wickeltisch im Gruppenraum hat und mit allen Kindern nach und nach entspannt über den Flur in den Baderaum laufen muss. Also kommt auch hier ständig ein Fremdkind vorbei, das mich hustend und verrotzt mit Spielbesteck piekst, mit bunten, vollgeschlotzten Plastikbällen bewirft oder auf meinen Schoß klettern will. Auf dem Gang ist es übrigens viel zu kalt und ich warte darauf, mit einer Lungenentzündung dieser Kleinkindergartengeisterbahn zu entkommen.
Zurück in der Gruppe folgen dann wieder pädagogisch wertvolle Gespräche der Erzieher, die ganz begeistert sind, wie toll das Mäuschen das alles meistert - was mich wohl am allermeisten freut, da der Moment absehbar wird, an dem ich nicht mehr dieser unerträglichen Eingewöhnungsentspannung ausgesetzt bin.
Was soll ich noch sagen? Das Mäuschen ist krank und gestern nicht in die Kita gegangen, die erhoffte Lungenentzündung hat mich nicht ereilt, nur ein hundsgewöhnlicher Schnupfen - und ich hoffe und bete, dass nächste Woche die letzten Tage des Eingewöhnens angebrochen sind und das Mäuschen alleine Tag für Tag die für mich unerträgliche Langeweile eines Kleinkinderkitavormittags durchlaufen kann. Ganz entspannt natürlich.
Wie kam es überhaupt dazu? Da wir hier leider weit ab von Gut, Böse und Familienanschluss wohnen und ich deshalb niemanden habe, der hin und wieder ein paar Stunden das Mäuschen nehmen kann, während ich tun kann, was eine Grummelmama vormittags so tun muss, haben wir schon bei der Maus beschlossen, relativ früh eine Kita zu suchen. Das große Glück ist, dass direkt im Nebenhaus zwei Kleinkindergruppen untergebracht sind, die auch noch Platz für uns hatten! So war die Maus mit 18 Monaten fällig - und das Mäuschen nun schon mit zarten 13. Richtig wohl war und ist mir nicht bei der Sache, da ich sie schon noch sehr klein finde, aber sie meisterte diese Woche mit mir zusammen dort richtig gut, was meine von schlechtem Gewissen geplagte Mutterseele doch etwas beruhigte. Sie findet es toll, spannend und super - und ich steure auf den Moment zu, an dem ich guten Gewissens die Kita verlassen und mich Haushalt, Arbeit und einem bisschen Nichtstun widmen kann.
So eine Eingewöhnung ist übrigens eine ganz spezielle Sache. Für eine Grummelmama wie mich ist sie in etwa wie ein Indoorspielplatzbesuch, den man mit Spaßbad und Babymassage kombiniert hat. GRAU-EN-VOLL.
Man kommt morgens an, möglichst später als alle anderen, damit man den unnötigen "Ach, ihr seid die Neuen!" Gespräche der anderen Eltern ausweichen kann. Schuhe ausziehen, Hausschlappen an und rein in die gute, auf ca. 40°C geheizte Stube. Großes Hallo seitens der Erzieher, die sich "totaaaaaaaal" freuen, dass das Mäuschen auch wieder da ist. Mäuschen düst nach drei Sekunden Schüchternheit ab ins Nebenzimmer zum Kastanienspielen. Und die arme Grummelmama? Setzt sich auf einen ergonomisch geformten Erzieherstuhl in die Ecke und versucht zu lesen.Versucht. Denn alle paar Sekunden kommt ein anderes verrotztes und hustendes Fremdkind vorbei und piekst einen mit Spielbesteck, bewirft einen mit bunten, vollgeschlotzten Plastikbällen oder will auf meinen Schoß klettern.
(Im Grunde könnte man die Eingewöhnungszeit auch "Keimgewöhnungszeit" nennen. Unglaublich, dass man diese Zeit lebend überstehen kann.)
Wenn die kleinen Bazillenschleudern einen dann mal in Ruhe lassen, kommt eine der drei Erzieherinnen zu einem, um ein pädagogisch wertvolles Erst-, Zweit- oder Drittgespräch zu halten. "Ja, das mache ich zu Hause auch so". "Nein, davon halte ich ehrlich gesagt nicht viel". "Ja, das kann sie schon". "Nein, das tut sie nicht".
Ein Ratschlag an alle Ersteingewöhnenden: Vertretet UNBEDINGT eure Meinungen. Nur weil die Damen und Herren eine Ausbildung oder gar ein Studium hinter sich haben, das sie dazu befähigt, eure Kinder zu betreuen, kennt NUR ihr eure Eingewöhnungsbrut und deren Gewohnheiten, Vorlieben - und vor allem deren wunde Pünktchen. Ich habe bei der Eingewöhnung mit der Maus damals den Fehler gemacht, nicht die Grummelklappe aufzumachen, wenn mir etwas schräg vorkam und das Ende vom Lied waren 4 (!) komplette, furchterregende Wochen der schieflaufenden Eingewöhnung.
Aber weiter im Ablauf: Es geschieht nun das, was ich als schlimmste Folter der Elternzeit empfinde und immer empfunden habe. Der Singkreis mit Namensrunde, an dem ich natürlich teilnehmen muss, damit das Mäuschen auch "entspannt reinfinden kann". Überhaupt muss alles "entspannt" passieren. Nur leider geben einem die Erzieherinnen nichts von ihren Entspannungsdrogen ab. Nie!
Nachdem die niesenden Zwerge genug niedliche, entspannte Lieder gesungen und Chaos in der Gruppe verbreitet haben, wird wieder aufgeräumt und zum Zwischensnack geblasen. Man glaubt kaum, wieviel Zeit bei den einfachsten Tätigkeiten vergehen kann, wenn sie mit 10 Kleinstkindern erledigt werden müssen. Nach dem Snack, der gefühlte Stunden dauerte, wird gewickelt. Ganz entspannt ein Kind nach dem anderen. Ich unterdrücke derweil Würgereflexe, weil ich schon nicht auf die Ausscheidungen meiner Kinder stehe, braune Windelfüllungen von Fremdzwergen jedoch in höchstem Maße widerlich finde.
Nach der Operation Wickeltisch beschließt man, doch einen Spaziergang zu machen. Im Klartext bedeutet das, dass 10 Kleinstkinder zum Rausgehen bewegt und vorher angezogen werden müssen. Nach gefühlten Stunden und Toilettengängen der Erzieher und meiner Wenigkeit geht es dann tatsächlich auch los.
Im Anschluss an einen unfassbar öden Spaziergang geht es wieder zurück in die Gruppe. Wenn es gut gelaufen ist, darf ich mir einen Kaffee besorgen und mich vor die Gruppentür verziehen. Nur ich, mein Buch und ein Kaffee. Klingt göttlich. Doch leider beginnt meist zu diesem Zeitpunkt die Wickelrunde der Nebengruppe, die leider keinen eigenen Wickeltisch im Gruppenraum hat und mit allen Kindern nach und nach entspannt über den Flur in den Baderaum laufen muss. Also kommt auch hier ständig ein Fremdkind vorbei, das mich hustend und verrotzt mit Spielbesteck piekst, mit bunten, vollgeschlotzten Plastikbällen bewirft oder auf meinen Schoß klettern will. Auf dem Gang ist es übrigens viel zu kalt und ich warte darauf, mit einer Lungenentzündung dieser Kleinkindergartengeisterbahn zu entkommen.
Zurück in der Gruppe folgen dann wieder pädagogisch wertvolle Gespräche der Erzieher, die ganz begeistert sind, wie toll das Mäuschen das alles meistert - was mich wohl am allermeisten freut, da der Moment absehbar wird, an dem ich nicht mehr dieser unerträglichen Eingewöhnungsentspannung ausgesetzt bin.
Was soll ich noch sagen? Das Mäuschen ist krank und gestern nicht in die Kita gegangen, die erhoffte Lungenentzündung hat mich nicht ereilt, nur ein hundsgewöhnlicher Schnupfen - und ich hoffe und bete, dass nächste Woche die letzten Tage des Eingewöhnens angebrochen sind und das Mäuschen alleine Tag für Tag die für mich unerträgliche Langeweile eines Kleinkinderkitavormittags durchlaufen kann. Ganz entspannt natürlich.
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