Die liebe Herzmutter Janina, die auch schon Gast hier bei mir war, startete vor ein paar Wochen diese Blog-Parade, an der ich noch unbedingt teilnehmen wollte, weil ich dieses Thema spannend und wichtig finde.
Zerstören Kinder unsere Freundschaft? Mit diesen ziemlich harten Worten habe ich über dieses Thema eigentlich noch gar nicht nachgedacht. Bisher war meine Meinung dazu nur, dass Kinder Freundschaften auf jeden Fall verändern, weil einfach von heute auf morgen Prioritäten verschoben werden. In den Schwangerschaften habe ich diese Verschiebung jedoch eigentlich nicht verspürt. Meine kinderlosen Freundinnen fanden auf jeden Fall meine erste Schwangerschaft alle sehr spannend, nahmen daran Anteil, fragten viel, gingen mit shoppen und machten sich mit mir Gedanken, was sich wohl alles ändern würde in MEINEM Leben. Also kann ich nicht behaupten, dass die Veränderung schon in der Schwangerschaft beginnt und das empfand ich auch nicht so, als ich selbst noch kinderlos war und Freundinnen oder jüngere Verwandte vor mir schwanger waren. Ich selbst liebte es auch, die Bäuche wachsen und die Kleiderschränke voller werden zu sehen mit süßen Babysachen und Spielzeugen. Die Frauen veränderten sich für mich nicht wirklich - und ich glaube, ich veränderte mich ebensowenig für meine Freundinnen. Natürlich muss man zu der Sorte Schwangeren gehören, die neben der Schwangerschaft auch noch andere Gesprächsthemen haben, sonst wird es wahrscheinlich wirklich schon vorher anstrengend und einseitig.
Was mir bei all dem auch noch half, war wohl die Tatsache, dass ich noch nie der Partylöwe oder Discotiger war, der trinken und tanzend die Nacht zum Tag machte. Ich konnte all das, was ich VOR der Schwangerschaft mit Freunden unternahm, auch IN der Schwangerschaft machen.
Als das Baby dann auf der Welt und in unserem Leben war, änderte sich einiges. Aber ich kann auch hier nicht sagen, dass es unbedingt negativ geschah. Sicher ist es so, dass kinderlosen Freunden oft das Verständnis für ganz normale Tatsachen fehlt. Oft staunte ich mit großen Augen über so viel Unverständnis und fehlende Fähigkeiten, sich in Situationen hineinzuversetzen. Vor allem betraf dieses Unverständnis Tatsachen wie Schlafgewohnheiten und Tagesabläufe von und mit Kindern. Das war und ist wohl das, was unsere kinderlosen Freunde am wenigsten nachvollziehen konnten. Mit Kindern gehen eben nicht mehr alle Dinge zu jeder Zeit und spontan. Zumindest nicht bei uns, die wir sehr strukturiert und durchgeplant und unsere Kinder an genaue Zeitpläne gewöhnt sind. Natürlich ändert sich auch die Besucher-Situation. Ich selbst hasste und hasse es, mit sehr kleinen Kindern im Alter des Mäuschens zu kinderlosen Freunden nach Hause zu kommen, wo nichts kindersicher ist. Es ist unentspannt, nervig, gefährlich, doof - und treibt mir nur Schweißperlen auf die Stirn, während mein kinderloses und entspanntes Gegenüber denkt, dass ich scheinbar einen an der Klatsche habe, weil ich ständig einem einjährigen Dreikäsehoch hinterherhechten muss. So ist das für mich. So ist das für meine Freunde. Aber das sind alles Dinge, die ich verstehen kann. Und für mich sind das vor allem alles Dinge, die eine echte Freundschaft nicht vor unlösbare Probleme stellen.
Wichtig ist einfach, dass man sich selbst auf jeden Fall seine Selbstreflexion bewahrt und diese auch oft und gerne einsetzt. Und dass man zu sich und seinem kinderlosen Umfeld schlichtweg ehrlich ist. Man kann über alles reden und einfach ab und an mal auf den Punkt bringen, was einen stört und was man gerne geändert hätte. So besuchen uns unsere Freunde eben meistens hier, wo wir in Ruhe und entspannt quatschen und Käffchen trinken können, während Maus und Mäuschen in ihrem Zimmer spielen und ich nicht permanent teure Gitarren oder unbezahlbare Stereoanlagen vor ihnen in Sicherheit bringen muss. Oder unsere Freunde sind eben daran gewöhnt, dass es den Mann und mich auf Abendveranstaltungen nicht mehr im Doppelpack gibt, sondern wir uns an solchen Ereignissen abwechseln müssen, weil einer von uns zu Hause den Babysitter spielen muss. So sind wir eben. Und ich glaube behaupten zu können, dass ich nicht zu der Sorte Mutter gehöre, die in ihrer Freizeit mit Freunden permanent über die Brut und deren Stuhl-, Schlaf- oder Essgewohnheiten sprechen muss. Im Gegenteil freue ich mich ja darüber, wenn ich mal über andere Dinge reden kann und nehme diese Chancen auch sehr gerne wahr.
Also, um ein kleines Fazit zum Thema dieser Blogparade ziehen zu können: Ich muss euch enttäuschen. Ich finde nicht, dass Kinder Freundschaften zerstören. Lockere Bekanntschaften, die nur auf Freizeit und Party gründeten, vielleicht. Aber Freundschaften ganz sicher nicht. Nicht in meiner Welt. Sicher, sie verändern sich, man sieht sich weniger oft, muss andere Nischen für Unternehmungen und Aktionen suchen und finden - aber bisher machten das all unsere Freunde gerne mit. Und wir auch. All das ist nur eine Frage der Toleranz, Organisation, Ehrlichkeit - und Treue. Denn Kinder sind ja kleine, neue Menschen, die eben zu uns gehören und keine Störenfriede und Eindringlinge in Beziehungen zwischen Menschen, die sich wirklich mögen. Und ich freue mich, mit diesem Text festellen zu können, dass wir uns wohl schon lange vor unseren Kindern die richtigen Herzensmenschen ausgesucht haben, die diese Meinung mit uns teilen.
Posts mit dem Label Kinder werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kinder werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Samstag, 1. Februar 2014
Blogparade: Zerstören Kinder unsere Freundschaft?
Labels:
Blogparade
,
Freundschaften
,
Herzmutter
,
Kinder
,
kinderlos
,
Maus
,
Mäuschen
,
Schwangerschaft
,
Veränderungen
Sonntag, 19. Januar 2014
Schreibende Jammerfrauen und andere Berufungen
Vor ein paar Tagen stieß mich der Mann auf den Artikel "Schreiben und Kinder sind unvereinbar" von Julia Franck in der Welt. Jetzt, wo ich mir ein paar Gedanken dazu gemacht habe, wollte ich doch noch ein paar Worte zu diesem Thema loswerden, denn in den letzten Wochen wird ja eine regelrechte Unvereinbarkeits-Debatte von Müttern und Frauen geführt, die teilweise nachvollziehbar ist, teilweise aber auch sehr auf ein Niveau abrutscht, welches den berüchtigten Jammerfrauen-Artikel in der FAZ herausforderte.
Schreiben und Kinder sollen also unvereinbar sein. "Richtige" Schriftsteller brauchen Ruhe, Abgeschiedenheit und Einsamkeit, um ihre Werke zu Papier zu bringen, Gedanken zu formen und die Kreativität fließen zu lassen und können keine Kinder, Sorgen und Krankheiten in ihrem Schaffensprozess gebrauchen. So zumindest kommt es vielen Autoren vor, die keine oder NOCH keine Kinder haben. Scheinbar soll die Elternschaft sogar eine Art Todesurteil für junge Schriftsteller sein, was nun doch überdramatisch dargestellt scheint, sogar für mich, die eine wahre Drama-Ader in sich hat.
Was mich jetzt an dieser Debatte nun doch etwas stutzig gemacht hat, ist die Tatsache, dass der Prozess des Schreibens dabei so vereinheitlicht und pragmatisiert wird. Gibt es nicht ebenso viele unterschiedliche Arten des Schreibens wie es verschiedene Schriftsteller, Texter, Journalisten, Dichter, Drehbuch- oder Theaterstück-Autoren oder Blogger gibt? Wie kann man das Schreiben per se gerade als Schriftstellerin oder Schriftsteller so starr und als gegeben definieren?
Jeder Mensch, der es sich zum Hobby oder Beruf gemacht hat, Buchstaben zu Worten, Sätzen und Texten zusammenzufügen, arbeitet doch auf seine ganz eigene Art mit seinen Werkzeugen. Die einen schreiben am Stück ganze Kapitel, die anderen jeden Tag ein paar wenige Seiten. Manche brauchen keine Entwürfe und kommen nach einer Stunde mit den besten Texten daher, andere müssen erst lange an Konzepten und Theorien arbeiten, bis sie ihr Gerüst gedanklich so weit erbaut haben, dass sie loslegen können. Die einen arbeiten am liebsten in der Nacht, die anderen können nur am frühen Morgen kreativ sein. Und selbst diese unterschiedlichen Arten des Schreib-Prozesses können fließend ineinander übergehen und/oder sich im Laufe des Schreiber-Lebens gewaltig ändern. Man wird älter, die Umstände und die Interessen entwickeln und verschieben sich - das Schreiben reift wie ein guter Käse oder Wein mit all seinen Nuancen und Noten. Soweit, so gut. Ein Schriftsteller, der plötzlich nicht nur seine Arbeit hat, sondern Vater oder Mutter wurde, muss lernen, seinen Prozess wieder neu zu überdenken. Man kann nicht mehr dann schreiben, wann es einen überkommt, man muss Planungen machen, Zeitfenster nutzen, die einem vom Alltag angeboten werden, es müssen neue Wege des kreativen Prozesses beschritten und erkundet werden.
ABER: Was genau hat das jetzt nur mit der Schriftstellerei zu tun? Es ist richtig, ich kann heute nicht mehr dann schreiben, wann ich Lust dazu habe. Ich muss das Schreiben weniger als kreative Marotte und mehr als Beruf sehen, der in mehr oder weniger geregelten Bahnen zu verlaufen hat. Aber geht das jetzt nur uns Buchstaben-Artisten so, oder stehen nicht alle arbeitenden Eltern genau vor diesem "Problem", wenn man es jetzt zu einem machen möchte? Wer Kinder hat, der kann nicht mehr alles zu jeder Zeit tun. Das ist wahr. Aber wer Kinder hat, der hat doch nicht automatisch sein Recht auf Eigenes verwirkt! Kinder schlafen, sind in Kindergärten, Kitas, sie spielen, sind bei Freunden, Verwandten, gehen irgendwann wieder eigene Wege - und in all dieser gar nicht so schrecklich kurzen Zeit muss Mann oder Frau eben den Beruf oder die Berufung unterbringen.
Und nochmal aufs Schreiben gemünzt: Meine erste veröffentliche Kurzgeschichte war eine Geschichte für Kinder, die ich SO ohne meine beiden Töchter vielleicht nie geschrieben hätte. Meine Gedanken- und Ideenwelt, mein Horizont und meine Sichtweise auf und um Dinge veränderten sich gewaltig durch ihre Geburt. ICH veränderte mich. Und mit mir mein Schreiben. Und ich kann und will nicht sehen, wie man zwei der existentiellsten Dinge in meinem Leben einfach so schnöde als "unvereinbar" titulieren kann. Da stampfe ich mit dem Fuß auf und verschränke die Arme, um laut "NÖ!" zu sagen. Frauen und Männer, Väter und Mütter: Ihr seid nicht "nur", sondern "auch". Verhaltet euch dementsprechend, holt eure Köpfe wieder aus dem Sand und macht verdammt nochmal einfach das, was ihr machen wollt. Ihr könnt das nämlich. Nicht nur TROTZ, sondern vor allem MIT Kindern - nur hat nie jemand behauptet, das dies ein Spaziergang würde.
Schreiben und Kinder sollen also unvereinbar sein. "Richtige" Schriftsteller brauchen Ruhe, Abgeschiedenheit und Einsamkeit, um ihre Werke zu Papier zu bringen, Gedanken zu formen und die Kreativität fließen zu lassen und können keine Kinder, Sorgen und Krankheiten in ihrem Schaffensprozess gebrauchen. So zumindest kommt es vielen Autoren vor, die keine oder NOCH keine Kinder haben. Scheinbar soll die Elternschaft sogar eine Art Todesurteil für junge Schriftsteller sein, was nun doch überdramatisch dargestellt scheint, sogar für mich, die eine wahre Drama-Ader in sich hat.
Was mich jetzt an dieser Debatte nun doch etwas stutzig gemacht hat, ist die Tatsache, dass der Prozess des Schreibens dabei so vereinheitlicht und pragmatisiert wird. Gibt es nicht ebenso viele unterschiedliche Arten des Schreibens wie es verschiedene Schriftsteller, Texter, Journalisten, Dichter, Drehbuch- oder Theaterstück-Autoren oder Blogger gibt? Wie kann man das Schreiben per se gerade als Schriftstellerin oder Schriftsteller so starr und als gegeben definieren?
Jeder Mensch, der es sich zum Hobby oder Beruf gemacht hat, Buchstaben zu Worten, Sätzen und Texten zusammenzufügen, arbeitet doch auf seine ganz eigene Art mit seinen Werkzeugen. Die einen schreiben am Stück ganze Kapitel, die anderen jeden Tag ein paar wenige Seiten. Manche brauchen keine Entwürfe und kommen nach einer Stunde mit den besten Texten daher, andere müssen erst lange an Konzepten und Theorien arbeiten, bis sie ihr Gerüst gedanklich so weit erbaut haben, dass sie loslegen können. Die einen arbeiten am liebsten in der Nacht, die anderen können nur am frühen Morgen kreativ sein. Und selbst diese unterschiedlichen Arten des Schreib-Prozesses können fließend ineinander übergehen und/oder sich im Laufe des Schreiber-Lebens gewaltig ändern. Man wird älter, die Umstände und die Interessen entwickeln und verschieben sich - das Schreiben reift wie ein guter Käse oder Wein mit all seinen Nuancen und Noten. Soweit, so gut. Ein Schriftsteller, der plötzlich nicht nur seine Arbeit hat, sondern Vater oder Mutter wurde, muss lernen, seinen Prozess wieder neu zu überdenken. Man kann nicht mehr dann schreiben, wann es einen überkommt, man muss Planungen machen, Zeitfenster nutzen, die einem vom Alltag angeboten werden, es müssen neue Wege des kreativen Prozesses beschritten und erkundet werden.
ABER: Was genau hat das jetzt nur mit der Schriftstellerei zu tun? Es ist richtig, ich kann heute nicht mehr dann schreiben, wann ich Lust dazu habe. Ich muss das Schreiben weniger als kreative Marotte und mehr als Beruf sehen, der in mehr oder weniger geregelten Bahnen zu verlaufen hat. Aber geht das jetzt nur uns Buchstaben-Artisten so, oder stehen nicht alle arbeitenden Eltern genau vor diesem "Problem", wenn man es jetzt zu einem machen möchte? Wer Kinder hat, der kann nicht mehr alles zu jeder Zeit tun. Das ist wahr. Aber wer Kinder hat, der hat doch nicht automatisch sein Recht auf Eigenes verwirkt! Kinder schlafen, sind in Kindergärten, Kitas, sie spielen, sind bei Freunden, Verwandten, gehen irgendwann wieder eigene Wege - und in all dieser gar nicht so schrecklich kurzen Zeit muss Mann oder Frau eben den Beruf oder die Berufung unterbringen.
Und nochmal aufs Schreiben gemünzt: Meine erste veröffentliche Kurzgeschichte war eine Geschichte für Kinder, die ich SO ohne meine beiden Töchter vielleicht nie geschrieben hätte. Meine Gedanken- und Ideenwelt, mein Horizont und meine Sichtweise auf und um Dinge veränderten sich gewaltig durch ihre Geburt. ICH veränderte mich. Und mit mir mein Schreiben. Und ich kann und will nicht sehen, wie man zwei der existentiellsten Dinge in meinem Leben einfach so schnöde als "unvereinbar" titulieren kann. Da stampfe ich mit dem Fuß auf und verschränke die Arme, um laut "NÖ!" zu sagen. Frauen und Männer, Väter und Mütter: Ihr seid nicht "nur", sondern "auch". Verhaltet euch dementsprechend, holt eure Köpfe wieder aus dem Sand und macht verdammt nochmal einfach das, was ihr machen wollt. Ihr könnt das nämlich. Nicht nur TROTZ, sondern vor allem MIT Kindern - nur hat nie jemand behauptet, das dies ein Spaziergang würde.
Labels:
Beruf
,
Eltern
,
FAZ
,
Julia Franck
,
Kinder
,
Schreiben
,
Schrifststeller
,
Unvereinbarkeit
,
Welt
Montag, 2. Dezember 2013
Team Christkind!
Auch wenn ich es noch immer nicht ganz wahrhaben will: In etwa drei Wochen
ist Weihnachten. Und was schon in den letzten beiden Jahren für Verwirrung
sorgte, wird dieses Jahr wieder zur echten Herausforderung für den Mann und
mich - und vor allem für die Maus. Mit ihren 4 1/2 Jahren merkt sie
mittlerweile doch sehr deutlich, dass es eine gewisse Diskrepanz zwischen den
Aussagen zum Thema "Wer bringt die Geschenke?" gibt. Diese
Erwachsenen können sich nämlich alle nicht wirklich entscheiden!
Früher war alles einfacher, finde ich. Und auch wenn dieser Satz unfassbar abgedroschen und meistens totaler Unsinn ist, war doch meine einzige Verwirrung als Kind, dass das Christkind, welches unangefochten dasjenige war, das die Geschenke brachte, gar kein Mädchen-Engel mit Kleidchen und Flügeln war, sondern tatsächlich das Jesuskind sein sollte. Wobei diese Art von falscher Vorstellung auch gerne von Christkindel-Märkten unterstützt wird, auf deren Logos doch eindeutig weibliche Rauschgold-Christkinder prangen. Aber alles andere war eindeutig. Es war einfach. Christkind = Weihnachten. Osterhase = Ostern. Fertig. Sogar die Zeiten, in denen diese Feste gefeiert wurden, waren recht umrissen festgelegt. Eine Sache, die sich heute kaum noch durchsetzen lässt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Geschäfte und Medien, die das Chaos noch vergrößern. Ihr seid super!
Aber jetzt habe ich den Faden verloren. Ach ja, früher war alles einfacher, heute ist alles anders. Man kann geradezu von Lagern sprechen. Von Teambildungen, die einzig und alleine dazu ins Leben gerufen wurden, um die noch an Wunder glaubenden Kinder zu verwirren – und ihre armen, sowieso schon vorweihnachtsgestressten Eltern in Erklärungsnöte zu bringen.
Team Weihnachtsmann vs. Team Christkind
Ein Kampf der Medien, der Werbung, der Giganten. Ein Gefecht, das immer schwerer zu gewinnen wird für Team Christkind. Ich will an dieser Stelle gerne deutlich machen, dass ich nichts, aber auch gar nichts gegen den Weihnachtsmann habe. Er ist bestimmt ein echt netter Kerl! Entgegen vieler Annahmen hat ja auch nicht die Coca-Cola Company diese Figur erfunden, sie schaffte nur in den 1930er Jahren ein neues Outfit für den dicken Kerl. Der Weihnachtsmann per se existiert schon sehr lange weltweit und kommt in vielen Ländern, um den Kindern an Weihnachten eine Freude zu machen. Doch bei uns, zumindest in meinem Inner Circle, wird mit Weihnachten eben das Christkind in Verbindung gebracht. Jesus, der an Weihnachten zur Welt kam. Krippe, Maria, Josef, Esel, Gold, Weihrauch und Myrrhe - all sowas eben. Und genau das vermittelten wir der Maus auch von Anfang an. Doch seit sie in Kindergärten und Medienwelten unterwegs ist, trifft sie ständig auf diesen anderen Typen. Auf Santa Claus, Père Noël, Väterchen Frost. Und sie fragt sich, wer jetzt Recht hat. Und ob vielleicht am Ende ALLES nur erfunden ist.
Besonders schlimm finde ich die heutige Wischi-Waschi-Kultur, in der dann auch noch der Nikolaus mit dem Weihnachtsmann in einen unmotivierten Topf geworfen wird und dieser üble Fauxpas fast niemandem mehr aufzufallen scheint. Der heilige Nikolaus in den Klamotten des Weihnachtsmannes im Outfit von Coca-Cola? Der in der gesamten Vorweihnachtszeit - die Ende August startet - sein geschenkliches Unwesen treibt und den Kindern was vermitteln will? Dass Weihnachten einfach dann ist, wenn man es sich selbst wünscht? Dass es vollkommen egal ist, welche Bräuche wann stattfanden, weil es nur zählt, dass irgendjemand irgendwann möglichst viele und möglichst teure Geschenke bringt?
Ich weiß nicht, wie ihr es mit all dem haltet, wer euren Kindern wann die Geschenke bringt. Ob man heute noch ausreichend vermitteln kann, dass sich Weihnachten nicht nur um Spielsachen und neue Klamotten dreht, sondern wirklich tiefere und wichtigere Werte festigen soll. Ich denke nur daran, wie ich damals von der ganzen Weihnachtszeit verzaubert wurde und für mich alles voller Wunder, Stimmung und Traditionen war. Nicht sehr religiös, nicht sehr streng, aber eben vollkommen unabhängig von mediengezeichneten Bildern und Meinungen. Nicht Rewe oder Tengelmann bestimmten, wann die Weihnachtszeit begann, sondern meine Eltern und der Kalender. Ich war nicht schon im Sommer davon überzeugt, dass nun Weihnachten sei, nur weil im Supermarkt die ersten Schokonikolausweihnachtsmänner aufgestellt wurden - weil meine Eltern bestimmen konnten, was ich glauben und mir vorstellen sollte und niemand sonst. Nur meine Familie konnte beschließen, wann ich meine kindliche Glaubenswelt verlassen sollte und wann nicht. Und genau das würde ich mir auch wünschen. Denn irgendwann geht all dieser Zauber verloren. Unaufhaltsam und immer früher. Zu viel kulturelles und kalendarisches Durcheinander führt nur zu Gleichgültigkeit. Und wen wundert es letztendlich, wenn Grummelmütter wie ich nie in Weihnachtsstimmung kommen, weil sie schon im September die Nase voll von Lebkuchen und Spekulatius neben den Grillsaucen haben und Kinder einfach nicht genug Ausdauer besitzen, sich statt ein paar Wochen schon monatelang auf Weihnachten freuen zu müssen?
Egal, zu welchem Team man letztendlich gehört, am Ende geht es doch nur um leuchtende Kinderaugen und die Verschleierung des ganzen Stresses, dem Eltern in der Zeit ausgesetzt sind. Weniger ist mehr. Finde ich.
Früher war alles einfacher, finde ich. Und auch wenn dieser Satz unfassbar abgedroschen und meistens totaler Unsinn ist, war doch meine einzige Verwirrung als Kind, dass das Christkind, welches unangefochten dasjenige war, das die Geschenke brachte, gar kein Mädchen-Engel mit Kleidchen und Flügeln war, sondern tatsächlich das Jesuskind sein sollte. Wobei diese Art von falscher Vorstellung auch gerne von Christkindel-Märkten unterstützt wird, auf deren Logos doch eindeutig weibliche Rauschgold-Christkinder prangen. Aber alles andere war eindeutig. Es war einfach. Christkind = Weihnachten. Osterhase = Ostern. Fertig. Sogar die Zeiten, in denen diese Feste gefeiert wurden, waren recht umrissen festgelegt. Eine Sache, die sich heute kaum noch durchsetzen lässt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Geschäfte und Medien, die das Chaos noch vergrößern. Ihr seid super!
Aber jetzt habe ich den Faden verloren. Ach ja, früher war alles einfacher, heute ist alles anders. Man kann geradezu von Lagern sprechen. Von Teambildungen, die einzig und alleine dazu ins Leben gerufen wurden, um die noch an Wunder glaubenden Kinder zu verwirren – und ihre armen, sowieso schon vorweihnachtsgestressten Eltern in Erklärungsnöte zu bringen.
Team Weihnachtsmann vs. Team Christkind
Ein Kampf der Medien, der Werbung, der Giganten. Ein Gefecht, das immer schwerer zu gewinnen wird für Team Christkind. Ich will an dieser Stelle gerne deutlich machen, dass ich nichts, aber auch gar nichts gegen den Weihnachtsmann habe. Er ist bestimmt ein echt netter Kerl! Entgegen vieler Annahmen hat ja auch nicht die Coca-Cola Company diese Figur erfunden, sie schaffte nur in den 1930er Jahren ein neues Outfit für den dicken Kerl. Der Weihnachtsmann per se existiert schon sehr lange weltweit und kommt in vielen Ländern, um den Kindern an Weihnachten eine Freude zu machen. Doch bei uns, zumindest in meinem Inner Circle, wird mit Weihnachten eben das Christkind in Verbindung gebracht. Jesus, der an Weihnachten zur Welt kam. Krippe, Maria, Josef, Esel, Gold, Weihrauch und Myrrhe - all sowas eben. Und genau das vermittelten wir der Maus auch von Anfang an. Doch seit sie in Kindergärten und Medienwelten unterwegs ist, trifft sie ständig auf diesen anderen Typen. Auf Santa Claus, Père Noël, Väterchen Frost. Und sie fragt sich, wer jetzt Recht hat. Und ob vielleicht am Ende ALLES nur erfunden ist.
Besonders schlimm finde ich die heutige Wischi-Waschi-Kultur, in der dann auch noch der Nikolaus mit dem Weihnachtsmann in einen unmotivierten Topf geworfen wird und dieser üble Fauxpas fast niemandem mehr aufzufallen scheint. Der heilige Nikolaus in den Klamotten des Weihnachtsmannes im Outfit von Coca-Cola? Der in der gesamten Vorweihnachtszeit - die Ende August startet - sein geschenkliches Unwesen treibt und den Kindern was vermitteln will? Dass Weihnachten einfach dann ist, wenn man es sich selbst wünscht? Dass es vollkommen egal ist, welche Bräuche wann stattfanden, weil es nur zählt, dass irgendjemand irgendwann möglichst viele und möglichst teure Geschenke bringt?
Ich weiß nicht, wie ihr es mit all dem haltet, wer euren Kindern wann die Geschenke bringt. Ob man heute noch ausreichend vermitteln kann, dass sich Weihnachten nicht nur um Spielsachen und neue Klamotten dreht, sondern wirklich tiefere und wichtigere Werte festigen soll. Ich denke nur daran, wie ich damals von der ganzen Weihnachtszeit verzaubert wurde und für mich alles voller Wunder, Stimmung und Traditionen war. Nicht sehr religiös, nicht sehr streng, aber eben vollkommen unabhängig von mediengezeichneten Bildern und Meinungen. Nicht Rewe oder Tengelmann bestimmten, wann die Weihnachtszeit begann, sondern meine Eltern und der Kalender. Ich war nicht schon im Sommer davon überzeugt, dass nun Weihnachten sei, nur weil im Supermarkt die ersten Schokonikolausweihnachtsmänner aufgestellt wurden - weil meine Eltern bestimmen konnten, was ich glauben und mir vorstellen sollte und niemand sonst. Nur meine Familie konnte beschließen, wann ich meine kindliche Glaubenswelt verlassen sollte und wann nicht. Und genau das würde ich mir auch wünschen. Denn irgendwann geht all dieser Zauber verloren. Unaufhaltsam und immer früher. Zu viel kulturelles und kalendarisches Durcheinander führt nur zu Gleichgültigkeit. Und wen wundert es letztendlich, wenn Grummelmütter wie ich nie in Weihnachtsstimmung kommen, weil sie schon im September die Nase voll von Lebkuchen und Spekulatius neben den Grillsaucen haben und Kinder einfach nicht genug Ausdauer besitzen, sich statt ein paar Wochen schon monatelang auf Weihnachten freuen zu müssen?
Egal, zu welchem Team man letztendlich gehört, am Ende geht es doch nur um leuchtende Kinderaugen und die Verschleierung des ganzen Stresses, dem Eltern in der Zeit ausgesetzt sind. Weniger ist mehr. Finde ich.
Labels:
Christkind
,
Eltern
,
Geschenke
,
Kinder
,
Mütter
,
Väter
,
Weihnachten
,
Weihnachtsmann
Mittwoch, 13. November 2013
Mama Nervpiens: Unterarten
Während ich mal wieder in den Genuss einer Eingewöhnung gekommen bin und Stunde um Stunde auf meinem kleinen Stühlchen in der Ecke verbringem durfte, schweigend und beobachtend wie einst die Supernanny in der ersten Phase, konnte ich einige seltene Exemplare der Gattung Mama Nervpiens in ihrem natürlichen Umfeld studieren. In ihrem Kitajungesabgabeumfeld fühlen sich die sonst eher scheuen Wesen sehr wohl und präsentieren sich in ihren schönsten Farben und für ihre Art typischen Kindbringritualen:
1. Die HappyMom.
Besondere Merkmale: Breites, übertriebenes Grinsen; viel zu hohe, gewollt niedliche Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe ihrer Jungen an der Kitatür: Begrüßt mit einem unfassbaren Grisen alle anwesenden Kinder mit Namen und einem nicht enden wollenden "Hallooooooooooooooooooooooooooooooo", fragt jedes Kind (und sei es auch noch so klein und nicht antwortfähig) "Naaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, duuuuuuuuuuuuuuuuuuuu?", knutscht ihr Junges vor versammelter Mannschaft ordentlich ab und verabschiedet sich dann mit dem aufgeregten Ruf "Bis spätaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!" von allen.
2. Die MussWegMom
Besondere Merkmale: Hektischer Gesichtsausdruck; flüchtige, drängende Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Schiebt ihr Junges mit einem unsanften, aber bestimmten Schups in den Kitaraum, stößt einen kurzen Ruf aus, der etwa wie ein "Tschüssbisspäta" klingt und verschwindet sogleich wieder aus dem Umfeld der Kinder. Ihr eigenes Junges bleibt meist etwas ratlos und bedröppelt im Raum zurück und braucht etwas länger, um sich in den Spielalltag einzufinden.
3. Die FreizeitMom
Besondere Merkmale: Entspannter Gesichtsaudruck; plaudernde, fast zwitschernde Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Streift sich vorm Abgaberitual die eigenen Schuhe ab und wirft ihr emotionales Netz aus, um eine Erzieherin zu fangen. Gelingt ihr ein solcher Fang, wird dieser ohne Rücksicht auf andere Verpflichtungen mit langweiligen Geschichten des eigenen Jungen gelähmt, bis die Erzieherin sich von selbst aus dem Netz befreien und ohne Augenkontakt zu halten in einen anderen Raum entkommen kann. Das Junge dieser Art von Mom ist übrigens meist direkt nach dem Eintreten in den Raum in einer Spielecke verschwunden.
4. Die SchlechtesGewissenMom
Besondere Merkmale: Dackelblick, sehr leidend; nölende, depressive Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Klammert sich am eigenen Jungen fest und drück und herzt es immer wieder. Das Junge, soweit schon eingewöhnt, versucht sich meist erfolglos vom Momtier zu befreien und muss weitere Küsse, Drücker und Schlechtesgewissenumarmungen erdulden, bis es von einer aufmerksamen Erzieherin erlöst wird. Die Art von Mom muss meist von einer Erzieherin getröstet und mit den tollen Spielvorhaben für ihr Junges aufgemuntert werden, woraufhin sie von ihren dringenden Erledigungen erzählen darf. Das Loswerden dieser Art ist ähnlich schwer wie das der FreizeitMom.
5. Die EasyMom
Besondere Merkmale: Cooler Gesichtsausdruck; ruhige, aber bestimmte Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Begleitet das Junge noch in den Raum, tauscht kurz wichtige Infos mit der Erzieherin aus und verschwindet dann unauffällig und dem Jungen von weitem winkend wieder aus dem Raum. Diese Art Mom ist die bei Erzieherinnen beliebteste Sorte. In Kindergärten überwiegt diese Art, in Kleinkindergruppen ist sie jedoch nicht häufig anzutreffen.
6. Die HilflosMom
Besondere Merkmale: Panischer, angsterfüllter Gesichtsausdruck; zitternde, fragende Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Abgabe des Jungen ohne Unterstützung und gutes Zureden seitens der Erzieherin nicht möglich. Eine sehr unsichere Art, die diese Unsicherheit gerne unbewusst auf das Junge überträgt, welches dann schnell in panische Heulanfälle verfällt, was die Abgabesituation oft eskalieren lässt. Es ist bis heute nicht ganz geklärt, ob an diesem Verhalten hauptsächlich die Mom oder das Junge Schuld ist. Es wird vermutet, dass die Trennung nicht ganz vollzogen und akzeptiert wurde.
Zu welcher Art gehört ihr? Ich selbst springe gerne durch die verschiedenen Abgabemöglichkeiten, je nach Lust und Laune. Jedoch habe ich noch nie Nr. 1 ausprobiert - und habe es auch nicht vor!
Bis spätaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!
1. Die HappyMom.
Besondere Merkmale: Breites, übertriebenes Grinsen; viel zu hohe, gewollt niedliche Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe ihrer Jungen an der Kitatür: Begrüßt mit einem unfassbaren Grisen alle anwesenden Kinder mit Namen und einem nicht enden wollenden "Hallooooooooooooooooooooooooooooooo", fragt jedes Kind (und sei es auch noch so klein und nicht antwortfähig) "Naaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, duuuuuuuuuuuuuuuuuuuu?", knutscht ihr Junges vor versammelter Mannschaft ordentlich ab und verabschiedet sich dann mit dem aufgeregten Ruf "Bis spätaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!" von allen.
2. Die MussWegMom
Besondere Merkmale: Hektischer Gesichtsausdruck; flüchtige, drängende Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Schiebt ihr Junges mit einem unsanften, aber bestimmten Schups in den Kitaraum, stößt einen kurzen Ruf aus, der etwa wie ein "Tschüssbisspäta" klingt und verschwindet sogleich wieder aus dem Umfeld der Kinder. Ihr eigenes Junges bleibt meist etwas ratlos und bedröppelt im Raum zurück und braucht etwas länger, um sich in den Spielalltag einzufinden.
3. Die FreizeitMom
Besondere Merkmale: Entspannter Gesichtsaudruck; plaudernde, fast zwitschernde Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Streift sich vorm Abgaberitual die eigenen Schuhe ab und wirft ihr emotionales Netz aus, um eine Erzieherin zu fangen. Gelingt ihr ein solcher Fang, wird dieser ohne Rücksicht auf andere Verpflichtungen mit langweiligen Geschichten des eigenen Jungen gelähmt, bis die Erzieherin sich von selbst aus dem Netz befreien und ohne Augenkontakt zu halten in einen anderen Raum entkommen kann. Das Junge dieser Art von Mom ist übrigens meist direkt nach dem Eintreten in den Raum in einer Spielecke verschwunden.
4. Die SchlechtesGewissenMom
Besondere Merkmale: Dackelblick, sehr leidend; nölende, depressive Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Klammert sich am eigenen Jungen fest und drück und herzt es immer wieder. Das Junge, soweit schon eingewöhnt, versucht sich meist erfolglos vom Momtier zu befreien und muss weitere Küsse, Drücker und Schlechtesgewissenumarmungen erdulden, bis es von einer aufmerksamen Erzieherin erlöst wird. Die Art von Mom muss meist von einer Erzieherin getröstet und mit den tollen Spielvorhaben für ihr Junges aufgemuntert werden, woraufhin sie von ihren dringenden Erledigungen erzählen darf. Das Loswerden dieser Art ist ähnlich schwer wie das der FreizeitMom.
5. Die EasyMom
Besondere Merkmale: Cooler Gesichtsausdruck; ruhige, aber bestimmte Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Begleitet das Junge noch in den Raum, tauscht kurz wichtige Infos mit der Erzieherin aus und verschwindet dann unauffällig und dem Jungen von weitem winkend wieder aus dem Raum. Diese Art Mom ist die bei Erzieherinnen beliebteste Sorte. In Kindergärten überwiegt diese Art, in Kleinkindergruppen ist sie jedoch nicht häufig anzutreffen.
6. Die HilflosMom
Besondere Merkmale: Panischer, angsterfüllter Gesichtsausdruck; zitternde, fragende Stimmlage.
Verhalten bei Abgabe: Abgabe des Jungen ohne Unterstützung und gutes Zureden seitens der Erzieherin nicht möglich. Eine sehr unsichere Art, die diese Unsicherheit gerne unbewusst auf das Junge überträgt, welches dann schnell in panische Heulanfälle verfällt, was die Abgabesituation oft eskalieren lässt. Es ist bis heute nicht ganz geklärt, ob an diesem Verhalten hauptsächlich die Mom oder das Junge Schuld ist. Es wird vermutet, dass die Trennung nicht ganz vollzogen und akzeptiert wurde.
Zu welcher Art gehört ihr? Ich selbst springe gerne durch die verschiedenen Abgabemöglichkeiten, je nach Lust und Laune. Jedoch habe ich noch nie Nr. 1 ausprobiert - und habe es auch nicht vor!
Bis spätaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!
Freitag, 8. November 2013
Pssst, Weltspartag!
Man sagt ja immer, Deutschland wäre ein sehr kinderfeindliches Land. Kindergarten-Bauvorhaben werden durch Klagen gestoppt, überall stehen die berühmten "Rasenfläche betreten verboten" - Schilder, richtige Kinderecken sind Raritäten in Restaurants oder öffentlichen Gebäuden, normal sind eher Kistchen mit abgeranzten Büchern oder Spielen, um das schlechte Gewissen zu beruhigen oder ein Häkchen hinter einen imaginären "to do" - Punkt zu machen. Aber wer macht dieses Land zum vermeintlichen Kindermuffelland?
Wir spazierten am Weltspartag mit Maus und Mäuschen zur örtlichen Sparkasse, um das Geschenk für die Maus abzugreifen und ihre schwarze Plastiksau schlachten und daraus ein Sparbuch machen zu lassen. Zunächst war auch alles noch ganz schön. Das Mäuschen sah auf Papas Arm putzig aus, die Maus suchte sich mit leuchtenden Augen ein Playmobil Spielzeug aus und wartete, während die Bankangestellte das armselige Kleingeld des Schweines durch den Zählautomaten jagte. Dann kam ein anderer Angestellter, der uns in einen seperaten Kundenraum brachte, um die Sparbuchangelegenheit zu klären. Dazu bräuchte er einen Kinderausweis oder das Stammbuch. Blöd. Daran hatten wir natürlich nicht gedacht. Der Mann erklärte sich dazu bereit, schnell nach Hause zu flitzen (etwa 3 Gehminuten) um es zu suchen. Entgeistert machte ich meinem tiefen Wunsch Luft, er möge das noch niedliche Mäuschen bitte beim Flitzen mitnehmen. Der Wunsch wurde mir noch erfüllt. Bis dahin alles prima.Warum ich das erzähle? Wartet, kommt gleich.
Ich saß also auf dem geschäftlichen Wippstuhl im seperaten Kundenraum, der Bankangestellte saß hinter seinem Schreibtisch und wir übergrinsten hüstelnd und schulterzuckend die unangenehme Stille im Raum. Die Maus betrachtete still und ruhig ihr Geschenk und kapierte so gar nicht, warum wir eigentlich noch hier rumhingen. Und dann... Dann wurde ihr langweilig. Und mein sonst so altkluges und großes Kind fing plötzlich an, sich wie ein Kleinstkind zu verhalten. Krabbelte durch den Raum, aus dem Raum, unter den Schreibtisch des wartenden Bankkerls, schlug ihren Sparkassen-Luftballon überall dagegen, kicherte wie eine Irre und redete dabei mit mir wie eine Zweijährige, was mich echt zur Weißglut treibt. Das schlimme an so einer Bank ist ja, dass es so ruhig ist! Unglaublich ruhig! Ist man als Doppelmutter überhaupt nicht mehr gewöhnt, so ein stiller Ort mit stillen Menschen, die stille Dinge still erledigen! Und wegen ebendieser Stille traute ich mich auch nicht, die Maus mit mehr als zischenden Mama-ist-stinkig-Lauten zu beschießen oder böse Blicke zu versenden. Normal reicht das auch aus, doch in dieser Stille sah meine Maus wohl die Chance, mal so richtig auf die Kacke zu hauen und machte einfach weiter. Nun gallopierte sie quiekend durch die Bank, die Angestellten lächelten gezwungen und mir bracht der Schweiß in Sturzbächen aus. Nach gefühlten Stunden war der Mann noch immer nicht da und mir taten schon die Schultern vom vielen Zucken weh und ich fragte unseren Bankkerl hoffnungsvoll, ob er nicht noch etwas anderes zu tun hätte (als saublöd vor mir zu sitzen und mich mitleidig anzusehen). Nein. Hätte er nicht. Keine Sorge. Prachtvoll.
Nach unfassbar vielen gefühlten Stunden, also 5 Minuten später, kam dann doch der Mann mit dem Stammbuch angetrabt. Der Bankkerl freute sich mindestens so wie ich darüber und durfte sich endlich ans Werk machen. Doch auch das dauerte wieder. Die Maus, durch die Anwesehnheit des Papas etwas zur Ruhe gebracht, langweilte sich mittlerweile wirklich sehr und auch das Mäuschen hatte keine Lust mehr, niedlich auf Papas Arm auszusehen und beschloss, lieber nörgelnd und nölend von Papas Arm zu wollen. Um uns herum immer noch Bankstille. Irgendwann hatten wir dann irgendwie alles erledigt, haben jetzt irgendein Sparbuch zu irgendwelchen Konditionen mit irgendeinem Betrag darauf - und konnten endlich die Bank verlassen.
Und die Moral von der Geschicht?
1) Das Bankgeheimnis wäre gelüftet, das stille Örtchen ist gar nicht die Toilette!
2) Ob Deutschland wirklich kinderfeindlich ist, weiß ich nicht - aber alleine das Gerücht machte mich zur Mittäterin, denn ob all das, was das Mäuschen in der Bank anstellte, nun wirklich so schlimm gewesen wäre, wären wir eben NICHT in einer Bank gewesen, wage ich zu bezweifeln.
3) Seriöse Erledigungen wie Bankgeschäfte sind KEINE Kinderbespaßungen, auch nicht am Weltspartag.
Ich lerne aus solchen Ereignissen eigentlich immer, dass wir hier in Deutschland viel zu unentspannt mit allem umgehen. In anderen Ländern ist es vollkommen normal und sogar mehr als freudig geduldet, dass überall Kinderlachen und Gekicher ertönt - auch an Orten, an denen das normal gar nicht der Fall ist (oder vielleicht sogar BESONDERS an solchen Orten). Kinder dürfen toben, laut sein, sich freuen, lachen, hüpfen und springen - und uns unentspannten deutschen Eltern sollte das eigentlich weder peinlich sein noch Schweißsturzbäche hervorrufen. Aber irgendwie kann ich das nicht. Noch nicht. Aber ich versuche ehrlich, daran zu arbeiten. Und wenn wir alle, Eltern, Bankkerle, Kassiererinnen, Leute in Wartezimmern oder Menschenschlangen, Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln, speisende Menschen in Restaurants oder ruheliebende und unbekinderte Nachbarn zusammen daran arbeiten, dann werden wir vielleicht bald auch ein Land, in dem Kinderlachen den Alltag dominiert und nicht das ewige "Psssssssst" von unnötig gestressten Grummelmüttern wie mir. Wäre doch irgendwie schön, oder?
Wir spazierten am Weltspartag mit Maus und Mäuschen zur örtlichen Sparkasse, um das Geschenk für die Maus abzugreifen und ihre schwarze Plastiksau schlachten und daraus ein Sparbuch machen zu lassen. Zunächst war auch alles noch ganz schön. Das Mäuschen sah auf Papas Arm putzig aus, die Maus suchte sich mit leuchtenden Augen ein Playmobil Spielzeug aus und wartete, während die Bankangestellte das armselige Kleingeld des Schweines durch den Zählautomaten jagte. Dann kam ein anderer Angestellter, der uns in einen seperaten Kundenraum brachte, um die Sparbuchangelegenheit zu klären. Dazu bräuchte er einen Kinderausweis oder das Stammbuch. Blöd. Daran hatten wir natürlich nicht gedacht. Der Mann erklärte sich dazu bereit, schnell nach Hause zu flitzen (etwa 3 Gehminuten) um es zu suchen. Entgeistert machte ich meinem tiefen Wunsch Luft, er möge das noch niedliche Mäuschen bitte beim Flitzen mitnehmen. Der Wunsch wurde mir noch erfüllt. Bis dahin alles prima.Warum ich das erzähle? Wartet, kommt gleich.
Ich saß also auf dem geschäftlichen Wippstuhl im seperaten Kundenraum, der Bankangestellte saß hinter seinem Schreibtisch und wir übergrinsten hüstelnd und schulterzuckend die unangenehme Stille im Raum. Die Maus betrachtete still und ruhig ihr Geschenk und kapierte so gar nicht, warum wir eigentlich noch hier rumhingen. Und dann... Dann wurde ihr langweilig. Und mein sonst so altkluges und großes Kind fing plötzlich an, sich wie ein Kleinstkind zu verhalten. Krabbelte durch den Raum, aus dem Raum, unter den Schreibtisch des wartenden Bankkerls, schlug ihren Sparkassen-Luftballon überall dagegen, kicherte wie eine Irre und redete dabei mit mir wie eine Zweijährige, was mich echt zur Weißglut treibt. Das schlimme an so einer Bank ist ja, dass es so ruhig ist! Unglaublich ruhig! Ist man als Doppelmutter überhaupt nicht mehr gewöhnt, so ein stiller Ort mit stillen Menschen, die stille Dinge still erledigen! Und wegen ebendieser Stille traute ich mich auch nicht, die Maus mit mehr als zischenden Mama-ist-stinkig-Lauten zu beschießen oder böse Blicke zu versenden. Normal reicht das auch aus, doch in dieser Stille sah meine Maus wohl die Chance, mal so richtig auf die Kacke zu hauen und machte einfach weiter. Nun gallopierte sie quiekend durch die Bank, die Angestellten lächelten gezwungen und mir bracht der Schweiß in Sturzbächen aus. Nach gefühlten Stunden war der Mann noch immer nicht da und mir taten schon die Schultern vom vielen Zucken weh und ich fragte unseren Bankkerl hoffnungsvoll, ob er nicht noch etwas anderes zu tun hätte (als saublöd vor mir zu sitzen und mich mitleidig anzusehen). Nein. Hätte er nicht. Keine Sorge. Prachtvoll.
Nach unfassbar vielen gefühlten Stunden, also 5 Minuten später, kam dann doch der Mann mit dem Stammbuch angetrabt. Der Bankkerl freute sich mindestens so wie ich darüber und durfte sich endlich ans Werk machen. Doch auch das dauerte wieder. Die Maus, durch die Anwesehnheit des Papas etwas zur Ruhe gebracht, langweilte sich mittlerweile wirklich sehr und auch das Mäuschen hatte keine Lust mehr, niedlich auf Papas Arm auszusehen und beschloss, lieber nörgelnd und nölend von Papas Arm zu wollen. Um uns herum immer noch Bankstille. Irgendwann hatten wir dann irgendwie alles erledigt, haben jetzt irgendein Sparbuch zu irgendwelchen Konditionen mit irgendeinem Betrag darauf - und konnten endlich die Bank verlassen.
Und die Moral von der Geschicht?
1) Das Bankgeheimnis wäre gelüftet, das stille Örtchen ist gar nicht die Toilette!
2) Ob Deutschland wirklich kinderfeindlich ist, weiß ich nicht - aber alleine das Gerücht machte mich zur Mittäterin, denn ob all das, was das Mäuschen in der Bank anstellte, nun wirklich so schlimm gewesen wäre, wären wir eben NICHT in einer Bank gewesen, wage ich zu bezweifeln.
3) Seriöse Erledigungen wie Bankgeschäfte sind KEINE Kinderbespaßungen, auch nicht am Weltspartag.
Ich lerne aus solchen Ereignissen eigentlich immer, dass wir hier in Deutschland viel zu unentspannt mit allem umgehen. In anderen Ländern ist es vollkommen normal und sogar mehr als freudig geduldet, dass überall Kinderlachen und Gekicher ertönt - auch an Orten, an denen das normal gar nicht der Fall ist (oder vielleicht sogar BESONDERS an solchen Orten). Kinder dürfen toben, laut sein, sich freuen, lachen, hüpfen und springen - und uns unentspannten deutschen Eltern sollte das eigentlich weder peinlich sein noch Schweißsturzbäche hervorrufen. Aber irgendwie kann ich das nicht. Noch nicht. Aber ich versuche ehrlich, daran zu arbeiten. Und wenn wir alle, Eltern, Bankkerle, Kassiererinnen, Leute in Wartezimmern oder Menschenschlangen, Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln, speisende Menschen in Restaurants oder ruheliebende und unbekinderte Nachbarn zusammen daran arbeiten, dann werden wir vielleicht bald auch ein Land, in dem Kinderlachen den Alltag dominiert und nicht das ewige "Psssssssst" von unnötig gestressten Grummelmüttern wie mir. Wäre doch irgendwie schön, oder?
Labels:
Erziehung
,
Kinder
,
Maus
,
Mäuschen
,
Mütter
,
Öffentlichkeit
,
Pädagogik
,
Peinlichkeit
,
Verhalten
Freitag, 20. September 2013
20 Dinge (1)
Aus mehreren aktuellen Anlässen wollte ich einmal folgende Liste erstellen und mit euch teilen.
20 Dinge, die Kinder einfach besser können als wir:
20 Dinge, die Kinder einfach besser können als wir:
- an der Bettdecke immer genau SO ziehen, dass nur noch der Bezug oben hängt, während unten das ganze Deckenchaos klumpt (Uaaaaaah!)
- den Trinkbecher immer so nahe an die Tischkante stellen, dass er von selbst und wie von Geisterhand runterfällt
- ganz normal über den Badezimmerteppich laufen und ihn dabei derartig verknautschen, dass die Tür nicht mehr richtig aufgeht (Nochmal uaaaaaaah!)
- Schokobrötchen so verputzen, dass Nutella bis zu den Ohren klebt (Konnte ich auch früher, ist aber im Laufe des Erwachsenwerdens verloren gegangen)
- nach zwei Minuten Malkunst alle Finger bunt haben (Wie schaffen die das?)
- einen eben geputzen Spiegel binnen Sekunden in den Vor-Putz-Zustand zurückversetzen (Kinder kennen den für uns unsichtbaren Putzreset-Knopf. Wobei, Männer können ihn auch manchmal sehen)
- immer dann vergessen, wie man Schuhe anzieht oder wo die Jacke liegt, wenn die Erwachsenen es unglaublich eilig haben (Wobei, Männer können... Ihr wisst schon.)
- Verkäufer mit Blicken bezirzen und so immer kleine Geschenke bekommen
- an einem Tag Frikadellen total toll finden und sie am nächsten Tag hassen
- gefühlte 100 Stofftiere im Bett lagern und trotzdem noch selbst ein Schlafplätzchen finden
- richtig fiese Sachen sagen und tun - und Erwachsene trotzdem damit zum Lachen bringen
- unschöne Wahrheiten charmant verkaufen
- mit wenig Mühe und Aufwand die tollsten Geschenke herstellen (Zumindest, wenn die Verwandtschaft sich nicht traut, die Wahrheit zu sagen, weil sie 12) nicht mächtig ist)
- auf einem freien Platz den einzigen Baum finden und mit dem Bobbycar dagegenbrettern
- mit den Gummistiefel genau SO in Pfützen treten, dass das Wasser hineinlaufen kann
- sich Knoten IN die Haare kämmen (Auch eine Kunst!)
- kleinste Spielsachen nach GANZ hinten unter's Sofa schaffen, ohne auch nur in der Nähe davon gespielt zu haben
- ein Brot so essen, dass das ganze Zimmer verkrümelt ist (Männer?)
- alle Minen von gerade gespitzen Stiften in Rekordzeit wieder abbrechen
- beim Händewaschen das ganze Badezimmer unter Wasser setzen und es nicht gewesen sein (it's magic!)
Mittwoch, 11. September 2013
Schlaflose Helden
Heute schicke ich ein lautes und enthusiastisches "Hut ab" an alle Mamas und Papas, die seit Wochen und Monaten nicht mehr richtig schlafen, weil Zwerg und Zwergin die Nacht zum Tag machen wollen. Wie haltet ihr das aus?
Für mich war die Nacht und mit ihr mein Schlaf unfassbar wichtig. Ich schlief lange und gerne. War eine Nachteule. Konnte problemlos wochenends bis zum Mittag in den Federn liegen. Vor dem Schlafmangel und seinen Folgen hatte ich in meiner ersten Schwangerschaft wohl am meisten Angst. Als die Maus dann auf der Welt war, waren der Mann und ich uns auch einig, dass wir eine strenge Schlaferziehung durchsetzen wollten. Das Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen" habe ich übrigens noch nie persönlich in der Hand gehabt - nur falls jetzt schon einige mit den Augen rollen. Die ersten sechs Monate schlief die Maus in unserem Schlafzimmer. Zunächst in einer kleinen Wiege, später dann in ihrem Babybettchen. Nur die ersten paar Nächte hatte ich sie mit in unserem Bett und stellte ganz schnell fest: ICH HASSE ES. Ich konnte nicht schlafen, traute mich kaum zu atmen und war immer auf 180.
Klar, die ersten Nächte waren nicht toll. Babychen brüllte gerne, was das Zeug hielt, war hungrig, bauchschmerzig, neugeborenenpanisch. Aber wir starteten schon da die Operation: Superschlaf. Und die war eigentlich ganz einfach: wir machten NIE die Nacht zum Tag. Tags wurde sie rumgetragen, bespielt, bekuschelt. Nachts wurde geschlafen. Im Dunkeln. Im Bett. Nicht im Auto um den Block fahrend, nicht neben dem laufenden Staubsauger, nicht im Buggy durch die Straße schockelnd. Ich lag neben ihr, hielt ihr Händchen, streichelte sie, sang, fütterte sie - aber nie, nie, nie machte ich Licht und schleppte sie rum.Und, oh Wunder, das zeigte schnell Wirkung. Die Maus schlief sehr schnell durch. Die ersten Monate trank sie natürlich noch 1-2 Mal in der Nacht, aber schlief dann wieder sofort ein und wir hatten nie Probleme. (Fairerweise sei an dieser Stelle nochmal daran erinnert, dass ich brustproblemtechnisch zwei Flaschenkinder und es somit einfacher hatte)
Als wir über ein zweites Kind nachdachten, war die Maus etwa 2 1/2 und ein perfekt schlafendes Kind. Ein Kind, das zum Entsetzen und zum Neid vieler Eltern abends "Mama, ich will ins Bett" sagte, das man hinlegte und das dann bis morgens um 9 oder gar 10 Uhr durchschlief. Daran war ich gewöhnt. VERwöhnt. Was, wenn das zweite Kind das genaue Gegenteil von Maus werden würde? Was, wenn ich plötzlich ein sehr aktives, anstrengendes dreijähriges Rebellenmausekind hatte, das perfekt schlief UND ein ruhiges, entspanntes Relaxmäuschen, das in der Nacht permanent aufwachte? Das würde ich nicht durchstehen.
Je näher der Geburtsttermin rückte, desto unruhiger wurde ich. Ich hatte wirklich Angst um meinen Schlaf - noch viel mehr als beim ersten Mal. Der Mann beruhigte mich, meinte, wird würden alles einfach so wie beim ersten Kind machen, das würde schon klappen. Zu dem Zeitpunkt war ich noch davon überzeugt, dass sich Schlaferziehung und Veranlagung etwa die Waage halten.
Als das Mäuschen dann auf der Welt war, machten wir alles genau wie bei der Maus. Sie lag im Beistellbettchen neben uns, ihr Händchen in meiner Hand. Kein Rumrennen, kein Licht, kein Trara und kein Tamtam. Und was soll ich sagen? Es klappte wieder.
Damit hattet ihr jetzt nicht gerechnet, oder? Hand auf's Herz: Ich auch nicht.
Die beiden schlafen jetzt seit mehreren Monaten zusammen in einem Zimmer und es gibt keine Probleme. Das Mäuschen schläft supergut, schlief auch schnell durch und wir sind echt happy darüber. Gut, ich muss aber auch sagen, wir sind die Art von bösen Eltern, die nicht bei jedem Gejammer ins Zimmer rennen und Aufstand machen. Ich lasse meine Kinder nicht stundenlang brüllen, bis sie erschöpft einschlafen, aber ich lasse ihnen durchaus die Chance, sich selbst zu beruhigen, bevor ich es tue.
So viele sagen, dass ein Baby nie ohne Grund weint und man immer darauf eingehen muss. Das denke ich nicht. Klar, ohne Grund weinen sie nicht - aber es muss nicht immer Angst oder Panik dahinterstecken. Manchmal sind sie einfach nur übermüdet oder bockig. Und ich denke, jede Mutter kann sehr gut unterscheiden, welches Weinen was bedeutet. Und ich sehe nicht ein, dass ich für ein übermüdetes, bockiges Kind Animateur spiele. Dazu ist mir MEIN Schlaf zu heilig.
Warum ich all das hier schreibe? Weil ich trotz meiner Meinung, meiner Erfahrung und meiner Einstellung nur den Hut vor den Mamas ziehen kann, die monate- und jahrelang Familienbett praktizieren, nie länger als 3-4 Stunden Schlaf kriegen und daran auch scheinbar nicht wirklich etwas ändern wollen. Und das ist weder zynisch noch sarkastisch gemeint. Ihr seid meine Heldinnen. Und wenn ich ab 20:15h für etwa 12 Stunden meine Ruhe habe, denke ich an euch - und frage mich, was für eine Mutter ich wäre, hätte unsere Erziehung nicht gefruchtet...
Für mich war die Nacht und mit ihr mein Schlaf unfassbar wichtig. Ich schlief lange und gerne. War eine Nachteule. Konnte problemlos wochenends bis zum Mittag in den Federn liegen. Vor dem Schlafmangel und seinen Folgen hatte ich in meiner ersten Schwangerschaft wohl am meisten Angst. Als die Maus dann auf der Welt war, waren der Mann und ich uns auch einig, dass wir eine strenge Schlaferziehung durchsetzen wollten. Das Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen" habe ich übrigens noch nie persönlich in der Hand gehabt - nur falls jetzt schon einige mit den Augen rollen. Die ersten sechs Monate schlief die Maus in unserem Schlafzimmer. Zunächst in einer kleinen Wiege, später dann in ihrem Babybettchen. Nur die ersten paar Nächte hatte ich sie mit in unserem Bett und stellte ganz schnell fest: ICH HASSE ES. Ich konnte nicht schlafen, traute mich kaum zu atmen und war immer auf 180.
Klar, die ersten Nächte waren nicht toll. Babychen brüllte gerne, was das Zeug hielt, war hungrig, bauchschmerzig, neugeborenenpanisch. Aber wir starteten schon da die Operation: Superschlaf. Und die war eigentlich ganz einfach: wir machten NIE die Nacht zum Tag. Tags wurde sie rumgetragen, bespielt, bekuschelt. Nachts wurde geschlafen. Im Dunkeln. Im Bett. Nicht im Auto um den Block fahrend, nicht neben dem laufenden Staubsauger, nicht im Buggy durch die Straße schockelnd. Ich lag neben ihr, hielt ihr Händchen, streichelte sie, sang, fütterte sie - aber nie, nie, nie machte ich Licht und schleppte sie rum.Und, oh Wunder, das zeigte schnell Wirkung. Die Maus schlief sehr schnell durch. Die ersten Monate trank sie natürlich noch 1-2 Mal in der Nacht, aber schlief dann wieder sofort ein und wir hatten nie Probleme. (Fairerweise sei an dieser Stelle nochmal daran erinnert, dass ich brustproblemtechnisch zwei Flaschenkinder und es somit einfacher hatte)
Als wir über ein zweites Kind nachdachten, war die Maus etwa 2 1/2 und ein perfekt schlafendes Kind. Ein Kind, das zum Entsetzen und zum Neid vieler Eltern abends "Mama, ich will ins Bett" sagte, das man hinlegte und das dann bis morgens um 9 oder gar 10 Uhr durchschlief. Daran war ich gewöhnt. VERwöhnt. Was, wenn das zweite Kind das genaue Gegenteil von Maus werden würde? Was, wenn ich plötzlich ein sehr aktives, anstrengendes dreijähriges Rebellenmausekind hatte, das perfekt schlief UND ein ruhiges, entspanntes Relaxmäuschen, das in der Nacht permanent aufwachte? Das würde ich nicht durchstehen.
Je näher der Geburtsttermin rückte, desto unruhiger wurde ich. Ich hatte wirklich Angst um meinen Schlaf - noch viel mehr als beim ersten Mal. Der Mann beruhigte mich, meinte, wird würden alles einfach so wie beim ersten Kind machen, das würde schon klappen. Zu dem Zeitpunkt war ich noch davon überzeugt, dass sich Schlaferziehung und Veranlagung etwa die Waage halten.
Als das Mäuschen dann auf der Welt war, machten wir alles genau wie bei der Maus. Sie lag im Beistellbettchen neben uns, ihr Händchen in meiner Hand. Kein Rumrennen, kein Licht, kein Trara und kein Tamtam. Und was soll ich sagen? Es klappte wieder.
Damit hattet ihr jetzt nicht gerechnet, oder? Hand auf's Herz: Ich auch nicht.
Die beiden schlafen jetzt seit mehreren Monaten zusammen in einem Zimmer und es gibt keine Probleme. Das Mäuschen schläft supergut, schlief auch schnell durch und wir sind echt happy darüber. Gut, ich muss aber auch sagen, wir sind die Art von bösen Eltern, die nicht bei jedem Gejammer ins Zimmer rennen und Aufstand machen. Ich lasse meine Kinder nicht stundenlang brüllen, bis sie erschöpft einschlafen, aber ich lasse ihnen durchaus die Chance, sich selbst zu beruhigen, bevor ich es tue.
So viele sagen, dass ein Baby nie ohne Grund weint und man immer darauf eingehen muss. Das denke ich nicht. Klar, ohne Grund weinen sie nicht - aber es muss nicht immer Angst oder Panik dahinterstecken. Manchmal sind sie einfach nur übermüdet oder bockig. Und ich denke, jede Mutter kann sehr gut unterscheiden, welches Weinen was bedeutet. Und ich sehe nicht ein, dass ich für ein übermüdetes, bockiges Kind Animateur spiele. Dazu ist mir MEIN Schlaf zu heilig.
Warum ich all das hier schreibe? Weil ich trotz meiner Meinung, meiner Erfahrung und meiner Einstellung nur den Hut vor den Mamas ziehen kann, die monate- und jahrelang Familienbett praktizieren, nie länger als 3-4 Stunden Schlaf kriegen und daran auch scheinbar nicht wirklich etwas ändern wollen. Und das ist weder zynisch noch sarkastisch gemeint. Ihr seid meine Heldinnen. Und wenn ich ab 20:15h für etwa 12 Stunden meine Ruhe habe, denke ich an euch - und frage mich, was für eine Mutter ich wäre, hätte unsere Erziehung nicht gefruchtet...
Abonnieren
Posts
(
Atom
)