Da ich in letzter Zeit immer mehr hilfesuchende Blicke von (vielleicht) werdenden Zweitmüttern zugeworfen bekomme, dachte ich, ich schreibe einfach hier eine Zusammenfassung meiner Antworten für alle:
Da hat man also die erste Schwangerschaft, die erste Geburt und die ersten Wochen, Monate und vielleicht Jahre mit dem Erstkind hinter sich gebracht, da werden schon die ersten Hormone in Mutter (und auch Vater) wieder lauter, die Gedanken wie "Geschwisterchen" und "Hach, was wäre das schön, wenn..." in die elterlichen Köpfe pflanzen. Doch dann sieht man das Erstkind, wie es spielt, schläft, lacht und die ganze Liebe und Aufmerksamkeit von Mama und Papa, von Omas und Opas, Onkels und Tanten genießt. Und dann melden sich auch die ersten Zweifel und Fragen an, mit denen fast alle Eltern zu kämpfen haben.
Hier ein paar der typischen Ängste und seltsamen Ideen zum Thema Zweitkind:
1) Was, wenn ich das zweite Kind nicht so lieben kann wie das erste?
2) Was, wenn ich das zweite Kind mehr liebe als das erste?
3) Was, wenn das erste Kind schwer darunter leidet, nicht mehr im Mittelpunkt zu stehen?
4) Was, wenn das zweite Kind schwer darunter leidet, nicht so im Mittelpunkt stehen zu können?
5) Was, wenn ich es mit zwei Kindern nicht schaffen kann?
6) Was, wenn das zweite Kind krank ist?
Ich versuche einfach mal, alle Fragen aus meiner Sicht zu beantworten. Und vorweg: Ja, ich habe sie mir alle auch gestellt.
Sobald einem die Hebamme das Zweitkind auf den Arm gegeben hat, wird man es wunderschön und einzigartig und unfassbar liebenswert finden. Bei mir waren in diesem Moment alle Zweifel und Ängste weggespült und ich fühlte mich wie damals, als ich die Maus im Kreisssaal zum ersten Mal in den Armen hielt. Es war MEIN Baby, nicht mehr und nicht weniger. Eltern, vor allem Mütter, neigen dazu, sich in den Irrglauben um Ungerechtigkeiten und Unausgewogenheiten in der Gefühlswelt mit ihren Kindern zu verrennen. Man ängstelt wegen "Lieblingskindern" oder "Bevorzugungen", die man selten oder vielleicht gar nicht bemerkt. Und hier muss ich sagen, ja, doch, das ist so. Meiner Meinung nach hat man Lieblingskinder und es wird auch klare und deutliche Bevorzugungen geben. ABER das wechselt! Ich finde es etwas unehrlich, wenn man als Mutter immer davon sprechen muss, dass man alle Kinder gleich liebt. Denn ehrlich gesagt finde ich das ungerecht. Ich liebe nicht beide Kinder gleich. Ich liebe jedes auf seine ganz eigene Art und Weise. Und manchmal ist die Maus mein Lieblingskind - und dann wieder das Mäuschen. Das würde ich natürlich nicht laut sagen, aber dennoch ist es so. Jedes Kind hat seine ganz eigenen Stärken und Schwächen, seine Vorlieben und Abneigungen, seine Pros und Contras. So wie jeder Mensch auf dieser Welt. Und genau deshalb kann man nicht alle gleich lieben - was aber nichts mit "mehr" oder "weniger" lieben zu tun hat.
Als ich in den letzten Wochen der Zweitschwangerschaft mit der Maus unterwegs war und mit ihr noch einmal all die letzten Dinge machte, die in meiner Vorstellung nie mehr so sein würden wie jetzt, wurde ich immer verdammt traurig und sentimental, wenn ich sie beim Spielen beobachtete. Sie war 3 1/2 Jahre alt und mein kleines Babychen, mein Herz und mein Leben. Es gab nur sie und uns. 3 1/2 Jahre lang drehte sich unsere Welt um dieses Mädchen. Und bald, das wusste ich, würde ich nicht mehr so viel Zeit und Aufmerksamkeit für sie haben können. Und ich hatte eine Riesenangst davor, dass sie das deutlich spüren und darunter leiden würde. Ich kann nicht für andere Eltern von Geschwisterkindern sprechen (und ich selbst war 14 Jahre alt, als meine Brüder zur Welt kamen), aber ich für meinen Teil hatte mir all diese Gedanken umsonst gemacht. Klar stand sie nicht mehr im Mittelpunkt, aber ab dem Moment, wo wir mit dem Mäuschen aus dem Krankenhaus kamen, liebte sie ihre kleine Schwester - und wenige Monate später konnte sie gar nicht glauben, dass das Mäuschen einmal nicht bei uns gewesen sein sollte. Sicher gibt es Eifersüchteleien und Neid. Wäre dem nicht so, würde ich mir ernsthafte Gedanken machen. Aber alles in allem ist es doch so: Für beide Kinder ist das eine Win-Win-Situation. Die Große HATTE immerhin 3 1/2 Jahre ganz alleine mit uns, die die Kleine niemals haben wird - und umgekehrt genießt die Kleine von Beginn an den Luxus einer großen Schwester, von der sie geliebt wird und die ihr alles zeigen kann, was man als kleines Grummelmädchen so wissen muss. Und heute, nach 17 Monaten Mäuschen-Leben spielen die beiden miteinander, ärgern sich, toben gemeinsam durch die Wohnung und auf unseren Nerven herum - und ich weiß, dass es die absolut richtige Entscheidung war.
Natürlich wird alles anders mit einem zweiten Kind. Der ganze Alltag, den man sich als Ein-Kind-Eltern so schön zusammengeschustert hat im Laufe der Monate, wird von Grund auf durcheinander geworfen und umgekrempelt. Alles dauert länger, ist komplizierter und muss neu überdacht werden. Als das Mäuschen die ersten Tage in unserem Leben war, saß ich abends weinend auf dem Bett, weil ich - hormongebeutelt vom Wochenbett-Blues - mir sicher war, dass ich das NIE NIE NIE auf die Reihe kriegen und nichts mehr je gut werden würde. Ich würde NIE mehr die Maus kuschelnd und vorlesend ins Bett bringen können, weil das neue Baby im Wohnzimmer aus Leibeskräften schrie und diese Schreie in mir Übelkeit verursachten und meine Nerven zerstörten. Wir würden NIE mehr in Ruhe gemeinsam zu Abend essen können, NIE mehr mit der Maus spielen, NIE mehr zusammen einkaufen gehen können. Es würde sich NIE ein Alltag einstellen. Dessen war ich mir, heulend, sicher. Während ich diese Worte hier schreibe, muss ich lachen. Denn dieses NIE, das bin ich. Ich neige zu Übertreibungen und Panikvorstellungen von allem und jedem. Und dieses NIE begleitet mich mein Mutterleben lang. Und es ist UNSINN! Ein paar wenige Wochen später war alles normal. Ich brachte die Maus kuschelnd und vorlesend ins Bett, während der Mann im Wohnzimmer das Mäuschen bespaßte und nachdem wir in aller Ruhe gemeinsam zu Abend gegessen hatten. Und unglaublicherweise konnten wir auch ein paar Tage nach meinen Horrorgedanken gemeinsam einkaufen und mit der Maus spielen gehen. Es ist lauter geworden, chaotischer, unaufgeräumter, enger - aber selbst ich habe es geschafft, nicht komplett überfordert durchzudrehen. Und wenn ich das schaffe, dann schafft es jeder, der auch nur einen Gedanken an ein zweites Kind denken kann.
Und dann wäre da noch die Angst um ein krankes Kind. An dieser Stelle kann ich leider nicht weiterhelfen. Ich bin unendlich dankbar für meine beiden gesunden Kinder, aber ich kann die Ängste und Fragen komplett nachvollziehen. Auch wir haben diese Gedanken durchgespielt. Denn all die Fragen, die man sich sowieso schon stellt, werden wirklich ad absurdum geführt, wenn man diese Überlegungen und Szenarien weiterspinnt. Aber ich denke und hoffe und glaube fest daran, dass auch dieser Fall, sollte er eintreten, gut gemeistert werden kann. Denn wenn ich eins gelernt habe, dann dass bei Familie und Kindern die Theorie meist viel erschreckender und unüberwindbarer erscheint, als es die Praxis hinterher tatsächlich ist.
Ich wünsche an dieser Stelle allen werdenden Zweitmamas eine tolle Schwangerschaft mit wenig trüben Gedanken und Ängsten und - allen noch grübelnden Eltern rate ich, einfach an all die Sorgen und Überlegungen zu denken, die man sich schon vor dem ersten Kind gemacht hat. Und dann erinnern wir uns doch alle wieder daran, schmunzeln und fassen all das mit den passenden Worten von Wilhelm Busch zusammen:
Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt!
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Montag, 27. Januar 2014
Hilfe, Zweitkind?!
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Zweites Kind
Freitag, 6. Dezember 2013
Schwesternpost
Heute wollte ich aus gegebenem Anlass mal etwas ganz anderes schreiben. Keinen Grummelpost und keine Beschwerden, keine Mamastudien oder Spielplatzdramen. Heute wollte ich mal etwas für die Maus verfassen, was ihr vielleicht hilft, das Mäuschen besser zu verstehen. Denn auch, wenn es nicht immer einfach mit einer kleinen Schwester ist, darf man einige Dinge nicht aus den Augen verlieren.
Und wenn die kleine Schwester oder der kleine Bruder einen mal wieder an den Haaren zieht, einem das Gemälde verkritzelt, die Bauklötze klaut oder die Playmobilfiguren durcheinander wirft, sollte man immer darüber nachdenken, WARUM sie das eigentlich tun, die kleinen Nervgeschwister.
Meine liebe große Schwester,
weißt du eigentlich, wie toll ich dich finde? Alles, was du machst, ist einfach so spannend und schön. Wenn du an dem kleinen Tisch im Kinderzimmer sitzt und malst, bewundere ich immer deine tollen Bilder und möchte gerne auch etwas dazu beitragen, weil Mama sich über deine Kunstwerke immer so freut. Aber wenn ich mir einen deiner Stifte schnappe und auch damit auf dein Bild male, wirst du immer böse und nimmst mir alles weg. Das verstehe ich gar nicht.
Oder deine tollen, langen Haare, die dir fast bis zum Po gehen. Sie sind so wunderschön und ich möchte sie immer anfassen und streicheln oder diese kleinen Haarspängchen hineinstecken, die du immer benutzt. Aber wenn ich deine Haare kämmen oder anfassen will, wie Mama es immer macht, dann schreist du laut und schiebst mich zur Seite. Warum ist das nur so?
Wenn du auf dem rosa Teppich in unserem Kinderzimmer sitzt und mit diesen tollen, kleinen Figuren spielst, die ich so schön finde, dann will ich am liebsten mitten in die Kiste hüpfen und dir alle Männlein bringen, die du noch nicht aus der Schachtel genommen hast und ganz nah bei dir sein, weil du dir immer so tolle Geschichten damit ausdenkst. Aber wenn ich mit dir mitspielen möchte und mir das kleine Einhorn aussuche, guckst du immer ganz ärgerlich, rufst Mama und die räumt dann all die kleinen Figuren auf den hohen Tisch und ich kann nicht mehr mitmachen. Ihr wisst doch, dass ich da gar nicht rankomme.
Manchmal baust du auch mit den großen bunten Steinen tolle Häuser oder Türme! Das kannst du so gut, wie niemand sonst auf der Welt! Ich freue mich dann immer so sehr über diese bunten Bauwerke und will auch ein paar Steine haben und so toll bauen wie du. Aber leider scheinst du es nicht so gut zu finden, wenn ich ein paar von deinen Steinen nehme, um sie auf deine Häuser zu stecken. Ich bin zu schlecht dafür, oder?
Nachmittags sitzt du gerne am hohen Tisch und klebst Sternchen oder Blümchen auf bunte Papiere oder schneidest etwas aus. Du kannst so schöne Dinge mit deinen Händen und dem bunten Papier machen! Jetzt habe ich extra geübt, auf Papas Stuhl zu klettern, damit ich dir helfen kann - aber wenn ich endlich zu dir hochgestiegen bin, schimpfst du immer mit mir und schickst mich wieder weg, dabei würde ich so gerne von dir lernen, wie man all diese kleinen Blümchen und Sternchen auf die Blätter zaubern kann.
Und in deinem Bett, da liegen doch diese schönen Kuschel-Einhörner, die du so lieb hast. Du kuschelst und spielst immer mit ihnen und hast so viel Spaß dabei, dass ich auch gerne mitmachen und schmusen würde. Aber irgendwie ärgert es dich immer, wenn ich mir das kleinere der beiden Einhörner ausleihe, um genauso zu kuscheln und mit dir zu spielen. Dabei wäre es doch so schön, wenn du das große und ich das kleine Einhorn hätte und wir zusammen kuscheln könnten.
Dann hast du noch diese wunderschönen Puppen. Die mit den tollen langen Haaren und den bunten Kleidern. Ich liebe es, dir zuzuschauen, wenn du es schaffst, dass die Puppen miteinander reden und sich bewegen. Ich würde mir das immer so gerne mal ganz aus der Nähe ansehen, damit ich verstehen kann, wie es funktioniert - aber du schickst mich immer weg oder kletterst mit den Puppen auf dein Hochbett, so dass ich gar nichts mehr sehen kann.
Letzte Woche hattest du dieses andere große Mädchen dabei, als du vom Kindergarten nach Hause kamst, weißt du noch? Ihr wart in unserem Kinderzimmer und habt gelacht und gesungen und getanzt und getobt. Und es klang nach so viel Spaß! Ich wollte soooo gerne mittanzen und mitlachen und ich habe mir so viel Mühe gegeben, euch zum Lachen zu bringen. Aber ihr habt mich immer zur Tür rausgeschoben und sie hinter mir zu gemacht. War ich nicht lustig genug?
Leider kann ich deine Sprache noch nicht wirklich gut. Dabei würde ich dir so gerne so viel sagen! Du bist so wunderschön und alles, was du machst, ist einfach toll. Ich weiß nicht, warum du die meiste Zeit nicht willst, dass ich mit dir Spaß habe und von dir lerne. Vielleicht mache ich etwas falsch?
Ich hoffe, ich bin ich eines Tages auch so groß wie du und kann all die wundervollen Dinge, die du jeden Tag machst. Ich will es so sehr. Deshalb habe ich mich schon so früh auf meine Beine gestellt. Nur, damit ich dir folgen und von dir lernen und mit dir spielen kann. Mama sagt, ich bin in allem viel früher dran. Das ist einfach, weil ich nichts von dem verpassen will, was du tust. Es tut mir leid, wenn ich dich irgendwie ärgere oder störe, das will ich doch gar nicht. Und die Momente, in denen wir zusammen auf dem Sofa kuscheln und du mir sagst, wie sehr du mich lieb hast, sind die schönsten Minuten des Tages für mich.
Du weißt immer ganz genau, wo mein Stofftier und meine Schnuller sind, wenn ich weine. Du tröstest mich immer, wenn ich mir wehgetan habe oder traurig bin. Du weißt immer, wenn ich etwas trinken oder essen will. Und du bist immer da und singst mir etwas vor, wenn ich abends Angst habe, einzuschlafen. Du bist das beste große Mädchen auf der ganzen Welt und wenn ich groß bin, will ich ganz genau so sein wie du.
Deine kleine Schwester.
Und wenn die kleine Schwester oder der kleine Bruder einen mal wieder an den Haaren zieht, einem das Gemälde verkritzelt, die Bauklötze klaut oder die Playmobilfiguren durcheinander wirft, sollte man immer darüber nachdenken, WARUM sie das eigentlich tun, die kleinen Nervgeschwister.
Meine liebe große Schwester,
weißt du eigentlich, wie toll ich dich finde? Alles, was du machst, ist einfach so spannend und schön. Wenn du an dem kleinen Tisch im Kinderzimmer sitzt und malst, bewundere ich immer deine tollen Bilder und möchte gerne auch etwas dazu beitragen, weil Mama sich über deine Kunstwerke immer so freut. Aber wenn ich mir einen deiner Stifte schnappe und auch damit auf dein Bild male, wirst du immer böse und nimmst mir alles weg. Das verstehe ich gar nicht.
Oder deine tollen, langen Haare, die dir fast bis zum Po gehen. Sie sind so wunderschön und ich möchte sie immer anfassen und streicheln oder diese kleinen Haarspängchen hineinstecken, die du immer benutzt. Aber wenn ich deine Haare kämmen oder anfassen will, wie Mama es immer macht, dann schreist du laut und schiebst mich zur Seite. Warum ist das nur so?
Wenn du auf dem rosa Teppich in unserem Kinderzimmer sitzt und mit diesen tollen, kleinen Figuren spielst, die ich so schön finde, dann will ich am liebsten mitten in die Kiste hüpfen und dir alle Männlein bringen, die du noch nicht aus der Schachtel genommen hast und ganz nah bei dir sein, weil du dir immer so tolle Geschichten damit ausdenkst. Aber wenn ich mit dir mitspielen möchte und mir das kleine Einhorn aussuche, guckst du immer ganz ärgerlich, rufst Mama und die räumt dann all die kleinen Figuren auf den hohen Tisch und ich kann nicht mehr mitmachen. Ihr wisst doch, dass ich da gar nicht rankomme.
Manchmal baust du auch mit den großen bunten Steinen tolle Häuser oder Türme! Das kannst du so gut, wie niemand sonst auf der Welt! Ich freue mich dann immer so sehr über diese bunten Bauwerke und will auch ein paar Steine haben und so toll bauen wie du. Aber leider scheinst du es nicht so gut zu finden, wenn ich ein paar von deinen Steinen nehme, um sie auf deine Häuser zu stecken. Ich bin zu schlecht dafür, oder?
Nachmittags sitzt du gerne am hohen Tisch und klebst Sternchen oder Blümchen auf bunte Papiere oder schneidest etwas aus. Du kannst so schöne Dinge mit deinen Händen und dem bunten Papier machen! Jetzt habe ich extra geübt, auf Papas Stuhl zu klettern, damit ich dir helfen kann - aber wenn ich endlich zu dir hochgestiegen bin, schimpfst du immer mit mir und schickst mich wieder weg, dabei würde ich so gerne von dir lernen, wie man all diese kleinen Blümchen und Sternchen auf die Blätter zaubern kann.
Und in deinem Bett, da liegen doch diese schönen Kuschel-Einhörner, die du so lieb hast. Du kuschelst und spielst immer mit ihnen und hast so viel Spaß dabei, dass ich auch gerne mitmachen und schmusen würde. Aber irgendwie ärgert es dich immer, wenn ich mir das kleinere der beiden Einhörner ausleihe, um genauso zu kuscheln und mit dir zu spielen. Dabei wäre es doch so schön, wenn du das große und ich das kleine Einhorn hätte und wir zusammen kuscheln könnten.
Dann hast du noch diese wunderschönen Puppen. Die mit den tollen langen Haaren und den bunten Kleidern. Ich liebe es, dir zuzuschauen, wenn du es schaffst, dass die Puppen miteinander reden und sich bewegen. Ich würde mir das immer so gerne mal ganz aus der Nähe ansehen, damit ich verstehen kann, wie es funktioniert - aber du schickst mich immer weg oder kletterst mit den Puppen auf dein Hochbett, so dass ich gar nichts mehr sehen kann.
Letzte Woche hattest du dieses andere große Mädchen dabei, als du vom Kindergarten nach Hause kamst, weißt du noch? Ihr wart in unserem Kinderzimmer und habt gelacht und gesungen und getanzt und getobt. Und es klang nach so viel Spaß! Ich wollte soooo gerne mittanzen und mitlachen und ich habe mir so viel Mühe gegeben, euch zum Lachen zu bringen. Aber ihr habt mich immer zur Tür rausgeschoben und sie hinter mir zu gemacht. War ich nicht lustig genug?
Leider kann ich deine Sprache noch nicht wirklich gut. Dabei würde ich dir so gerne so viel sagen! Du bist so wunderschön und alles, was du machst, ist einfach toll. Ich weiß nicht, warum du die meiste Zeit nicht willst, dass ich mit dir Spaß habe und von dir lerne. Vielleicht mache ich etwas falsch?
Ich hoffe, ich bin ich eines Tages auch so groß wie du und kann all die wundervollen Dinge, die du jeden Tag machst. Ich will es so sehr. Deshalb habe ich mich schon so früh auf meine Beine gestellt. Nur, damit ich dir folgen und von dir lernen und mit dir spielen kann. Mama sagt, ich bin in allem viel früher dran. Das ist einfach, weil ich nichts von dem verpassen will, was du tust. Es tut mir leid, wenn ich dich irgendwie ärgere oder störe, das will ich doch gar nicht. Und die Momente, in denen wir zusammen auf dem Sofa kuscheln und du mir sagst, wie sehr du mich lieb hast, sind die schönsten Minuten des Tages für mich.
Du weißt immer ganz genau, wo mein Stofftier und meine Schnuller sind, wenn ich weine. Du tröstest mich immer, wenn ich mir wehgetan habe oder traurig bin. Du weißt immer, wenn ich etwas trinken oder essen will. Und du bist immer da und singst mir etwas vor, wenn ich abends Angst habe, einzuschlafen. Du bist das beste große Mädchen auf der ganzen Welt und wenn ich groß bin, will ich ganz genau so sein wie du.
Deine kleine Schwester.
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Freitag, 1. November 2013
Blogparade: Gemeinsam für starke Mädchen!
Obwohl die letzten Tage turbulent und von kränkelnden und gar nicht starken Mädchen und Müttern geprägt war, bin ich immer wieder auf Blogs gestoßen, die sich der Blogparade von Berlinmittemom mit ihren tollen und bewegenden Beiträgen angeschlossen haben. Und da ich nicht nur zwei Töchter habe, von denen ich hoffe, dass sie eines Tages starke Mädchen werden, sondern ja auch selbst eine Tochter bin, wollte ich mich ihnen unbedingt anschließen. Ich war mir die ganze Zeit gar nicht sicher, was genau ich eigentlich schreiben wollte und schob den Beitrag vor mir her. Aber dann dachte ich, ich fange einfach an, etwas von mir zu erzählen.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich ein starkes Mädchen war. Freundinnen versicherten mir dies zwar immer wieder - und tun es heute noch, doch ich selbst kam mir fast immer alles andere als stark vor. Auch meine Mutter, die mich jahrelang alleine erzog, wurde immer für ihre Stärke und ihren Mut bewundert. Alleinerziehend mit einer nicht immer einfachen kleinen Tochter, ganztags arbeitend, alle Last auf ihren Schultern alleine tragend - und doch immer die Zeit habend, mit ihrem Kind in Urlaub zu fahren (obwohl kein Geld da war), mit ihrem Kind Unternehmungen und Abenteuer zu erleben (obwohl kaum Zeit da war) und die kleine Grummeltochter niemals spüren zu lassen, wie der Alltag in Wirklichkeit aussah. Für mich war meine Mutter meine Heldin. Ist es heute noch. Sie war immer da, wenn ich sie brauchte. Sie IST immer da, wenn ich sie brauche - selbst wenn ich das nicht immer verdiene.
Es gibt viele Momente im Leben, in denen es mir nicht gut ging in meinem Körper, mit meinen Gedanken, in meiner sich rasant ändernden Kinder- und Teenagerwelt der 1980er und 90er Jahre. Die Zeit, in der mein Dad von uns wegzog, der Moment, in dem mein Stiefvater in mein Leben trat, der Tod meiner Oma (und somit der Moment, in dem ich zum ersten Mal erlebte, was es bedeutet, einen Menschen wirklich zu verlieren), Schulwechsel, Freundschaftswechsel, erste, schmerzhafte Liebe... Rückblickend erscheint einem all das lächerlich lange her und irgendwie nahm auch alles ein gutes Ende. Ich habe zwei tolle Elternpaare, tolle jüngere Brüder, einen großartigen Mann und zwei wunderschöne, kerngesunde Töchter.
Aber ich weiß auch, dass ich meiner Mutter viel zu verdanken habe. Sicherlich hat sie das Gefühl, nicht immer alles richtig gemacht zu haben. Welche Mutter hat das nicht? Aber sie hatte auch die Last zu tragen, eine Tochter zu haben, die immer wieder auf schwierige Pfade geriet, wenn auch unabsichtlich und nie aus radikalen Beweggründen heraus. Ess- und Angststörungen, introvertiere und eine Mutter sicher verängstigende Phasen, Teenagerselbsthass und schlimmste Liebeskummerarien. All das sind Dinge, durch die heranwachsende Mädchen gehen können, vielleicht müssen, wenn sie eines Tages als junge Frau aufwachen und bemerken, dass sie nicht so sind, wie sie gerne wären. Dass sie glauben, nicht mehr das anziehen zu können, was sie noch gestern schön gefunden hatten. Dass sie den Menschen nicht mehr kennen, der sie dort im Spiegel anblickt. Dass der Moment, in dem ihnen schmerzhaft bewusst wird, von der ersten großen Liebe nicht zurückgeliebt zu werden, der schlimmste im ganzen Leben zu sein scheint. Dass das Leben nie mehr so sein wird, wie es einmal war. Beschützt, kindlich, sicher.
Und genau dann, in diesem alles entscheidenden Moment ist sie da. Die Frau, die einen monatelang unter ihrem Herzen trug, die einem alles beibrachte, alles zeigte, alle kindlichen Widrigkeiten aus dem Weg räumte. Und sie sagt dieser jungen Frau im Spiegel, dass sie weiß, wie es in ihr aussieht. Sie lacht nicht, sie sagt nicht "Ist nicht so schlimm, es kommen noch ganz andere Dinge im Leben auf dich zu", sie wendet sich nicht ab und sie wirft nie alles hin. Sie nimmt diese junge Frau in den Arm und verspricht ihr, mit ihr durch die Hölle zu gehen, wenn es sein muss. Sie verspricht ihr, dass alles gut wird und dass sie immer an ihrer Seite ist, ganz egal, was kommt. Und genau solche Momente machen eine junge Frau zuerst zu einem starken Mädchen - und dann zu einer starken Mutter.
Meine Mutter sagte einmal, es sei nicht stark, durch schlimme Dinge gehen zu können, ohne einen Totalschaden zu erleiden - man hätte in vielen Momenten einfach keine andere Wahl. Und ich weiß, was sie meint. Aber für mich ist heute Stärke einfach die Abwesenheit von Resignation und der Mut, Schwäche zu zeigen und dennoch den steinigen Weg weiterzugehen. Und ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass ich für meine beiden Mäuse einmal genauso stark sein und ihnen die gleiche Basis bieten kann, die mir meine Mutter mein Leben lang gab und gibt. Die Basis, zu der man immer wieder zurückkehren kann, wenn man seine eigenen Erfahrungen gesammelt und seine eigenen Fehler gemacht hat und feststellen muss, dass dies sehr schmerzhaft sein kann. Die Basis, die einem keinen Weg vorgibt, aber den gewählten immer schützend begleitet. Denn ich glaube, dass man seine Töchter vor dem meisten nicht beschützen kann, selbst wenn man es so sehr will. Sie werden sich eines Tages zu dick, zu dünn, zu dumm, zu schlau oder zu hässlich fühlen. Sie werden an sich zweifeln, Dinge ausprobieren, die wir für falsch und gefährlich halten. Sie werden Entscheidungen treffen, die wir nicht gutheißen können. Sie werden sich Vorbilder suchen, die uns unverständlich erscheinen. Sie werden Wege einschlagen, die wir für sie nicht gewählt hätten. Doch für mich gehört all das in Maßen irgendwie zum Erwachsenwerden dazu. Die Kunst, die Stärke ist es, seiner Tochter immer wieder zu vermitteln, dass sie das schönste und tollste Mädchen der Welt ist - aber ihr dennoch das Gefühl geben zu können, es in seinen Zweifeln, Ängsten und Entscheidungen ernst zu nehmen. Denn DAS macht für mich den Unterschied.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich ein starkes Mädchen war. Freundinnen versicherten mir dies zwar immer wieder - und tun es heute noch, doch ich selbst kam mir fast immer alles andere als stark vor. Auch meine Mutter, die mich jahrelang alleine erzog, wurde immer für ihre Stärke und ihren Mut bewundert. Alleinerziehend mit einer nicht immer einfachen kleinen Tochter, ganztags arbeitend, alle Last auf ihren Schultern alleine tragend - und doch immer die Zeit habend, mit ihrem Kind in Urlaub zu fahren (obwohl kein Geld da war), mit ihrem Kind Unternehmungen und Abenteuer zu erleben (obwohl kaum Zeit da war) und die kleine Grummeltochter niemals spüren zu lassen, wie der Alltag in Wirklichkeit aussah. Für mich war meine Mutter meine Heldin. Ist es heute noch. Sie war immer da, wenn ich sie brauchte. Sie IST immer da, wenn ich sie brauche - selbst wenn ich das nicht immer verdiene.
Es gibt viele Momente im Leben, in denen es mir nicht gut ging in meinem Körper, mit meinen Gedanken, in meiner sich rasant ändernden Kinder- und Teenagerwelt der 1980er und 90er Jahre. Die Zeit, in der mein Dad von uns wegzog, der Moment, in dem mein Stiefvater in mein Leben trat, der Tod meiner Oma (und somit der Moment, in dem ich zum ersten Mal erlebte, was es bedeutet, einen Menschen wirklich zu verlieren), Schulwechsel, Freundschaftswechsel, erste, schmerzhafte Liebe... Rückblickend erscheint einem all das lächerlich lange her und irgendwie nahm auch alles ein gutes Ende. Ich habe zwei tolle Elternpaare, tolle jüngere Brüder, einen großartigen Mann und zwei wunderschöne, kerngesunde Töchter.
Aber ich weiß auch, dass ich meiner Mutter viel zu verdanken habe. Sicherlich hat sie das Gefühl, nicht immer alles richtig gemacht zu haben. Welche Mutter hat das nicht? Aber sie hatte auch die Last zu tragen, eine Tochter zu haben, die immer wieder auf schwierige Pfade geriet, wenn auch unabsichtlich und nie aus radikalen Beweggründen heraus. Ess- und Angststörungen, introvertiere und eine Mutter sicher verängstigende Phasen, Teenagerselbsthass und schlimmste Liebeskummerarien. All das sind Dinge, durch die heranwachsende Mädchen gehen können, vielleicht müssen, wenn sie eines Tages als junge Frau aufwachen und bemerken, dass sie nicht so sind, wie sie gerne wären. Dass sie glauben, nicht mehr das anziehen zu können, was sie noch gestern schön gefunden hatten. Dass sie den Menschen nicht mehr kennen, der sie dort im Spiegel anblickt. Dass der Moment, in dem ihnen schmerzhaft bewusst wird, von der ersten großen Liebe nicht zurückgeliebt zu werden, der schlimmste im ganzen Leben zu sein scheint. Dass das Leben nie mehr so sein wird, wie es einmal war. Beschützt, kindlich, sicher.
Und genau dann, in diesem alles entscheidenden Moment ist sie da. Die Frau, die einen monatelang unter ihrem Herzen trug, die einem alles beibrachte, alles zeigte, alle kindlichen Widrigkeiten aus dem Weg räumte. Und sie sagt dieser jungen Frau im Spiegel, dass sie weiß, wie es in ihr aussieht. Sie lacht nicht, sie sagt nicht "Ist nicht so schlimm, es kommen noch ganz andere Dinge im Leben auf dich zu", sie wendet sich nicht ab und sie wirft nie alles hin. Sie nimmt diese junge Frau in den Arm und verspricht ihr, mit ihr durch die Hölle zu gehen, wenn es sein muss. Sie verspricht ihr, dass alles gut wird und dass sie immer an ihrer Seite ist, ganz egal, was kommt. Und genau solche Momente machen eine junge Frau zuerst zu einem starken Mädchen - und dann zu einer starken Mutter.
Meine Mutter sagte einmal, es sei nicht stark, durch schlimme Dinge gehen zu können, ohne einen Totalschaden zu erleiden - man hätte in vielen Momenten einfach keine andere Wahl. Und ich weiß, was sie meint. Aber für mich ist heute Stärke einfach die Abwesenheit von Resignation und der Mut, Schwäche zu zeigen und dennoch den steinigen Weg weiterzugehen. Und ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass ich für meine beiden Mäuse einmal genauso stark sein und ihnen die gleiche Basis bieten kann, die mir meine Mutter mein Leben lang gab und gibt. Die Basis, zu der man immer wieder zurückkehren kann, wenn man seine eigenen Erfahrungen gesammelt und seine eigenen Fehler gemacht hat und feststellen muss, dass dies sehr schmerzhaft sein kann. Die Basis, die einem keinen Weg vorgibt, aber den gewählten immer schützend begleitet. Denn ich glaube, dass man seine Töchter vor dem meisten nicht beschützen kann, selbst wenn man es so sehr will. Sie werden sich eines Tages zu dick, zu dünn, zu dumm, zu schlau oder zu hässlich fühlen. Sie werden an sich zweifeln, Dinge ausprobieren, die wir für falsch und gefährlich halten. Sie werden Entscheidungen treffen, die wir nicht gutheißen können. Sie werden sich Vorbilder suchen, die uns unverständlich erscheinen. Sie werden Wege einschlagen, die wir für sie nicht gewählt hätten. Doch für mich gehört all das in Maßen irgendwie zum Erwachsenwerden dazu. Die Kunst, die Stärke ist es, seiner Tochter immer wieder zu vermitteln, dass sie das schönste und tollste Mädchen der Welt ist - aber ihr dennoch das Gefühl geben zu können, es in seinen Zweifeln, Ängsten und Entscheidungen ernst zu nehmen. Denn DAS macht für mich den Unterschied.
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Starke Mädchen
Sonntag, 13. Oktober 2013
Grummarcesible Day (3)
K:
Heute ist Sonntag und das heißt, es ist Zeit für Sarah, mich und
euch, unsere Woche Revue passieren zu lassen! Leider ist letzten Sonntag
ja unser Grummarcesible Day ins Wasser gefallen.Warum, wird Sarah uns
sicher noch verraten. Aber heute sind wir wieder hier und sogar fast in alter
Frische, oder?
S: Ja, entschuldigt bitte, ich musste letzte Woche passen. Beide Babys hatten einen Magendarm Infekt.
Wir waren zweimal im Krankenhaus und sind noch knapp an einer stationären Aufnahme vorbei
geschlittert. Paul hat sehr wenig getrunken, das hat mir wahnsinnige Sorgen bereitet... Und schon bin ich
drin in meinem teuflischsten Tief! Wir hatten ein paar wirklich wahnsinnig anstrengende Tage mit extrem
wenig Schlaf und vielen Sorgen. Zum Glück blieb Lena relativ unbeeindruckt, ihr ging es weitaus besser.
K: Oh Mann, das klingt richtig übel! Und ich habe natürlich ganz schlimm mit den beiden mitgelitten - aber vor allem auch mit dir, denn ich weiß, wie es einem selbst geht, wenn die Kinder so krank sind und man nur noch hilflos ist, weil man nicht wirklich helfen kann... Wie geht es den beiden heute?
S: Sie sind wieder gesund. Ich würde sagen, seit Ende der Woche sind sie wieder fit.
Die blöden Blähungen sind noch da, aber ansonsten ist alles beim Alten und Paul trinkt wieder größere
Mengen und nicht jede halbe Stunde mal ein Schlückchen. Ich hoffe wir können das Kapitel
"Krankheiten" erstmal abhaken. Wie sieht es bei Euch aus? Es war sicher eine anstrengende Woche,
ganz im Zeichen von Mäuschens Eingewöhnung, oder?
K: Da bin ich ja echt froh, dass die beiden wieder fit sind! Ja, die Eingewöhnung ist wirklich sehr anstrengend. Zumindest für mich. Und krank ist das Mäuschen auch gleich geworden, was ich ja schon erwartet hatte. Kleine Keimschleudern da! Man konnte hier ja schon lesen, wie ich das so finde! Mein teuflischstes Tief hat aber gar nicht damit zu tun. Eigentlich hatte ich gar kein richtiges Tief. Das Tief ist, dass gerade alles so vor sich hindümpelt und ich so oft schlechte Laune habe. So richtig Grummelmama halt. Das nervt mich total! Kennst du das? Wenn so gar nichts passiert und du nichts hast, worauf du dich richtig freuen kannst?
S: Jetzt muss ich lachen... Ich habe gestern noch zu meinem Mann gesagt, dass ich so mies drauf bin,
dass nicht mal shoppen mich aufheitern würde. Ja, kenn ich! Und dann nervt man sich selber und es wird
immer schlimmer. Grundlose schlechte Laune ist ganz übel! Aber bald ist doch Frühling, freu Dich darauf!
K: Haha, ja genau, immer positiv denken! Da bin ich ja ganz groß drin! Dann erzähl mal in diesem Sinne von deinem himmlischsten Hoch! Und wehe, es ist nicht superduperhimmlisch!
S: Hm, ich glaube, jetzt muss ich Dich enttäuschen. Mein Hoch: Zu sehen, wie sich die Kleinen
entwickeln, was sie alles Neues dazu lernen, das macht so Spass!
Ich gebe ja zu, ich habe nie verstanden, wie man als Mutter vor Freude ausrasten kann, weil das Kind
den ersten Zahn hat, krabbelt, läuft etc. Ist halt im Normalfall so. Ich revidiere aber meine Meinung. Ich
kriege mich schon nicht mehr ein wenn sie einen neuen Laut quietschen können! Jetzt bist Du dran! Was
war Dein himmlischstes Hoch?
K: Bist du heute wunderbar kitschig, Sarah! *lach* Da komme ich jetzt aber total unmuttiviert (man verzeihe mir das blöde Wortspiel) mit einem Hoch daher, das gar nichts mit meinen Kindern zu tun hat - obwohl ich genau weiß, was du meinst! Mein himmlischstes Hoch hatte ich letztes Wochenende, als meine Freundin und Patentante vom Mäuschen hier war und wir ein richtig tolles Mädelswochenende gemacht haben! Mit allem, was man sich wünschen kann: Cocktailabend, DVD-Abend, Shoppingtag und ganz viel Gequatsche. Das war traumhaft und ich brauche sowas wirklich öfter. Denn im Gegensatz zu dir (und ich war wirklich schockiert über diesen Satz!) muntert mich Shopping IMMER auf!
S: Ach das hört sich nach einem wirklich tollen Hoch an! Ich hoffe das ist ein Lauf und nächste Woche
geht es so weiter!
K: Ja, das wäre ganz gut, aber auf eine Shoppingtour mit Soulsisters muss ich wohl noch bisschen länger warten. Leider. Aber es wäre schon toll, wenn die Eingewöhnung einen guten Lauf nimmt und ich bald wieder etwas mehr Zeit zum Arbeiten und Schreiben habe.
Das war unser Grummarcesible Day für heute. Nicht viel Aufregendes passiert. Blöd für euch, gut für uns! Was war denn euer himmlischstes Hoch und teuflischstes Tief? Wir freuen uns über Berichte - und erwarten euch nächsten Sonntag wieder hier bei uns, dann hoffentlich auf Sarahs Inmarcesible. Also Daumen drücken, dass alle gesund und munter bleiben! Wir wünschen euch eine tolle Woche voll himmlischer Hochs!
S: Ja, entschuldigt bitte, ich musste letzte Woche passen. Beide Babys hatten einen Magendarm Infekt.
Wir waren zweimal im Krankenhaus und sind noch knapp an einer stationären Aufnahme vorbei
geschlittert. Paul hat sehr wenig getrunken, das hat mir wahnsinnige Sorgen bereitet... Und schon bin ich
drin in meinem teuflischsten Tief! Wir hatten ein paar wirklich wahnsinnig anstrengende Tage mit extrem
wenig Schlaf und vielen Sorgen. Zum Glück blieb Lena relativ unbeeindruckt, ihr ging es weitaus besser.
K: Oh Mann, das klingt richtig übel! Und ich habe natürlich ganz schlimm mit den beiden mitgelitten - aber vor allem auch mit dir, denn ich weiß, wie es einem selbst geht, wenn die Kinder so krank sind und man nur noch hilflos ist, weil man nicht wirklich helfen kann... Wie geht es den beiden heute?
S: Sie sind wieder gesund. Ich würde sagen, seit Ende der Woche sind sie wieder fit.
Die blöden Blähungen sind noch da, aber ansonsten ist alles beim Alten und Paul trinkt wieder größere
Mengen und nicht jede halbe Stunde mal ein Schlückchen. Ich hoffe wir können das Kapitel
"Krankheiten" erstmal abhaken. Wie sieht es bei Euch aus? Es war sicher eine anstrengende Woche,
ganz im Zeichen von Mäuschens Eingewöhnung, oder?
K: Da bin ich ja echt froh, dass die beiden wieder fit sind! Ja, die Eingewöhnung ist wirklich sehr anstrengend. Zumindest für mich. Und krank ist das Mäuschen auch gleich geworden, was ich ja schon erwartet hatte. Kleine Keimschleudern da! Man konnte hier ja schon lesen, wie ich das so finde! Mein teuflischstes Tief hat aber gar nicht damit zu tun. Eigentlich hatte ich gar kein richtiges Tief. Das Tief ist, dass gerade alles so vor sich hindümpelt und ich so oft schlechte Laune habe. So richtig Grummelmama halt. Das nervt mich total! Kennst du das? Wenn so gar nichts passiert und du nichts hast, worauf du dich richtig freuen kannst?
S: Jetzt muss ich lachen... Ich habe gestern noch zu meinem Mann gesagt, dass ich so mies drauf bin,
dass nicht mal shoppen mich aufheitern würde. Ja, kenn ich! Und dann nervt man sich selber und es wird
immer schlimmer. Grundlose schlechte Laune ist ganz übel! Aber bald ist doch Frühling, freu Dich darauf!
K: Haha, ja genau, immer positiv denken! Da bin ich ja ganz groß drin! Dann erzähl mal in diesem Sinne von deinem himmlischsten Hoch! Und wehe, es ist nicht superduperhimmlisch!
S: Hm, ich glaube, jetzt muss ich Dich enttäuschen. Mein Hoch: Zu sehen, wie sich die Kleinen
entwickeln, was sie alles Neues dazu lernen, das macht so Spass!
Ich gebe ja zu, ich habe nie verstanden, wie man als Mutter vor Freude ausrasten kann, weil das Kind
den ersten Zahn hat, krabbelt, läuft etc. Ist halt im Normalfall so. Ich revidiere aber meine Meinung. Ich
kriege mich schon nicht mehr ein wenn sie einen neuen Laut quietschen können! Jetzt bist Du dran! Was
war Dein himmlischstes Hoch?
K: Bist du heute wunderbar kitschig, Sarah! *lach* Da komme ich jetzt aber total unmuttiviert (man verzeihe mir das blöde Wortspiel) mit einem Hoch daher, das gar nichts mit meinen Kindern zu tun hat - obwohl ich genau weiß, was du meinst! Mein himmlischstes Hoch hatte ich letztes Wochenende, als meine Freundin und Patentante vom Mäuschen hier war und wir ein richtig tolles Mädelswochenende gemacht haben! Mit allem, was man sich wünschen kann: Cocktailabend, DVD-Abend, Shoppingtag und ganz viel Gequatsche. Das war traumhaft und ich brauche sowas wirklich öfter. Denn im Gegensatz zu dir (und ich war wirklich schockiert über diesen Satz!) muntert mich Shopping IMMER auf!
S: Ach das hört sich nach einem wirklich tollen Hoch an! Ich hoffe das ist ein Lauf und nächste Woche
geht es so weiter!
K: Ja, das wäre ganz gut, aber auf eine Shoppingtour mit Soulsisters muss ich wohl noch bisschen länger warten. Leider. Aber es wäre schon toll, wenn die Eingewöhnung einen guten Lauf nimmt und ich bald wieder etwas mehr Zeit zum Arbeiten und Schreiben habe.
Das war unser Grummarcesible Day für heute. Nicht viel Aufregendes passiert. Blöd für euch, gut für uns! Was war denn euer himmlischstes Hoch und teuflischstes Tief? Wir freuen uns über Berichte - und erwarten euch nächsten Sonntag wieder hier bei uns, dann hoffentlich auf Sarahs Inmarcesible. Also Daumen drücken, dass alle gesund und munter bleiben! Wir wünschen euch eine tolle Woche voll himmlischer Hochs!
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Sonntag, 29. September 2013
Bücherverbrennung 2013
Seit einiger Zeit tobt ja die Debatte um das Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen" - und gipfelt nun vorerst in einer ins Leben gerufenen Petition, die das Buch verbieten lassen soll. So weit, so gut.
Ich kenne dieses Buch nicht - und mit mir die meinsten anderen Mütter auch nicht, die diese Petition laut wetternd unterzeichnen. Zunächst ist mir nämlich nur eins suspekt. Ein Buch verbieten zu lassen. Es gibt so viele Bücher auf dem Markt, die ich für nicht gut, fragwürdig oder sogar schädlich halte - aber sie verbieten lassen? Wie sagt man doch so schön: Papier ist geduldig. Und mir erschließt sich einfach nicht, welchen Sinn es haben würde, solche Ratgeber zu indizieren. Über sowas sollten wir hinaus sein, finde ich.
Wie gesagt, ich habe dieses Buch nicht gelesen, habe es nie lesen müssen. Doch soweit ich mich informiert habe, geht es hier nicht darum, Wort für Wort einer Anweisung von zwei Menschen zu folgen, sondern eine Art Hilfestellung für Kinder zu finden, die wirkliche Probleme mit dem Einschlafen haben. Und noch mehr für ihre Eltern, die meiner Meinung nach meist die Hauptschuld tragen. Was auch gar nicht böse gemeint ist, ich kenne diese Art Schuld nur zu gut. Schließlich kämpft doch das ganze Leben lang unsere Vernunft gegen das, was das Herz sagt. Doch die Grundhaltung, einem Baby die Chance zu geben, sich ans Einschlafen alleine zu gewöhnen, finde ich nicht fragwürdig, sondern okay. Niemand verlangt von den Eltern, ihr Kind stundenlang schreien zu lassen, ohne ihm Sicherheit und Geborgenheit zu geben. Alle paar Minuten zu ihm zu gehen, um ihm genau das zu vermitteln, ist doch auch das, was das Buch rät? Auch vom "Versuch abbrechen" ist dort häufig die Rede, wie ich las? Aber darum soll es mir auch gar nicht gehen und am allerwenigsten möchte ich hier für dieses fragwürdige Werk eine Lanze brechen - den auch ICH bin nicht der Meinung, so ein Training oder Programm könne helfen. Ich denke nur, dass ein Verbot eines solchen Werkes sicher nicht die vielen Eltern verhindert, die ihr Baby tatsächlich eiskalt und ohne mit der Wimper zu zucken stundenlang schreien lassen, bis es müde und entmutigt vollkommen entkräftet einschläft. Wer die Grundhaltung zu einem solchen Verhalten hat, der wird es auch durchziehen, ohne ein solches Buch gelesen zu haben. Und ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass DIE Eltern, die so mit ihren Kindern umgehen, es gar nicht für nötig halten, Ratgeber zu befragen. Jede Mutter und jeder Vater, der sich die Mühe und Gedanken macht, sich in Büchern über die bestmögliche Weise der Erziehung informieren zu wollen, hat meiner Meinung nach Grips genug, um abstrahieren und abwägen zu können, was er liest und tut.
Ein bisschen geht es mir mit diesem Buch wie mit der ganzen Diskussion über Lebensmittellügen und Werbeverbote. Wer ernsthaft jahrelang glaubte, Milchschnitte sei gesund für sein Kind, weil auf dem Verpackungsbilchen ein Glas Milch und Honig abgebildet sind, dem ist weder mit Werbeverboten noch mit Kalorienampeln zu helfen. Wer erst durch fettgedruckte Hinweisschilder erfährt, dass Chips dick machen, der wird keine noch so detaillierten Nahrungsmittelangaben verstehen. Wer plötzlich total überrascht war, dass der Granulattee vom lieben Claus fast komplett aus Zucker besteht, dem helfen auch keine Produktverbote weiter. Nicht, dass ich all das unwichtig, gut oder unterstützenswert finde. Aber es ist doch so: Auf der einen Seite wird dem Verbraucher totale Eigenständigkeit unterstellt und vorausgesetzt, auf der anderen Seite ist man der Meinung, Aufklärung für Doofe starten zu müssen, um die Nahrungsmittelwelt sicherer zu machen. Was denn jetzt?
Auf jeden Fall sollte man aufhören, alles nur in Schwarz oder Weiß unterteilen zu wollen. Es gibt noch mehr auf dieser Welt als Eltern, die ihr Baby vernachlässigen und solche, die es zu sehr betüddeln. Jedes Kind ist anders und brauch andere Arten der Erziehung und Zuwendung - und ebenso sind es die zugehörigen Eltern. Jede liebende Mutter und jeder fürsorgliche Vater wird sein Kind gut genug einschätzen können, an dieser einen Stelle nicht mehr auf ein Buch zu hören, wenn er oder sie das Gefühl bekommt, es schade seinem Baby. Und kein Buch der Welt wird das ändern können - denn ein Buch zwingt niemanden zu etwas. Zum Glück.
Und am Schluss möchte ich mich noch Heinrich Heine (1817) anschließen, der einmal sagte:
„Das war ein Vorspiel nur. Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“
Und nach diesem dramatischen Blogpostfinale noch ein Hinweis ganz anderer Art! Heute ist Sonntag, heute ist Grummarcesible Day! Wen es interessiert, der möge heute bei der lieben Sarah auf Inmarcesible zu Gast sein und lesen, was unsere Woche so brachte.
Ich kenne dieses Buch nicht - und mit mir die meinsten anderen Mütter auch nicht, die diese Petition laut wetternd unterzeichnen. Zunächst ist mir nämlich nur eins suspekt. Ein Buch verbieten zu lassen. Es gibt so viele Bücher auf dem Markt, die ich für nicht gut, fragwürdig oder sogar schädlich halte - aber sie verbieten lassen? Wie sagt man doch so schön: Papier ist geduldig. Und mir erschließt sich einfach nicht, welchen Sinn es haben würde, solche Ratgeber zu indizieren. Über sowas sollten wir hinaus sein, finde ich.
Wie gesagt, ich habe dieses Buch nicht gelesen, habe es nie lesen müssen. Doch soweit ich mich informiert habe, geht es hier nicht darum, Wort für Wort einer Anweisung von zwei Menschen zu folgen, sondern eine Art Hilfestellung für Kinder zu finden, die wirkliche Probleme mit dem Einschlafen haben. Und noch mehr für ihre Eltern, die meiner Meinung nach meist die Hauptschuld tragen. Was auch gar nicht böse gemeint ist, ich kenne diese Art Schuld nur zu gut. Schließlich kämpft doch das ganze Leben lang unsere Vernunft gegen das, was das Herz sagt. Doch die Grundhaltung, einem Baby die Chance zu geben, sich ans Einschlafen alleine zu gewöhnen, finde ich nicht fragwürdig, sondern okay. Niemand verlangt von den Eltern, ihr Kind stundenlang schreien zu lassen, ohne ihm Sicherheit und Geborgenheit zu geben. Alle paar Minuten zu ihm zu gehen, um ihm genau das zu vermitteln, ist doch auch das, was das Buch rät? Auch vom "Versuch abbrechen" ist dort häufig die Rede, wie ich las? Aber darum soll es mir auch gar nicht gehen und am allerwenigsten möchte ich hier für dieses fragwürdige Werk eine Lanze brechen - den auch ICH bin nicht der Meinung, so ein Training oder Programm könne helfen. Ich denke nur, dass ein Verbot eines solchen Werkes sicher nicht die vielen Eltern verhindert, die ihr Baby tatsächlich eiskalt und ohne mit der Wimper zu zucken stundenlang schreien lassen, bis es müde und entmutigt vollkommen entkräftet einschläft. Wer die Grundhaltung zu einem solchen Verhalten hat, der wird es auch durchziehen, ohne ein solches Buch gelesen zu haben. Und ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass DIE Eltern, die so mit ihren Kindern umgehen, es gar nicht für nötig halten, Ratgeber zu befragen. Jede Mutter und jeder Vater, der sich die Mühe und Gedanken macht, sich in Büchern über die bestmögliche Weise der Erziehung informieren zu wollen, hat meiner Meinung nach Grips genug, um abstrahieren und abwägen zu können, was er liest und tut.
Ein bisschen geht es mir mit diesem Buch wie mit der ganzen Diskussion über Lebensmittellügen und Werbeverbote. Wer ernsthaft jahrelang glaubte, Milchschnitte sei gesund für sein Kind, weil auf dem Verpackungsbilchen ein Glas Milch und Honig abgebildet sind, dem ist weder mit Werbeverboten noch mit Kalorienampeln zu helfen. Wer erst durch fettgedruckte Hinweisschilder erfährt, dass Chips dick machen, der wird keine noch so detaillierten Nahrungsmittelangaben verstehen. Wer plötzlich total überrascht war, dass der Granulattee vom lieben Claus fast komplett aus Zucker besteht, dem helfen auch keine Produktverbote weiter. Nicht, dass ich all das unwichtig, gut oder unterstützenswert finde. Aber es ist doch so: Auf der einen Seite wird dem Verbraucher totale Eigenständigkeit unterstellt und vorausgesetzt, auf der anderen Seite ist man der Meinung, Aufklärung für Doofe starten zu müssen, um die Nahrungsmittelwelt sicherer zu machen. Was denn jetzt?
Auf jeden Fall sollte man aufhören, alles nur in Schwarz oder Weiß unterteilen zu wollen. Es gibt noch mehr auf dieser Welt als Eltern, die ihr Baby vernachlässigen und solche, die es zu sehr betüddeln. Jedes Kind ist anders und brauch andere Arten der Erziehung und Zuwendung - und ebenso sind es die zugehörigen Eltern. Jede liebende Mutter und jeder fürsorgliche Vater wird sein Kind gut genug einschätzen können, an dieser einen Stelle nicht mehr auf ein Buch zu hören, wenn er oder sie das Gefühl bekommt, es schade seinem Baby. Und kein Buch der Welt wird das ändern können - denn ein Buch zwingt niemanden zu etwas. Zum Glück.
Und am Schluss möchte ich mich noch Heinrich Heine (1817) anschließen, der einmal sagte:
„Das war ein Vorspiel nur. Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“
Und nach diesem dramatischen Blogpostfinale noch ein Hinweis ganz anderer Art! Heute ist Sonntag, heute ist Grummarcesible Day! Wen es interessiert, der möge heute bei der lieben Sarah auf Inmarcesible zu Gast sein und lesen, was unsere Woche so brachte.
Freitag, 20. September 2013
20 Dinge (1)
Aus mehreren aktuellen Anlässen wollte ich einmal folgende Liste erstellen und mit euch teilen.
20 Dinge, die Kinder einfach besser können als wir:
20 Dinge, die Kinder einfach besser können als wir:
- an der Bettdecke immer genau SO ziehen, dass nur noch der Bezug oben hängt, während unten das ganze Deckenchaos klumpt (Uaaaaaah!)
- den Trinkbecher immer so nahe an die Tischkante stellen, dass er von selbst und wie von Geisterhand runterfällt
- ganz normal über den Badezimmerteppich laufen und ihn dabei derartig verknautschen, dass die Tür nicht mehr richtig aufgeht (Nochmal uaaaaaaah!)
- Schokobrötchen so verputzen, dass Nutella bis zu den Ohren klebt (Konnte ich auch früher, ist aber im Laufe des Erwachsenwerdens verloren gegangen)
- nach zwei Minuten Malkunst alle Finger bunt haben (Wie schaffen die das?)
- einen eben geputzen Spiegel binnen Sekunden in den Vor-Putz-Zustand zurückversetzen (Kinder kennen den für uns unsichtbaren Putzreset-Knopf. Wobei, Männer können ihn auch manchmal sehen)
- immer dann vergessen, wie man Schuhe anzieht oder wo die Jacke liegt, wenn die Erwachsenen es unglaublich eilig haben (Wobei, Männer können... Ihr wisst schon.)
- Verkäufer mit Blicken bezirzen und so immer kleine Geschenke bekommen
- an einem Tag Frikadellen total toll finden und sie am nächsten Tag hassen
- gefühlte 100 Stofftiere im Bett lagern und trotzdem noch selbst ein Schlafplätzchen finden
- richtig fiese Sachen sagen und tun - und Erwachsene trotzdem damit zum Lachen bringen
- unschöne Wahrheiten charmant verkaufen
- mit wenig Mühe und Aufwand die tollsten Geschenke herstellen (Zumindest, wenn die Verwandtschaft sich nicht traut, die Wahrheit zu sagen, weil sie 12) nicht mächtig ist)
- auf einem freien Platz den einzigen Baum finden und mit dem Bobbycar dagegenbrettern
- mit den Gummistiefel genau SO in Pfützen treten, dass das Wasser hineinlaufen kann
- sich Knoten IN die Haare kämmen (Auch eine Kunst!)
- kleinste Spielsachen nach GANZ hinten unter's Sofa schaffen, ohne auch nur in der Nähe davon gespielt zu haben
- ein Brot so essen, dass das ganze Zimmer verkrümelt ist (Männer?)
- alle Minen von gerade gespitzen Stiften in Rekordzeit wieder abbrechen
- beim Händewaschen das ganze Badezimmer unter Wasser setzen und es nicht gewesen sein (it's magic!)
Samstag, 24. August 2013
Einjahrbaby
Endlich komme ich dazu, auch hier den ersten Geburtstag meiner Zweitgeborenen noch nachträglich zu würdigen. Ich sprach ja schon an, dass ich mitbekomme, wie viele Mütter dem ersten Geburtstag ihrer Kinder mit Wehmut und Tränen entgegensehen und sich fragen, wo die Zeit geblieben ist - und das ich das so gar nicht verstehen kann.
Ein Jahr mit dem Mäuschen. Das erste Jahr. Vorbei.
Wobei das ja auch gar nicht stimmt. Der erste Moment mit ihr begann mit dem positiven Schwangerschaftstest. Vielleicht sogar mit den drei negativen aus den vergangenen Zyklen. Denn zumindest im Kopf lebte ich ja schon mit der Idee von ihr. Oder ihm. Drei Zyklen, in denen ich mit mir und der Vorstellung von einem zweiten Kind haderte. Denn ich muss an dieser Stelle zugeben, ich wollte gar nicht wirklich ein zweites Kind, ich wollte nur kein Einzelkind. Klingt merkwürdig, aber vielleicht kann die ein oder andere Leserin den Unterschied nachvollziehen. Drei Zyklen, in denen ich das volle Programm von vorgetäuschten Schwangerschaftsanzeichen und Vorahnungen und Erwarungen und Enttäuschungen und Erleichterungen durchmachte. Und dann war der vierte Zyklus angebrochen. Und ich schwor mir, wenn dieser Test wieder negativ sein würde, dann würde ich nicht mehr weitermachen. Dann würde das Schicksal mit sagen, nein, du bist eine Grummelmama und mit einem Kind voll ausgelastet. Und dann hielt ich den positiven Test in den Händen. Und in diesem Augenblick trat das Mäuschen in unser Leben. Keine Sekunde später.
Und auch die Schwangerschaft war nicht nur rosarot. Ich machte mir permanent die Gedanken einer Zweigebärenden...
Schaffe ich das. Schaffen WIR das. Kann ich ein zweites Kind ebenso lieben? Will ich das überhaupt? Wird das nicht die Große total überfordern, ihr nicht mehr gerecht werden? Was, wenn ich das Kind nicht leiden kann? Was, wenn ich die Große nicht mehr leiden kann? Was, wenn das Kind nicht gesund ist und ich keine Zeit mehr für die Große habe? Keine Zeit mehr für mich habe? Keine Zeit mehr für irgendwas habe? Keine Zeit mehr...
Diese und ähnlich dämliche Fragen und Sorgen quälten mich die ganze Schwangerschaft.
Und dann war sie da. Nach vier Stunden wehen purzelte sie einfach so in unser Leben. Und natürlich liebte ich sie. Und natürlich war alles gut.
Aber ich will eben auch nicht verschweigen, wie die ersten Wochen und Monate waren. Hart und anstrengend und kein Zuckerschlecken. Zumindest nicht für eine Grummelmama wie mich. Sich samt Stillproblemen, Hochsommerhitze, Wochenfluss und Co. zu viert zusammenzuraufen, war nicht einfach. Und in den ersten Tagen und Nächten weinte ich viel und war mir sicher, dass sich all das nie wieder normalisieren wird. Der Babyblues erwischte mich noch heftiger als letztes Mal. Zunächst.
Doch es normalisierte sich alles wieder. Schneller, als ich dachte. Aber diese Wochen werde ich nicht vergessen. Und wie gesagt eben auch nicht die Nächte, die Schmerzen, die Probleme, die Sorgen. Und genau deshalb freue ich mich, dass das Mäuschen nun ein Jahr alt ist, fast läuft, fast spricht und kein anfälliges und zartes Neugeborenes mehr ist. Sie ist dem winzigen Schreihals und Tragling entwachsen - und ich mit ihr. Auf mich warten jetzt andere Aufgaben. Erste Zahnlücken und Einschulungen, Wettrennen und Versteckspiele. Auf mich wartet kein Wochenfluss mehr, keine Dammnaht, kein Geburtsvorbereitungskurs. Es war schön, es war aufregend, es war besonders. Beide Male. Und jetzt ist es gut. Jetzt wollen wir nicht mehr erneut zusammenwachsen müssen, jetzt wollen wir zusammen groß werden.
Ein Jahr mit dem Mäuschen. Das erste Jahr. Vorbei.
Wobei das ja auch gar nicht stimmt. Der erste Moment mit ihr begann mit dem positiven Schwangerschaftstest. Vielleicht sogar mit den drei negativen aus den vergangenen Zyklen. Denn zumindest im Kopf lebte ich ja schon mit der Idee von ihr. Oder ihm. Drei Zyklen, in denen ich mit mir und der Vorstellung von einem zweiten Kind haderte. Denn ich muss an dieser Stelle zugeben, ich wollte gar nicht wirklich ein zweites Kind, ich wollte nur kein Einzelkind. Klingt merkwürdig, aber vielleicht kann die ein oder andere Leserin den Unterschied nachvollziehen. Drei Zyklen, in denen ich das volle Programm von vorgetäuschten Schwangerschaftsanzeichen und Vorahnungen und Erwarungen und Enttäuschungen und Erleichterungen durchmachte. Und dann war der vierte Zyklus angebrochen. Und ich schwor mir, wenn dieser Test wieder negativ sein würde, dann würde ich nicht mehr weitermachen. Dann würde das Schicksal mit sagen, nein, du bist eine Grummelmama und mit einem Kind voll ausgelastet. Und dann hielt ich den positiven Test in den Händen. Und in diesem Augenblick trat das Mäuschen in unser Leben. Keine Sekunde später.
Und auch die Schwangerschaft war nicht nur rosarot. Ich machte mir permanent die Gedanken einer Zweigebärenden...
Schaffe ich das. Schaffen WIR das. Kann ich ein zweites Kind ebenso lieben? Will ich das überhaupt? Wird das nicht die Große total überfordern, ihr nicht mehr gerecht werden? Was, wenn ich das Kind nicht leiden kann? Was, wenn ich die Große nicht mehr leiden kann? Was, wenn das Kind nicht gesund ist und ich keine Zeit mehr für die Große habe? Keine Zeit mehr für mich habe? Keine Zeit mehr für irgendwas habe? Keine Zeit mehr...
Diese und ähnlich dämliche Fragen und Sorgen quälten mich die ganze Schwangerschaft.
Und dann war sie da. Nach vier Stunden wehen purzelte sie einfach so in unser Leben. Und natürlich liebte ich sie. Und natürlich war alles gut.
Aber ich will eben auch nicht verschweigen, wie die ersten Wochen und Monate waren. Hart und anstrengend und kein Zuckerschlecken. Zumindest nicht für eine Grummelmama wie mich. Sich samt Stillproblemen, Hochsommerhitze, Wochenfluss und Co. zu viert zusammenzuraufen, war nicht einfach. Und in den ersten Tagen und Nächten weinte ich viel und war mir sicher, dass sich all das nie wieder normalisieren wird. Der Babyblues erwischte mich noch heftiger als letztes Mal. Zunächst.
Doch es normalisierte sich alles wieder. Schneller, als ich dachte. Aber diese Wochen werde ich nicht vergessen. Und wie gesagt eben auch nicht die Nächte, die Schmerzen, die Probleme, die Sorgen. Und genau deshalb freue ich mich, dass das Mäuschen nun ein Jahr alt ist, fast läuft, fast spricht und kein anfälliges und zartes Neugeborenes mehr ist. Sie ist dem winzigen Schreihals und Tragling entwachsen - und ich mit ihr. Auf mich warten jetzt andere Aufgaben. Erste Zahnlücken und Einschulungen, Wettrennen und Versteckspiele. Auf mich wartet kein Wochenfluss mehr, keine Dammnaht, kein Geburtsvorbereitungskurs. Es war schön, es war aufregend, es war besonders. Beide Male. Und jetzt ist es gut. Jetzt wollen wir nicht mehr erneut zusammenwachsen müssen, jetzt wollen wir zusammen groß werden.
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