Gestern war also der zweite Advent. Advent, Advent, die Zeit, die rennt. Und ich wünschte, es wäre schon Januar und der ganze Weihnachtsspuk vorbei. Mit Ach und Krach habe ich es geschafft, den Adventskalender für die Maus zu basteln - die Ausführung für den Mäuschen-Kalender habe ich hingegen noch ein Jahr auf Eis gelegt. Mit Hängen und Würgen habe ich es geschafft, das kleine Tannenbäumchen vom Balkon ins Wohnzimmer zu stellen und mit der Maus ein paar Weihnachtsdinge daran zu klöppeln. Die Weihnachtsbeleuchtung am Fenster hängt noch von letztem Jahr. (Ich muss dazu sagen, dass ich zu faul war, sie abzuhängen, aber für den Frühling ein paar bunte Schmetterlinge daraufdekorierte habe. So, und jetzt schlagt mich.) Mit Ach und Weh habe ich auf die Sekunde genau den Adventskranz vom letzten Jahr aus dem Keller geholt, etwas abgestaubt und auf den Tisch gestellt, damit am ersten Advent denn auch pünktlich und total feierlich das erste Kerzchen brennen kann.
Die Vorweihnachtszeit. Zeit der Besinnlichkeit und Vorfreude, Feierlichkeit und Kerzenschein. Aber echt mal - ist das bei euch so? Traditionell ist die Vorweihnachtszeit die Zeit der grippalen Infekte, Mittelohrentzündungen und Panikeinkäufe. Und von allen Seiten wird man als Mutter unter Druck gesetzt. Die Werbung suggeriert mir permanent, ich hätte eigentlich schon ALLE Weihnachtsgeschenke kaufen müssen, schon Plätzchen gebacken haben und meine Wohnung schon vor Wochen in eine Happy-Weihnachts-Wonderland verwandeln sollen. Habe ich aber nicht. HABE ICH NICHT!
Als ich Kind war, war alles toll und spannend. Die Luft roch irgendwie ständig entweder nach Schnee, Zimtaroma oder Tannengrün. Draußen war es dunkel und magisch, in den Wohnungen meiner Eltern, Großeltern und Tanten und Onkels war alles geschmückt und gemütlich. Irgendwie war alles so, wie man es sich vorstellt. Ich liebte die Weihnachtsszeit.
Und als ich Erwachsen war freute ich mich schon darauf, meinen Kindern später einmal auch so eine tolle Zeit zu gestalten.
Worüber ich mir damals leider noch nicht im Klaren war, ist die Tatsache, dass ich Weihnachten gar nicht mehr leiden kann.Weihnachten und ich, wir stehen auf Kriegsfuß. Ich bin jedes Jahr weniger in Stimmung für all das. Seit ich die Kinder habe und sie langsam größer werden, dauert es immer länger, bis ich mich damit abfinden kann, dass bald der 24.12. sein wird - und jedes Jahr scheint es so zu sein, dass die Monate von Weihnachten bis Weihnachten schneller vorbeirasen. Jetzt sitze ich hier am Computer, die Sonne scheint in die mit kleinen Schmierfingerchen übersäten Scheiben des Wohnzimmers, das Thermometer zeigt 11°C an und die Wohnung sieht irgendwie nach allem aus, aber nicht nach Weihnachten. Es könnte auch April sein. Oder September. Ich habe es nicht einmal geschafft, meine Sommerschuhe gegen Winterschuhe zu tauschen auf dem Schuhregal vor der Haustür. Ein weiteres Anzeichen für die vorweihnachtliche und winterliche Grummelmamaverdrängung. Und doch... Und doch hängt mir jeden Tag das schlechte Gewissen im Nacken. Und beisst mich, kratzt mich und flüstert mir Dinge ins Ohr.
"Was bist du nur für eine Mutter?"
"Hättest du dir DAS für deine Kinder gewünscht damals?"
"Backe, schmücke, kaufe!"
"Last Christmas, I gave you my heart..."
Und jeden Tag wird mir panischer und übler zumute, die Blicke auf die Weihnachtsgeschenke-Liste, die noch überhaupt keine grünen Häkchen hat, werden hektischer - und das Gefühl, irgendwie auf ganzer Linie zu versagen, größer und mächtiger.
Mein großes Glück ist nur immer, dass wir die eigentlichen Weihnachtsfeiertage nicht bei uns zu Hause, sondern bei unseren Eltern verbringen und dass wenigstens dort alles irgendwie wie damals zu sein scheint. Wobei ich sagen muss, dass mir erst nach meinem Auszug aus dem elterlichen Nest aufgefallen ist, welche unfassbare Hektik am 24.12. Besitz von meiner Mutter ergeift. Schnibbeln, vorbereiten, vorkochen, planen, Einkäufe sortieren, gutes Geschirr raussuchen, Silber putzen - und alles begleitet von leisen Flüchen wie "Bin ich froh, wenn das vorbei ist!". Sollte ich das etwa nicht gestohlen haben? Sollte meine Mutter, die mir Jahr für Jahr wunderschöne und fantastische Weihnachten bereitete, gar nicht die vorweihnachtszeitliebende Christmas-Liebhaberin gewesen sein, für die ich sie in meinem kindlichen Leichtsinn hielt? Ist es vielleicht tatsächlich gar nicht wichtig, wie es in MIR aussieht, sondern nur das, was bei den Kindern ankommt? Vielleicht. Hoffentlich. Kinder sind bekanntlich Meister im Ausblenden und Phantasieren. Ich bin fast sicher, sie schaffen es, sich selbst genau das herauszufiltern, was sie für diese Zeiten brauchen. Und alles andere spielt sich für sie irgendwie nur hinter den erwachsenen Kulissen ab.
Denn so sehr ich diese bazillen- und virengeschwängerte Grauwetterzeit auch verabscheue, es täte mir doch in der Seele weh, wenn meine Kinder schon jetzt zu kleinen Grinches heranwachsen würden und nicht das erleben dürften, was ich selbst so liebte.
Und wenn wir am 24.12. dann hoffentlich in strahlende Kinderaugen blicken und uns entspannt zurücklehnen dürfen, wird vielleicht sogar mir ein bisschen feierlich ums Herz. Und dann nehme ich mir - wie jedes Jahr - vor, nächstes Jahr ein bisschen mehr Stimmung zu verbreiten. Die feierliche Stimmung meine ich. Memo an mich...
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Montag, 9. Dezember 2013
Sonntag, 24. November 2013
Mausarbeit
Früher war alles besser. Sagt man. Bei manchen Dingen stimmen diese abgenutzten
Worte sogar. Zum Beispiel bei der Hausarbeit. "Die spinnt doch, die
Grummelmama!" denken jetzt die Nicht- oder NochNicht-Mamas und Papas unter
euch. Die anderen nicken jetzt sicher seufzend und wissend.
Ich denke, wir alle sind uns einig, dass Hausarbeit per se jetzt nicht DAS Unterhaltungsprogramm ist, mit dem man gerne langweilige Stunden oder freie Tage füllt. Es muss eben getan werden, egal wie und wann. In meiner Prämamazeit hasste ich es, zu saugen, zu wischen, aufzuräumen, Geschirrspüler zu be- und entfüllen oder das Bad zu putzen. Eigentlich konnte ich mir nichts Schlimmeres vorstellen als das. Und jetzt? Jetzt ist es Entspannung pur? Gar nicht mehr so schlimm? Eine willkommene Abwechslung? Ja - WENN Maus und Mäuschen (M&M) aus dem Haus sind. Warum das so ist?
Hier nur kurz eine Gegenüberstellung von prä und post M&M Arbeitsschritten am Beispiel "Staubsaugen" (So oder ähnlich übertragbar auf alle Hausarbeiten):
*Staubsaugen prä M&M: Teppiche ausschütteln und hochlegen, Dinge vom Boden wegräumen, Stecker in die Steckdose, Zimmer für Zimmer staubsaugen. Fertigstellung nach etwa 20 Minuten.
**Staubsaugen post M&M: Das Mäuschen davon überzeugen, dass gerade JETZT auf Teppichen sitzen eher schlecht ist, Teppiche ausschütteln und hochlegen. Hinter dem Mäuschen her rennen, das sich den nicht hoch genug gelegten Teppich wieder gemopst hat. Teppich höher hochlegen. Eine Million Dinge vom Boden wegräumen (Papa Schlumpf, Playmo-Feen, Holzkühe, diverse Winzdinge, Bälle, Schnuller, Haarspangen, viel Glitzerzeug in verschiedenen Varianten). Der Maus klarmachen, dass man all das NICHT wegwerfen möchte, währenddessen das Mäuschen wieder ein paar aufgesammelte Dinge auf dem Boden verteilt. Erneut wegräumen. Stecker in die Steckdose. Stecker wieder in die Steckdose. Stecker ein drittes Mal in die Steckdose. Das Mäuschen aus dem Zimmer werfen, weil es immer wieder den Stecker aus der Steckdose zieht. Mit dem Versuch beginnen, das erste Zimmer zu saugen. Das Mäuschen davon überzeugen, dass auf dem Staubsauger reiten jetzt total unpraktisch und zudem nicht ungefährlich ist. Merken, dass 15 Monate alte Mäuse weder diskussionsfähig noch offen für gute Argumente sind. Überzeugungen scheitern, weitersaugen MIT dem reitenden Mäuschen. Stopp alle paar Minuten, um das weinende, weil runtergefallene Mäuschen zu trösten. Die Maus überzeugen, dass der Luftballon zwar dufte im Luftstrom des Staubsaugers fliegt, aber der Arbeit an sich eher kontraproduktiv im Weg steht. Merken, dass vierjährige Mäuse weder diskussionsfähig noch offen für gute Argumente sind. Überzeugungen scheitern, weitersaugen MIT dem Luftballon im Luftstrom und um den Sauger hüpfenden Mäusen. Beim Wechseln in ein anderes Zimmer feststellen, dass die Maus doch wieder die Playmobil-Feen auf dem Boden verteilt hat. Vielleicht aus Trotz, weil immer nur das Mäuschen auf dem Staubsauger reiten "darf". Wieder Dinge aufräumen, während das Mäuschen wieder den Stecker aus der Wand zieht. Je nach Zimmeranzahl wiederholt sich dieses Szenario dann noch 3-4 Mal. Fertigstellung? Gefühlt: Nie! Schweißausbruchanzahl: 100!
(Noch) nicht Mütter und Väter finden das wahrscheinlich jetzt alles sehr spaßig. Verständlich. Aber wenn man sich zu all dem noch die Tatsache vor Augen hält, dass dieses Prozedere ja auch noch viel öfter durchgeführt werden muss, je mehr Kinder man hat, dann wird schnell die volle Tragweite der Umstände klar:
Kinder bedeuten mehr Krümel, Kleinkram auf dem Boden, Papierschnipsel, Glitzerkram (zumindest bei Mädchen), Konfetti (wo auch immer her), Rosinen, vertrocknete Gummibärchen, Dreck aller Art vom Spaziergang mitgebracht. Mehr Kinder bedeuten noch mehr Krümel, noch mehr Kleinkram, Schnipsel, Glitzerkram, mehr - ich denke, ihr wisst, was ich meine! Nur eins wird leider nie mehr: Mamas Nerven. Die nehmen potentiell zum Anstieg der Verschmutzung ab. Und daher kann ich allen Müttern nur raten: Macht es wie ich, werft Mann und Mäuse einfach raus, dreht die Musik auf und staubsaugt, wischt und räumt auf, als ginge es um euer Leben! Denn man kann nie wissen, wie lange die Ruhe und Einsamkeit anhält.
Ich denke, wir alle sind uns einig, dass Hausarbeit per se jetzt nicht DAS Unterhaltungsprogramm ist, mit dem man gerne langweilige Stunden oder freie Tage füllt. Es muss eben getan werden, egal wie und wann. In meiner Prämamazeit hasste ich es, zu saugen, zu wischen, aufzuräumen, Geschirrspüler zu be- und entfüllen oder das Bad zu putzen. Eigentlich konnte ich mir nichts Schlimmeres vorstellen als das. Und jetzt? Jetzt ist es Entspannung pur? Gar nicht mehr so schlimm? Eine willkommene Abwechslung? Ja - WENN Maus und Mäuschen (M&M) aus dem Haus sind. Warum das so ist?
Hier nur kurz eine Gegenüberstellung von prä und post M&M Arbeitsschritten am Beispiel "Staubsaugen" (So oder ähnlich übertragbar auf alle Hausarbeiten):
*Staubsaugen prä M&M: Teppiche ausschütteln und hochlegen, Dinge vom Boden wegräumen, Stecker in die Steckdose, Zimmer für Zimmer staubsaugen. Fertigstellung nach etwa 20 Minuten.
**Staubsaugen post M&M: Das Mäuschen davon überzeugen, dass gerade JETZT auf Teppichen sitzen eher schlecht ist, Teppiche ausschütteln und hochlegen. Hinter dem Mäuschen her rennen, das sich den nicht hoch genug gelegten Teppich wieder gemopst hat. Teppich höher hochlegen. Eine Million Dinge vom Boden wegräumen (Papa Schlumpf, Playmo-Feen, Holzkühe, diverse Winzdinge, Bälle, Schnuller, Haarspangen, viel Glitzerzeug in verschiedenen Varianten). Der Maus klarmachen, dass man all das NICHT wegwerfen möchte, währenddessen das Mäuschen wieder ein paar aufgesammelte Dinge auf dem Boden verteilt. Erneut wegräumen. Stecker in die Steckdose. Stecker wieder in die Steckdose. Stecker ein drittes Mal in die Steckdose. Das Mäuschen aus dem Zimmer werfen, weil es immer wieder den Stecker aus der Steckdose zieht. Mit dem Versuch beginnen, das erste Zimmer zu saugen. Das Mäuschen davon überzeugen, dass auf dem Staubsauger reiten jetzt total unpraktisch und zudem nicht ungefährlich ist. Merken, dass 15 Monate alte Mäuse weder diskussionsfähig noch offen für gute Argumente sind. Überzeugungen scheitern, weitersaugen MIT dem reitenden Mäuschen. Stopp alle paar Minuten, um das weinende, weil runtergefallene Mäuschen zu trösten. Die Maus überzeugen, dass der Luftballon zwar dufte im Luftstrom des Staubsaugers fliegt, aber der Arbeit an sich eher kontraproduktiv im Weg steht. Merken, dass vierjährige Mäuse weder diskussionsfähig noch offen für gute Argumente sind. Überzeugungen scheitern, weitersaugen MIT dem Luftballon im Luftstrom und um den Sauger hüpfenden Mäusen. Beim Wechseln in ein anderes Zimmer feststellen, dass die Maus doch wieder die Playmobil-Feen auf dem Boden verteilt hat. Vielleicht aus Trotz, weil immer nur das Mäuschen auf dem Staubsauger reiten "darf". Wieder Dinge aufräumen, während das Mäuschen wieder den Stecker aus der Wand zieht. Je nach Zimmeranzahl wiederholt sich dieses Szenario dann noch 3-4 Mal. Fertigstellung? Gefühlt: Nie! Schweißausbruchanzahl: 100!
(Noch) nicht Mütter und Väter finden das wahrscheinlich jetzt alles sehr spaßig. Verständlich. Aber wenn man sich zu all dem noch die Tatsache vor Augen hält, dass dieses Prozedere ja auch noch viel öfter durchgeführt werden muss, je mehr Kinder man hat, dann wird schnell die volle Tragweite der Umstände klar:
Kinder bedeuten mehr Krümel, Kleinkram auf dem Boden, Papierschnipsel, Glitzerkram (zumindest bei Mädchen), Konfetti (wo auch immer her), Rosinen, vertrocknete Gummibärchen, Dreck aller Art vom Spaziergang mitgebracht. Mehr Kinder bedeuten noch mehr Krümel, noch mehr Kleinkram, Schnipsel, Glitzerkram, mehr - ich denke, ihr wisst, was ich meine! Nur eins wird leider nie mehr: Mamas Nerven. Die nehmen potentiell zum Anstieg der Verschmutzung ab. Und daher kann ich allen Müttern nur raten: Macht es wie ich, werft Mann und Mäuse einfach raus, dreht die Musik auf und staubsaugt, wischt und räumt auf, als ginge es um euer Leben! Denn man kann nie wissen, wie lange die Ruhe und Einsamkeit anhält.
Montag, 11. November 2013
Laternendings
Letzte Woche war es bei uns wieder soweit: Laternenfest im Kindergarten. UND in der Kita. Am selben Tag. Zur fast selben Uhrzeit. Hier bei uns heißt dieses Ereignis nicht St.Martin, es reitet niemand auf einem Pferd und es wird am Ende des Umzugs auch kein großes Feuer entfacht. Zu meiner Zeit (vor etwa 300 Jahren) war das noch so. Schöne, neue Welt.
Seit die Maus im Kindergarten ist, wurde keine einzige Laterne gebastelt. Zum Glück liebt sie aber ihr gutes Stück aus der Kita heiß und innig und weigerte sich sogar beharrlich, eine neue Laterne zu kaufen. Und nein, ich bastele keine Laternen mit meinen Kindern. Ich bin die Grummelmama. Die kann nicht basteln. Die kann nur fluchend Tonpapier durchs Zimmer werfen, das dann nicht wegsegelt, weil es an ihren Fingern kleben bleibt. Und keiner, wirklich KEINER will das erleben. Also kaufen wir - oder lassen basteln.
Das Mäuschen hingegen hat in der Kita mit ihren 14 Monaten tatsächlich eine Laterne zusammengeschustert, was ihre große Schwester auch schwer beeindruckte. Natürlich wurde ihr verheimlicht, dass das Mäuschen, genau wie sie selbst damals, lediglich ein paar Buntstiftstriche auf ein durchscheinendes Papiert kritzelte und der Rest von den Erzieherinnen erledigt wurde.
Um 17h sollte also das Fest in Mäuschens Kita starten, eine halbe Stunde später das der Maus. Also stiefelten der Mann und ich zusammen mit den Mäusen los, um mal so richtig Laterne zu feiern. Im Garten der Kita war schon eine Menge los, die Maus rannte gleich mit ihren alten Kollegen durch die Gegend und amüsierte sich, während das Mäuschen eigentlich nur eins tat: sich fragen, was zum Geier wir hier eigentlich wollten. Der Garten ihrer Kita voller fremder Leute, Mama, Papa und Schwester dabei, überall trugen fremde Kinder leuchtende Papierkugeln durch die Gegend und dann fingen die Erzieher auch noch an, ein Lied nach dem anderen in ein komisches Gerät zu singen, das ihre Stimmen total laut werden ließ. Und daneben stand ein großer Tisch voller Essen, das man aber nicht nehmen durfte. Und ständig wurde versucht, einem dieses leuchtende Ding in die Hand nötigen und einen damit zum herumlaufen zu bewegen. Voll blöd. Mäuschen wollte nur eins. Weglaufen. Egal wohin, nur schnell. Und da der Mann und ich das verhindern wollten, durfte sie auf dem Arm ihrem Ärger Luft machen. Als es dann endlich nach ewiger Singerei (von Liedern, die überraschend unfassbar viele Strophen hatten, die die Erzieher auch ungerührt ALLE durchzogen) zum kleinen Umzug durch den Garten gehen sollte, liefen wir ein bisschen zur Tarnung mit, um am Gartentörchen schnell die Biege zu machen. Schließlich hatten wir noch viel vor. Partyhopping der Grummelklasse.
Schwupps war das gestresste Mäuschen im Buggy und wir eilten den vielen Eltern mit belaternten Kindern hinterher zum anderen Nicht-Martins-Umzug. Mittlerweile war es ziemlich dunkel und die Maus freute sich wie doof, zu ihren Freundinnen zu stoßen und mit ihrer uralten Kitalaterne zu prahlen - die unter uns gesagt wirklich nicht mehr pralle aussieht, aber was macht das schon, wenn die Besitzerin ein gutes Ego hat?
Der Umzug des Kindergartens ist immer ein etwas größeres Event. Eine Ewigkeit ziehen sehr viele Eltern mit sehr vielen Kindern in der Kindergartengegend umher und singen (die gleichen Lieder wie in der Kita, nur mit schon wieder ganz anderen Strophen! Die sind doch alle frei erfunden!). Die Maus lief alleine mit ihren Freundinnen umher, ich mich mit dem Mann und dem Mäuschen eher im Hintergrund haltend. Das Mäuschen kapierte immer noch nicht, was das hier alles sollte, was man seinem Gesichtsausdruck auch bestens entnehmen konnte. Jetzt liefen da ganz viele Große und Kleine mit diesen Leuchtdingern immer im Kreis auf den Wegen, auf denen man sonst zum Einkaufen oder zum Mausabholen spazierte? Das wurde ja immer merkwürdiger!
Später ging es dann in den mit vielen Laternen erleuchteten Garten des Kinderhauses, wo wieder gesungen und dann endlich auch gegessen wurde. Das stimmte das Mäuschen denn auch kurz fröhlich. Den Mann allerdings weniger, denn es gab Schmalz- und Butterbrote. "Die Schmalzbrote sind selbstverständlich vegetarisch!". Dieser Satz der Kinderhausleiterin war es, der dem Mann den letzten Spaß nahm. Der Mann ist karnivor. Und ist überhaupt nicht amused bei der Kombination der Worte "Schmalz" und "vegetarisch". Daher schickte ich ihn und das Mäuschen kurzerhand nach Hause, bevor die Situation eskalieren konnte und suchte die drei einzigen Mütter, mit denen ich mich wirklich gut verstehe. Es sind auch Grummelmütter. Perfekt, oder? So wurde es dann auch noch echt lustig. Unsere Kinder waren in der Dunkelheit des Gartens verschwunden und wir hatten es uns dieses Jahr auch nicht mehr zur Aufgabe gemacht, hinter ihnen herzulaufen und aufzupassen. Komme, was wolle - wir wollten einfach unsere Ruhe, ein bisschen quatschen und viel zu süßen Kinderpunsch trinken. Neben uns stand ein Vater neben einem anderen dieser recht seltenen Spezies auf solchen Festen und sagte "Das ist ja die reinste Hölle hier! Wie kann meine Frau das nur jeden Tag mitmachen ohne verrückt zu werden?" und eine meiner Grummelmütter sagte laut "Das wird sie doch! Jeden Tag! Kapiert er das nicht?" - und wir lachten und lachten. Verzweifelt, zustimmend und vielleicht etwas übertrieben laut.
Und als die Maus und ich dann viel zu spät nach Hause schlenderten - wir waren mit die Letzten gewesen - merkte ich, dass es doch ein ganz witziger Tag gewesen war. Anstrengend, aber unterhaltsam. Und ich merkte, dass alles einfacher wird, wenn die Kinder größer werden. Und ein klitzekleines bisschen freue ich mich auf das nächste Laternenfest. Aber pssst, nicht verraten. Ich habe einen Ruf zu verlieren!
Seit die Maus im Kindergarten ist, wurde keine einzige Laterne gebastelt. Zum Glück liebt sie aber ihr gutes Stück aus der Kita heiß und innig und weigerte sich sogar beharrlich, eine neue Laterne zu kaufen. Und nein, ich bastele keine Laternen mit meinen Kindern. Ich bin die Grummelmama. Die kann nicht basteln. Die kann nur fluchend Tonpapier durchs Zimmer werfen, das dann nicht wegsegelt, weil es an ihren Fingern kleben bleibt. Und keiner, wirklich KEINER will das erleben. Also kaufen wir - oder lassen basteln.
Das Mäuschen hingegen hat in der Kita mit ihren 14 Monaten tatsächlich eine Laterne zusammengeschustert, was ihre große Schwester auch schwer beeindruckte. Natürlich wurde ihr verheimlicht, dass das Mäuschen, genau wie sie selbst damals, lediglich ein paar Buntstiftstriche auf ein durchscheinendes Papiert kritzelte und der Rest von den Erzieherinnen erledigt wurde.
Um 17h sollte also das Fest in Mäuschens Kita starten, eine halbe Stunde später das der Maus. Also stiefelten der Mann und ich zusammen mit den Mäusen los, um mal so richtig Laterne zu feiern. Im Garten der Kita war schon eine Menge los, die Maus rannte gleich mit ihren alten Kollegen durch die Gegend und amüsierte sich, während das Mäuschen eigentlich nur eins tat: sich fragen, was zum Geier wir hier eigentlich wollten. Der Garten ihrer Kita voller fremder Leute, Mama, Papa und Schwester dabei, überall trugen fremde Kinder leuchtende Papierkugeln durch die Gegend und dann fingen die Erzieher auch noch an, ein Lied nach dem anderen in ein komisches Gerät zu singen, das ihre Stimmen total laut werden ließ. Und daneben stand ein großer Tisch voller Essen, das man aber nicht nehmen durfte. Und ständig wurde versucht, einem dieses leuchtende Ding in die Hand nötigen und einen damit zum herumlaufen zu bewegen. Voll blöd. Mäuschen wollte nur eins. Weglaufen. Egal wohin, nur schnell. Und da der Mann und ich das verhindern wollten, durfte sie auf dem Arm ihrem Ärger Luft machen. Als es dann endlich nach ewiger Singerei (von Liedern, die überraschend unfassbar viele Strophen hatten, die die Erzieher auch ungerührt ALLE durchzogen) zum kleinen Umzug durch den Garten gehen sollte, liefen wir ein bisschen zur Tarnung mit, um am Gartentörchen schnell die Biege zu machen. Schließlich hatten wir noch viel vor. Partyhopping der Grummelklasse.
Schwupps war das gestresste Mäuschen im Buggy und wir eilten den vielen Eltern mit belaternten Kindern hinterher zum anderen Nicht-Martins-Umzug. Mittlerweile war es ziemlich dunkel und die Maus freute sich wie doof, zu ihren Freundinnen zu stoßen und mit ihrer uralten Kitalaterne zu prahlen - die unter uns gesagt wirklich nicht mehr pralle aussieht, aber was macht das schon, wenn die Besitzerin ein gutes Ego hat?
Der Umzug des Kindergartens ist immer ein etwas größeres Event. Eine Ewigkeit ziehen sehr viele Eltern mit sehr vielen Kindern in der Kindergartengegend umher und singen (die gleichen Lieder wie in der Kita, nur mit schon wieder ganz anderen Strophen! Die sind doch alle frei erfunden!). Die Maus lief alleine mit ihren Freundinnen umher, ich mich mit dem Mann und dem Mäuschen eher im Hintergrund haltend. Das Mäuschen kapierte immer noch nicht, was das hier alles sollte, was man seinem Gesichtsausdruck auch bestens entnehmen konnte. Jetzt liefen da ganz viele Große und Kleine mit diesen Leuchtdingern immer im Kreis auf den Wegen, auf denen man sonst zum Einkaufen oder zum Mausabholen spazierte? Das wurde ja immer merkwürdiger!
Später ging es dann in den mit vielen Laternen erleuchteten Garten des Kinderhauses, wo wieder gesungen und dann endlich auch gegessen wurde. Das stimmte das Mäuschen denn auch kurz fröhlich. Den Mann allerdings weniger, denn es gab Schmalz- und Butterbrote. "Die Schmalzbrote sind selbstverständlich vegetarisch!". Dieser Satz der Kinderhausleiterin war es, der dem Mann den letzten Spaß nahm. Der Mann ist karnivor. Und ist überhaupt nicht amused bei der Kombination der Worte "Schmalz" und "vegetarisch". Daher schickte ich ihn und das Mäuschen kurzerhand nach Hause, bevor die Situation eskalieren konnte und suchte die drei einzigen Mütter, mit denen ich mich wirklich gut verstehe. Es sind auch Grummelmütter. Perfekt, oder? So wurde es dann auch noch echt lustig. Unsere Kinder waren in der Dunkelheit des Gartens verschwunden und wir hatten es uns dieses Jahr auch nicht mehr zur Aufgabe gemacht, hinter ihnen herzulaufen und aufzupassen. Komme, was wolle - wir wollten einfach unsere Ruhe, ein bisschen quatschen und viel zu süßen Kinderpunsch trinken. Neben uns stand ein Vater neben einem anderen dieser recht seltenen Spezies auf solchen Festen und sagte "Das ist ja die reinste Hölle hier! Wie kann meine Frau das nur jeden Tag mitmachen ohne verrückt zu werden?" und eine meiner Grummelmütter sagte laut "Das wird sie doch! Jeden Tag! Kapiert er das nicht?" - und wir lachten und lachten. Verzweifelt, zustimmend und vielleicht etwas übertrieben laut.
Und als die Maus und ich dann viel zu spät nach Hause schlenderten - wir waren mit die Letzten gewesen - merkte ich, dass es doch ein ganz witziger Tag gewesen war. Anstrengend, aber unterhaltsam. Und ich merkte, dass alles einfacher wird, wenn die Kinder größer werden. Und ein klitzekleines bisschen freue ich mich auf das nächste Laternenfest. Aber pssst, nicht verraten. Ich habe einen Ruf zu verlieren!
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Wahnsinn
Samstag, 31. August 2013
Wahnsinn
Ich weiß nicht, wie es euch geht - aber ich ticke nicht ganz richtig. Also jetzt nicht im harmlosen und liebenswerten Sinne, nein: ich bin ziemlich irre. Sagt auch der Mann. Ich habe es mit viel Liebe zum Detail und in jahrelanger Kleinstarbeit geschafft, so ziemlich jede Macke und Phobie in meinem Grummelhirn zu sammeln, die man auf diesem Planeten nur finden kann. Prinzipiell war das auch immer kein großes Problem. Bis die Maus zur Welt kam...
Vielleicht denkt ihr jetzt, dass ich übertreibe, dass es gar nicht so tragisch sein kann. Daher zähle ich nur mal ein paar Dinge auf, die so meinen Alltag bestimmen:
- Angst vor Spinnen (noch normal)
- Klaustrophobie (die soweit geht, dass es Horror ist, in diesen Hotelbetten zu liegen, die die Bettdecken unten unter die Matratze gesteckt haben. Oder wenn der Mann aneinandergekuschelt einschlafen will.)
- Angst vor Flugzeugen (ja, ich muss es so ausdrücken, denn ich habe nicht nur panische Flugangst, die sich langsam von Jahr zu Jahr gesteigert hat - ich habe auch Angst, dass mir ein Flugzeug auf den Kopf fällt. Ich bin sicher, ich sterbe daran, dass ein Flugzeug direkt über meinem Haus abstürzt. Und auf meinem Grabstein wird stehen: Sie wusste es und alle hielten sie für verrückt.)
- es ist nicht möglich einzuschlafen, wenn die Schranktüren des Kleiderschrankes offen stehen
- schlimmste Krankheitserfindungsundeinbildungskrankheit: Morgen wache ich tot auf!
- muss ganz sicher immer zur Toilette, wenn keine in der Nähe ist
- Angst vor Dunkelheit und dem namenlosen Grauen ("Da ist irgendjemand!" - "Nicht irgendjemand! IrgendETWAS!")
- Aufzugangst (stürzt ganz sicher mit mir ab, kurz bevor ich im steckengebliebenen Selbigen zu ersticken drohe)
- Meerangst (sicher zieht sich just in dem Augenblick das Wasser ganz weit zurück, um kurze Zeit später als gewaltiger und alleszerstörender Tsunami wiederzukehren, wenn ICH aufs offene Meer hinausblicke. Dieses Szenario albträume ich auch regelmäßig - und zwar schon lange vor 2004)
Das waren nur mal so die ersten Irrigkeiten, die mir jetzt einfallen. Warum ich das hier blogge?
Weil es alles andere als leicht ist, mit Kindern durch die Welt zu gehen, wenn man all diese Kopfkinofilme in Gedanken mit sich herumträgt. Würde die Maus zum Beispiel eines Abends behaupten, es wäre ein Monster im Schrank oder unterm Bett, müsste ich wohl schreiend den Raum verlassen, statt ihr in aller Ruhe zu erklären, dass dem nicht so ist und mit ihr zusammen nachzuschauen. Auch kostete es mich bisher eine unglaubliche schauspielerische Fähigkeit, jede Aufzugfahrt als Wettrennen zu verkaufen ("Mal sehen, wer erster ist: ihr mit dem Aufzug oder ich auf der Treppe!"). Auch ist Hypochondrie für sich alleine noch ganz spaßig und unterhaltsam - wenn man bei jedem Hüsterchen des Mäuschens aber durchzudrehen droht, fängt man sich keine exotische Krankheit, sondern den unbändigen Zorn des Mannes ein.
Kurz und gut:
Als irre Mutter hat man es nicht leicht. Man muss mit sich klarkommen und darauf achten, den Kindern die normale Welt zu bieten, die man selbst schon lange aus den Augen verloren hat. Ich hoffe und bete, dass ich das weiterhin halbwegs schaffen und eines Tages stolz auf mich sein kann. Und ich kann nur jeder Mutter, die auch nur halb so verschroben ist wie ich, raten: steht dazu und redet darüber, wenn die Kinder euch und eurem Wahnwitz auf die Spur kommen - und lacht mit ihnen zusammen über den Humbug, den euer Hirn euch vorgaukelt, denn dann ist alles nur noch halb so schlimm. Für die Kinder und für uns.
Vielleicht denkt ihr jetzt, dass ich übertreibe, dass es gar nicht so tragisch sein kann. Daher zähle ich nur mal ein paar Dinge auf, die so meinen Alltag bestimmen:
- Angst vor Spinnen (noch normal)
- Klaustrophobie (die soweit geht, dass es Horror ist, in diesen Hotelbetten zu liegen, die die Bettdecken unten unter die Matratze gesteckt haben. Oder wenn der Mann aneinandergekuschelt einschlafen will.)
- Angst vor Flugzeugen (ja, ich muss es so ausdrücken, denn ich habe nicht nur panische Flugangst, die sich langsam von Jahr zu Jahr gesteigert hat - ich habe auch Angst, dass mir ein Flugzeug auf den Kopf fällt. Ich bin sicher, ich sterbe daran, dass ein Flugzeug direkt über meinem Haus abstürzt. Und auf meinem Grabstein wird stehen: Sie wusste es und alle hielten sie für verrückt.)
- es ist nicht möglich einzuschlafen, wenn die Schranktüren des Kleiderschrankes offen stehen
- schlimmste Krankheitserfindungsundeinbildungskrankheit: Morgen wache ich tot auf!
- muss ganz sicher immer zur Toilette, wenn keine in der Nähe ist
- Angst vor Dunkelheit und dem namenlosen Grauen ("Da ist irgendjemand!" - "Nicht irgendjemand! IrgendETWAS!")
- Aufzugangst (stürzt ganz sicher mit mir ab, kurz bevor ich im steckengebliebenen Selbigen zu ersticken drohe)
- Meerangst (sicher zieht sich just in dem Augenblick das Wasser ganz weit zurück, um kurze Zeit später als gewaltiger und alleszerstörender Tsunami wiederzukehren, wenn ICH aufs offene Meer hinausblicke. Dieses Szenario albträume ich auch regelmäßig - und zwar schon lange vor 2004)
Das waren nur mal so die ersten Irrigkeiten, die mir jetzt einfallen. Warum ich das hier blogge?
Weil es alles andere als leicht ist, mit Kindern durch die Welt zu gehen, wenn man all diese Kopfkinofilme in Gedanken mit sich herumträgt. Würde die Maus zum Beispiel eines Abends behaupten, es wäre ein Monster im Schrank oder unterm Bett, müsste ich wohl schreiend den Raum verlassen, statt ihr in aller Ruhe zu erklären, dass dem nicht so ist und mit ihr zusammen nachzuschauen. Auch kostete es mich bisher eine unglaubliche schauspielerische Fähigkeit, jede Aufzugfahrt als Wettrennen zu verkaufen ("Mal sehen, wer erster ist: ihr mit dem Aufzug oder ich auf der Treppe!"). Auch ist Hypochondrie für sich alleine noch ganz spaßig und unterhaltsam - wenn man bei jedem Hüsterchen des Mäuschens aber durchzudrehen droht, fängt man sich keine exotische Krankheit, sondern den unbändigen Zorn des Mannes ein.
Kurz und gut:
Als irre Mutter hat man es nicht leicht. Man muss mit sich klarkommen und darauf achten, den Kindern die normale Welt zu bieten, die man selbst schon lange aus den Augen verloren hat. Ich hoffe und bete, dass ich das weiterhin halbwegs schaffen und eines Tages stolz auf mich sein kann. Und ich kann nur jeder Mutter, die auch nur halb so verschroben ist wie ich, raten: steht dazu und redet darüber, wenn die Kinder euch und eurem Wahnwitz auf die Spur kommen - und lacht mit ihnen zusammen über den Humbug, den euer Hirn euch vorgaukelt, denn dann ist alles nur noch halb so schlimm. Für die Kinder und für uns.
Sonntag, 18. August 2013
Größenwahnsinn
Wir schreiben das Jahr 2013, es sind 27°C im Schatten und es ist Mitte August. Die Kinder plantschen in Badehosen im Garten oder toben mit Sommerkleiden oder Spaghettitops, kurzen Hosen und Sandalen auf dem Spielplatz herum. Alles könnte so schön sein - wenn nicht die Kleidungsindustrie wie jedes Jahr schon beschlossen hätte, die Herbst/Winter-Kollektion 2013/14 in die Läden zu hängen.
Ja, in einer Zeit, in der die Supermarktketten im Sommer schon die ersten Nikoläuse und Gebäckmischungen anbieten, muss König Kunde sich auch schon im Hochsommer die Wollpullis und Strickwesten in den Geschäften angucken, während er schwitzend in einem Hauch von Nichts durch die klimatisierten Läden bummelt. Aber was hat das für Auswirkungen auf uns?
Für mich fühlt es sich leider ab dem ersten Herbstmodemoment so an, als wäre der Sommer schon vorbei. Ich spüre geradezu, wie das Laub sich verfärbt, die Abende kühl und kurz werden und der Geruch des ersten Schnees naht. Und das oft schon im Juli, bevor der Sommer überhaupt auf Touren gekommen ist. Das macht mich traurig, weil ich ihn oft gar nicht richtig genießen kann.
Für die Eltern unter uns bedeutet dieser Jahreszeitenkuddelmuddel aber noch etwas ganz anderes, was uns auf eine der härtesten Proben überhaupt stellt: Fröhliches Größenraten.
Woher soll ich bitte im August wissen, welche Jackengröße Mäuschen im November hat oder welche Größe die Winterstiefel für die Maus haben müssen? Geschweigedenn zu ahnen, ob das Mäuschen dann überhaupt schon welche braucht! Dasselbe Spiel spielt man als Mutter auch gerne umgekehrt, wenn man im tiefsten Winter in den Geschäften die ersten Sommersandalen findet und nicht weiß, ob man vor Lachen oder Weinen zusammenbrechen soll. Wenn jetzt jemand denkt "Dann kauf das halt, wenn die Zeit reif ist...", muss ich leider grummelig den Kopf schütteln. Wie oft habe ich - total dreist und frech - im Juli noch Sandalen für ein Kleinkind gesucht! Alles ausverkauft, kaum noch Größen zur Auswahl, so die genervten Antworten von Verkäuferinnen. Und der Schuhsupergau dann letzten Winter, in dem die rücksichtslose Maus doch aus ihren im Spätsommer gekauften Winterstiefeln rausgewachsen und NIRGENDS Ersatz aufzutreiben war. Weder online noch in Läden. Ob das Kind nur meiner Bitte, seine Füße nicht mehr so schnell wachsen zu lassen, nachkommt, ist fraglich bis unsicher.
Was sind wir? Eltern! Und was wollen wir? Winterschuhe im November und Sommersachen im Juli!
Ich jedenfalls habe die Schnauze voll vom Größenroulette und den Ratespielen - und ganz ehrlich habe ich auch keinen kleinen Esel, der sein Schwänzchen hebt und Euronen kackt, damit ich mehrere Größen für jede Jahreszeit abdecken kann, um auch mal einen Treffer zu landen.
Ja, in einer Zeit, in der die Supermarktketten im Sommer schon die ersten Nikoläuse und Gebäckmischungen anbieten, muss König Kunde sich auch schon im Hochsommer die Wollpullis und Strickwesten in den Geschäften angucken, während er schwitzend in einem Hauch von Nichts durch die klimatisierten Läden bummelt. Aber was hat das für Auswirkungen auf uns?
Für mich fühlt es sich leider ab dem ersten Herbstmodemoment so an, als wäre der Sommer schon vorbei. Ich spüre geradezu, wie das Laub sich verfärbt, die Abende kühl und kurz werden und der Geruch des ersten Schnees naht. Und das oft schon im Juli, bevor der Sommer überhaupt auf Touren gekommen ist. Das macht mich traurig, weil ich ihn oft gar nicht richtig genießen kann.
Für die Eltern unter uns bedeutet dieser Jahreszeitenkuddelmuddel aber noch etwas ganz anderes, was uns auf eine der härtesten Proben überhaupt stellt: Fröhliches Größenraten.
Woher soll ich bitte im August wissen, welche Jackengröße Mäuschen im November hat oder welche Größe die Winterstiefel für die Maus haben müssen? Geschweigedenn zu ahnen, ob das Mäuschen dann überhaupt schon welche braucht! Dasselbe Spiel spielt man als Mutter auch gerne umgekehrt, wenn man im tiefsten Winter in den Geschäften die ersten Sommersandalen findet und nicht weiß, ob man vor Lachen oder Weinen zusammenbrechen soll. Wenn jetzt jemand denkt "Dann kauf das halt, wenn die Zeit reif ist...", muss ich leider grummelig den Kopf schütteln. Wie oft habe ich - total dreist und frech - im Juli noch Sandalen für ein Kleinkind gesucht! Alles ausverkauft, kaum noch Größen zur Auswahl, so die genervten Antworten von Verkäuferinnen. Und der Schuhsupergau dann letzten Winter, in dem die rücksichtslose Maus doch aus ihren im Spätsommer gekauften Winterstiefeln rausgewachsen und NIRGENDS Ersatz aufzutreiben war. Weder online noch in Läden. Ob das Kind nur meiner Bitte, seine Füße nicht mehr so schnell wachsen zu lassen, nachkommt, ist fraglich bis unsicher.
Was sind wir? Eltern! Und was wollen wir? Winterschuhe im November und Sommersachen im Juli!
Ich jedenfalls habe die Schnauze voll vom Größenroulette und den Ratespielen - und ganz ehrlich habe ich auch keinen kleinen Esel, der sein Schwänzchen hebt und Euronen kackt, damit ich mehrere Größen für jede Jahreszeit abdecken kann, um auch mal einen Treffer zu landen.
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