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Samstag, 1. Februar 2014

Blogparade: Zerstören Kinder unsere Freundschaft?

Die liebe Herzmutter Janina, die auch schon Gast hier bei mir war, startete vor ein paar Wochen diese Blog-Parade, an der ich noch unbedingt teilnehmen wollte, weil ich dieses Thema spannend und wichtig finde.

Zerstören Kinder unsere Freundschaft? Mit diesen ziemlich harten Worten habe ich über dieses Thema eigentlich noch gar nicht nachgedacht. Bisher war meine Meinung dazu nur, dass Kinder Freundschaften auf jeden Fall verändern, weil einfach von heute auf morgen Prioritäten verschoben werden. In den Schwangerschaften habe ich diese Verschiebung jedoch eigentlich nicht verspürt. Meine kinderlosen Freundinnen fanden auf jeden Fall meine erste Schwangerschaft alle sehr spannend, nahmen daran Anteil, fragten viel, gingen mit shoppen und machten sich mit mir Gedanken, was sich wohl alles ändern würde in MEINEM Leben. Also kann ich nicht behaupten, dass die Veränderung schon in der Schwangerschaft beginnt und das empfand ich auch nicht so, als ich selbst noch kinderlos war und Freundinnen oder jüngere Verwandte vor mir schwanger waren. Ich selbst liebte es auch, die Bäuche wachsen und die Kleiderschränke voller werden zu sehen mit süßen Babysachen und Spielzeugen. Die Frauen veränderten sich für mich nicht wirklich - und ich glaube, ich veränderte mich ebensowenig für meine Freundinnen. Natürlich muss man zu der Sorte Schwangeren gehören, die neben der Schwangerschaft auch noch andere Gesprächsthemen haben, sonst wird es wahrscheinlich wirklich schon vorher anstrengend und einseitig.
Was mir bei all dem auch noch half, war wohl die Tatsache, dass ich noch nie der Partylöwe oder Discotiger war, der trinken und tanzend die Nacht zum Tag machte. Ich konnte all das, was ich VOR der Schwangerschaft mit Freunden unternahm, auch IN der Schwangerschaft machen.

Als das Baby dann auf der Welt und in unserem Leben war, änderte sich einiges. Aber ich kann auch hier nicht sagen, dass es unbedingt negativ geschah. Sicher ist es so, dass kinderlosen Freunden oft das Verständnis für ganz normale Tatsachen fehlt. Oft staunte ich mit großen Augen über so viel Unverständnis und fehlende Fähigkeiten, sich in Situationen hineinzuversetzen. Vor allem betraf dieses Unverständnis Tatsachen wie Schlafgewohnheiten und Tagesabläufe von und mit Kindern. Das war und ist wohl das, was unsere kinderlosen Freunde am wenigsten nachvollziehen konnten. Mit Kindern gehen eben nicht mehr alle Dinge zu jeder Zeit und spontan. Zumindest nicht bei uns, die wir sehr strukturiert und durchgeplant und unsere Kinder an genaue Zeitpläne gewöhnt sind. Natürlich ändert sich auch die Besucher-Situation. Ich selbst hasste und hasse es, mit sehr kleinen Kindern im Alter des Mäuschens zu kinderlosen Freunden nach Hause zu kommen, wo nichts kindersicher ist. Es ist unentspannt, nervig, gefährlich, doof - und treibt mir nur Schweißperlen auf die Stirn, während mein kinderloses und entspanntes Gegenüber denkt, dass ich scheinbar einen an der Klatsche habe, weil ich ständig einem einjährigen Dreikäsehoch hinterherhechten muss. So ist das für mich. So ist das für meine Freunde. Aber das sind alles Dinge, die ich verstehen kann. Und für mich sind das vor allem alles Dinge, die eine echte Freundschaft nicht vor unlösbare Probleme stellen.

Wichtig ist einfach, dass man sich selbst auf jeden Fall seine Selbstreflexion bewahrt und diese auch oft und gerne einsetzt. Und dass man zu sich und seinem kinderlosen Umfeld schlichtweg ehrlich ist. Man kann über alles reden und einfach ab und an mal auf den Punkt bringen, was einen stört und was man gerne geändert hätte. So besuchen uns unsere Freunde eben meistens hier, wo wir in Ruhe und entspannt quatschen und Käffchen trinken können, während Maus und Mäuschen in ihrem Zimmer spielen und ich nicht permanent teure Gitarren oder unbezahlbare Stereoanlagen vor ihnen in Sicherheit bringen muss. Oder unsere Freunde sind eben daran gewöhnt, dass es den Mann und mich auf Abendveranstaltungen nicht mehr im Doppelpack gibt, sondern wir uns an solchen Ereignissen abwechseln müssen, weil einer von uns zu Hause den Babysitter spielen muss. So sind wir eben. Und ich glaube behaupten zu können, dass ich nicht zu der Sorte Mutter gehöre, die in ihrer Freizeit mit Freunden permanent über die Brut und deren Stuhl-, Schlaf- oder Essgewohnheiten sprechen muss. Im Gegenteil freue ich mich ja darüber, wenn ich mal über andere Dinge reden kann und nehme diese Chancen auch sehr gerne wahr.

Also, um ein kleines Fazit zum Thema dieser Blogparade ziehen zu können: Ich muss euch enttäuschen. Ich finde nicht, dass Kinder Freundschaften zerstören. Lockere Bekanntschaften, die nur auf Freizeit und Party gründeten, vielleicht. Aber Freundschaften ganz sicher nicht. Nicht in meiner Welt. Sicher, sie verändern sich, man sieht sich weniger oft, muss andere Nischen für Unternehmungen und Aktionen suchen und finden - aber bisher machten das all unsere Freunde gerne mit. Und wir auch. All das ist nur eine Frage der Toleranz, Organisation, Ehrlichkeit - und Treue. Denn Kinder sind ja kleine, neue Menschen, die eben zu uns gehören und keine Störenfriede und Eindringlinge in Beziehungen zwischen Menschen, die sich wirklich mögen. Und ich freue mich, mit diesem Text festellen zu können, dass wir uns wohl schon lange vor unseren Kindern die richtigen Herzensmenschen ausgesucht haben, die diese Meinung mit uns teilen.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Gastgrummler (1): Herzmutter

Schon länger denke ich darüber nach, eine Gastblogger-Serie hier zu starten, da ich in den letzten Wochen und Monaten wirklich so viele tolle BloggerInnen kennenlernen durfte. Die Ehre der ersten Gastgrummlerin gebührt der lieben Janina mit ihrem Blog Herzmutter: Sie ist ehrlich, offen, beschönigt nichts und bringt die Dinge einfach auf den Punkt. Ich würde sagen, kaum ein Blog passt so gut zu mir, meinem Blog und meinen drei Hs (Herz, Hirn, Humor) wie dieser. Und ihr Beitrag bringt genau das bestens zum Ausdruck, vielen Dank! - Falls einer oder eine von euch auch Lust hat, einen Beitrag hier zu schreiben, der möge mich via Twitter, Facebook oder Email einfach anhauen! Danke ;)

Hier ist er also, der erste Gastbeitrag von Janina:

Ode an die Grummelmama


Liebe Grummelmama – oder sollte ich schreiben: mein zukünftiges Ich? Zwar kenne ich dich nicht persönlich, aber ich lese schon lange bei dir mit und wollte mich bei dir bedanken – nicht nur dafür, den ersten Gastartikel schreiben zu dürfen, sondern auch, weil du mir einen Blick in die Zukunft schenkst.

Natürlich weiß ich nicht, ob und wann ich das zweite Kind bekommen werde (nicht, dass es gerade danach aussieht, drei rote Kreuze im Kalender) aber du hast es ja nun schon seit vier Jahren gewuppt bekommen, Mama zu sein und gleichzeitig deine einzigartige Grummeligkeit zu bewahren 
– und das ist meiner Meinung nach eine absolut bewundernswerte Eigenschaft!

Mama werden, gleichgeschaltet sein?


Ja da haben wir es wieder, das alte Leid. Man wird Mama und damit stürzen nicht nur Myriaden von Hormonen auf einen ein, sondern auch gesellschaftliche Erwartungen und Anforderungen. Jeder erwartet etwas von einem, nicht zuletzt sondern mit großem Nachdruck die Familie. Jetzt gehört man „dazu“ zu den Erwachsenen, egal wie alt und beruflich erfahren man vorher war, man hatte trotzdem noch irgendwie den Kinderstatus. 
Irgendwie kotzt mich das an – klar, es ist echt ne Leistung, die Schwangerschaft zu überstehen (und dabei nicht zu den nervtötenden „Mir fällt alles ach so leicht und Schwangerschaft ist keine Krankheit – Tussen“ zu gehören) und das Kind auf die Welt zu bringen (wem sag ich das), aber die eigentliche Arbeit fängt doch dann erst an... als ob das die wahre Schwelle ins Reich der ultimativen Langeweile und des Erwachsenendaseins wäre. Als ob man da nicht auch so hingekommen sein könnte.

How to stay Grummelmama


Ich muss gestehen, ich habe bestimmt fast ein Jahr gebraucht, um wieder sagen zu können, ich fühle mich wie ich selbst. Aber damit ist es ja noch lange nicht überstanden – man muss den Spagat schaffen zwischen Vorbild und Erzieherin (och nöö!) und irgendwo noch die ursprüngliche Persönlichkeit bewahren. 
Ich hoffe du beschimpfst mich jetzt nicht als Jammerfrau! Dann bin ich eben eine. Nä nä nänä nä! Du jedenfalls machst mir Mut und das nicht nur aufgrund deiner Grummeligkeit – dass man auch nach einigen Jahren im Mamabusiness noch man selbst sein kann und sich nicht den Konventionen der Gesellschaft oder des Mama Blogoversums beugen muss, um Erfolg zu haben. 

Seien wir erfrischend anders und machen es einfach so, wie wir es schon immer gemacht haben: the grummel way of life!

Liebste Grüße, deine Janina